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Stammzellen aus dem menschlichen Knochenmark unter dem Mikroskop. (Foto: Universität Heidelberg)
Forschung
Geron stellt Versuche mit Stammzellen ein
Berlin - Das Biotech-Unternehmen Geron stellt seine klinischen Versuche mit embryonalen Stammzellen aus finanziellen Gründen ein. Das gab das amerikanische Unternehmen am Montag bekannt. Bei Geron will man sich zukünftig auf die Entwicklung von Krebsmedikamenten konzentrieren.
Das Unternehmen, das die ersten menschlichen embryonalen Stammzellen gewonnen und die erste klinische Prüfung mit embryonalen Stammzellen durchgeführt hatte, will die Daten der vier Stammzellempfänger dennoch weiterhin sammeln. Für die weitere Finanzierung der Therapie sucht Geron derzeit nach Partnern. Nach dem bekannt gemachten Ende der Forschung wird im Unternehmen nun die Belegschaft um rund 40 Prozent gekürzt – auch Vizepräsidentin Jane Lebkowski wird das Unternehmen zum Jahresende verlassen.
Die Therapie mit embryonalen Zellen ist nicht unumstritten. Zur Gewinnung von embryonalen Stammzellen müssen Embryonen zerstört werden, weshalb das Verfahren teilweise als unmoralisch angesehen wird. Darüber hinaus birgt es gewisse Risiken. Es besteht die Gefahr, dass die Stammzellen sich im Körper unkontrolliert vermehren und zu einem Tumor entwickeln.
Der gesundheitspolitische Sprecher der Christdemokraten (EVP) im Europäischen Parlament, Dr. Peter Liese (CDU), fühlt sich durch das Ende der Stammzellforschung bei Geron bestätigt: „Wenn selbst die „Pioniere“ der embryonalen Stammzellforschung keine Finanzierung ihrer eigenen Versuche gewährleisten können, ist der Glaube an den Erfolg dieser Versuche erloschen.“ Er ist für Forschung und Entwicklung in der Biotechnologie, aber ohne Zerstörung menschlicher Lebewesen.
Er fordert nun – auch wegen der jüngsten Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs, wonach embryonale Stammzellen nicht patentierbar sind – entsprechende Konsequenzen für die europäische Forschungspolitik. „Wir sollten daher alle verfügbaren Kapazitäten in ethisch unbedenkliche Alternativen lenken“, so Liese. Im Gegensatz zur embryonalen Stammzellforschung gebe es schon über 70 Erkrankungen, die mit adulten Stammzellen geheilt werden können. Die Europäische Kommission sollte seiner Meinung nach die Embryonenforschung endgültig von der EU-Gemeinschaftsförderung ausnehmen. Ihre Pläne zur EU-Forschungspolitik für die nächsten Jahre wird die Kommission am 30. November in Brüssel vorlegen.
Juliane Ziegler / 16.11.2011, 14:25 Uhr
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Manuela Tobler sagt:
18.11.2011 16:03Naja: Erst macht man Jahrzehntelang Tierversuche und verspricht im Monatstakt baldige grossartige Erfolge, und nun so mir nichts dir nichts soll angeblich das Geld ausgehen, obwohl die Menschenversuchsergebnisse vielversprechend seien?
Wer will denn sowas glauben? Wenn die ersten Ergebnisse auch nur einen Ansatz auf Hoffnung geben würden, dann würde dieses (wenn erfolgreich) extrem lukrative Geschäft auch nicht eingestampft - Und wenn Tierversuchsergebnisse auf den Menschen übertragbar wären, dann wüsste man ja, dass es erfolgreich sein soll (angeblich).
Die Wahrheit ist aber: Tierversuchsergebnisse sind eben nicht auf Menschen übertragbar.
Äusserst bedauerlich um die Millionen gequälter Tiere im Namen einer rein profitorientierten Pseudowissenschaft!
Dr. med. Eberhard Lampeter sagt:
17.11.2011 16:13Dass Geron die Versuche mit embryonalen Stammzellen stoppt, zeigt aus meiner Sicht vor allem eines: Man kann keine Produkte entwickeln, gegen welche die Mehrheit der Menschen moralische Bedenken hegt. Und das ist beim Einsatz embryonaler Stammzellen nun einmal der Fall.
Was heißt das jetzt für die Stammzellmedizin? Nicht viel. Es gab weltweit überhaupt nur eine Handvoll Studien mit embryonalen Stammzellen, wohingegen es bereits etliche Studien gibt, die auf adulte Stammzellen setzen. Es werden bereits hunderte Herzinfarktpatienten allein in Deutschland mit ihren eigenen Knochenmark-Stammzellen behandelt – mit gutem Ergebnis. Gegenwärtig laufen, zum Beispiel im München, Studien zur Therapie des Typ-1-Diabetes mit den eigenen Nabelschnurblut-Stammzellen des Kindes. In den USA wurden mehr...