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Früherkennung und Vorsorge - die Angebote der gesetzlichen Krankenkassen werden nicht sehr umfassend genutzt. (Foto: DAK/van den Berg)

Früherkennung und Vorsorge - die Angebote der gesetzlichen Krankenkassen werden nicht sehr umfassend genutzt. (Foto: DAK/van den Berg)

Prävention

GKV-Versicherte sind „Präventionsmuffel“

Berlin - Gesetzlich Versicherte nehmen angebotene Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen zu wenig in Anspruch. Dies geht aus einer aktuellen Schätzung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI) hervor. Danach nutzen insbesondere Männer die zahlreichen Vorsorgemöglichkeiten selten.

Je nach Alter und Geschlecht gibt es eine Vielzahl von kostenlosen Präventionsmaßnahmen für Mitglieder der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV): Check-up 35, Früherkennungen von Darm-, Haut- oder Prostatakrebs, Mammographie-Screening und Grippeimpfung. Laut aktuellen Schätzungen des ZI nutzt aber nur ein Teil der Berechtigten die Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen. Vor allem die Männer erweisen sich dabei als „Präventionsmuffel“.

Gerade die Angebote zur Darmkrebsvorsorge sind besonders umfassend: Zunächst gibt es eine Beratung – dann kann auch eine Darmspiegelung oder alternativ ein Test auf okkultes Blut im Stuhl vorgenommen werden. Dennoch gingen 2010 lediglich rund 14 Prozent der Frauen und rund 11 Prozent der Männer zwischen 55 und 74 Jahren zur Darmkrebsberatung. In der Altersgruppe der 55 bis 59-Jährigen ist die Differenz zwischen der Inanspruchnahme von Frauen (17 Prozent) und Männern (10 Prozent) am höchsten. Während die 70 bis 74-Jährigen sich gleich selten beraten lassen (9 Prozent), kehrt sich das Bild ab 75 Jahren um: Mehr Männer als Frauen nehmen dann an einer Beratung teil.

„Eltern lassen bei ihren Kindern die Früherkennungsuntersuchungen breit durchführen, sie sollten aber wegen der Vorbildfunktion auch selbst an den ihnen angebotenen Präventionsmaßnahmen teilnehmen“, mahnt Dr. Carl-Heinz Müller, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Er ruft daher zur Nutzung der Angebote auf, denn zahlreiche in ihrem Verlauf schwere Erkrankungen seien „gut heilbar, wenn man sie frühzeitig erkennt“.

Juliane Ziegler / 30.11.2011, 12:08 Uhr

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