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Zug ohne Toilette, aber mit Urinbeuteln: der Sprinter
(Foto: Nederlandse Spoorwegen)

Zug ohne Toilette, aber mit Urinbeuteln: der Sprinter (Foto: Nederlandse Spoorwegen)

Niederlande

Service: Kostenlose Urinbeutel im Zug

Urinbeutel oder Einwegurinale für Erwachsene gehören zu den apothekenüblichen Waren und werden insbesondere von solchen Apotheken bevorratet, die sich auf geriatrische Pharmazie spezialisiert haben. Zu den Großabnehmern von Urinbeuteln zählt neuerdings auch die niederländische Staatsbahn; sie teilt diese in WC-losen Zügen an inkontinente Fahrgäste aus.

Die niederländische Staatsbahn setzt seit diesem Jahr Triebzüge des Typs Sprinter ein, die wie eine S-Bahn an jedem Ende einen Führerstand haben und nicht mit Toiletten ausgestattet sind. Auf den Einbau von Toiletten wurde aus Kostengründen verzichtet. Diese Sparmaßnahme veranlasste viele Reisende zu einem wütenden Protest bei der Eisenbahndirektion. Diese beschloss daraufhin, Fahrgästen, die unter Dranginkontinenz leiden und dringend „müssen“, das Urinieren in die kostenlos zur Verfügung gestellten Urinbeutel zu erlauben; zur Verrichtung müssen die Fahrgäste den leeren Führerstand am Ende des Zuges aufsuchen (während der Fahrt ist immer nur der vordere Führerstand besetzt).

Nicht erfreut über diese Entscheidung sind die Lokführer, die behaupten, dass ihre Führerstände bisweilen einen unangenehmen Geruch aufweisen.

Dr. Wolfgang Caesar / 17.11.2011, 15:59 Uhr

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