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Prof. Dr. Christian Drosten (li.) und Doktorandin Sabie Gläsker arbeiten im Sicherheitslabor am SARS-Erreger. (Foto: Lannert/Uni Bonn)

Prof. Dr. Christian Drosten (li.) und Doktorandin Sabie Gläsker arbeiten im Sicherheitslabor am SARS-Erreger. (Foto: Lannert/Uni Bonn)

Mikrobiologie

Neuer Ansatz für Virostatika

Bonn/München - Wissenschaftler der Universitäten Bonn und München haben einen neuartigen Breitspektrum-Ansatz für antivirale Wirkstoffe gefunden. Die Forscher untersuchten, an welche Wirtsproteine die Proteine des SARS-Erregers binden.

Dieses Virus gehört zu den Coronaviren und löst eine lebensgefährliche Lungenentzündung aus (Severe Acute Resipiratory Syndrome). Die Wissenschaftler entdeckten einen zellulären Stoffwechselweg, den nicht nur das SARS-Virus, sondern auch eine ganze Reihe von verwandten Viren bei Mensch und Haustier für die eigene Vermehrung verwendet. Dabei handelt es sich um einen Signalweg, der das Immunsystem steuert.

Die Forscher haben außerdem einen Ansatz gefunden, wie eines der Proteine in dieser Signalkette gehemmt werden kann, wodurch die Vermehrung der Viren unterbunden wird. Wirkstoffe, die in diesen Stoffwechselweg eingreifen, haben somit Breitbandwirkung und hemmen nicht nur den SARS-Erreger, sondern auch eine ganze Palette menschlicher Schnupfenviren und die Erreger von inneren Krankheiten des Huhnes, des Schweins und der Katze in ihrer Vermehrung. Die Wirtszellen nehmen durch die Proteinblockade keinen Schaden, weil parallel weitere Signalwege existieren, die zur Kompensation einspringen.

Die Münchner Wissenschaftler haben eine Methode entwickelt, wie sich systematisch verschiedene Eiweiße als potenzielle Ansatzpunkte überprüfen lassen. Damit sich ein Virus im Körper eines Tieres oder eines Menschen vermehren kann, muss es an ein Protein anhaften. Die Forscher haben mit einem automatischen Hochdurchsatzverfahren systematisch verschiedene Protein-Viren-Kombinationen als potenzielle Ansatzpunkte für Hemmstoffe getestet und in Zellkulturen überprüft.

 

Literatur: Pfefferle, S., et al: PLoS Pathogens, 2011, Online-Vorabpublikation, DOI:10.1371/journal.ppat.1002331

Dr. Bettina Hellwig / 20.11.2011, 10:00 Uhr

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