Sie sind hier: Tagesnews-Spektrum > News

Spektrum

Einer aktuellen Studie zufolge "rebellieren" Hormone, die an der Regulation des Körpergewichts beteiligt sind, noch Monate nach einer Diät gegen das neue Gewicht. Das ist der Grund für den gefürchteten Jojo-Effekt. (Foto: DAZ-Archiv)

Einer aktuellen Studie zufolge "rebellieren" Hormone, die an der Regulation des Körpergewichts beteiligt sind, noch Monate nach einer Diät gegen das neue Gewicht. Das ist der Grund für den gefürchteten Jojo-Effekt. (Foto: DAZ-Archiv)

Adipositas

Warum Diäten so oft versagen

Australien - Den Jo-Jo-Effekt kennt fast jeder, der schon einmal mithilfe einer Diät einige Kilogramm verlieren wollte. Australische Forscher haben nun herausgefunden, dass die Hormone, die an der Regulation des Körpergewichts beteiligt sind, noch Monate nach der Diät gegen das Traumgewicht „rebellieren“.

In die Studie wurden 50 übergewichtige bzw. fettleibige Probanden mit einem BMI zwischen 27 und 40 aufgenommen. Sie erhielten zehn Wochen lang eine Restriktionsdiät. Die Kalorienaufnahme lag im Bereich von 500 bis 550 kcal pro Tag. Nach zehn Wochen kehrten die Teilnehmer zur normalen Ernährungsweise zurück mit dem Ziel, das Gewicht zu halten. Zu Studienbeginn sowie zehn und 62 Wochen danach wurden die Blutspiegel der Hormone Leptin, Ghrelin, Peptid YY, GIP (gastric inhibitory polypeptide), GLP-1 (glucagon-like peptide 1), Amylin, pankreatisches Polypeptid, Cholezystokinin und Insulin bestimmt. Zusätzlich erfasste man mithilfe einer Rating-Skala den Appetit der Teilnehmer.

34 Personen beendeten die Studie und wurden in die Auswertung einbezogen. Ihr Gewichtsverlust lag nach zehn Wochen Diät im Mittel bei 13,5 kg. Nicht nur kurz nach dem Ende der Diät, sondern auch noch nach einem Jahr war der subjektiv empfundene Appetit der Probanden signifikant erhöht. Auch die erhöhte Konzentration von Hormonen, die appetitsteigernd wirken (z. B. Ghrelin) hatte sich zwölf Monate nach der Diät noch nicht nennenswert vermindert. Hormone, die dagegen eine Verminderung der Nahrungsaufnahme bewirken (z. B. Leptin) und deren Blutspiegel nach der Diät kompensatorisch abgefallen waren, hatten noch nicht wieder das Ausgangsniveau erreicht.

Zwar war es für die Studienautoren nicht unerwartet, dass die Kalorienrestriktion bei den Probanden akute Kompensationsmechanismen zur Folge hatte. Überrascht waren sie jedoch darüber, dass die Veränderungen in den Hormonspiegeln so lange anhielten. Nach ihrer Ansicht deutet dies darauf hin, dass es für die hohe „Rückfallrate“ nach einer Diät eine physiologische Basis gibt und sie sich nicht einfach nur durch die Wiederaufnahme alter Ernährungsgewohnheiten erklären lässt. Für eine langfristige erfolgreiche Gewichtsabnahme müssten also Strategien entwickelt werden, um die lang wirksamen kompensatorischen Mechanismen auszuschalten.

Sumithran P, et al.: Long-term persistence of hormonal adaptions to weight loss. N Engl J Med 365: 1597-1604 (2011)

Dr. Claudia Bruhn / 23.11.2011, 15:00 Uhr

Kommentare:

Bisher keine Kommentare vorhanden.

Kommentar abgeben:

Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz

 

 

 

Sie können die News auch als RSS-Feed abonnieren:

RSS-Feed Tagesnews Alle

RSS-Feed Tagesnews Spektrum

 Hier finden Sie weitere Informationen zum RSS-Feed der DAZ.online.