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Tübinger Forscher haben HCN1-Ionenkanäle als Schlüsselkomponenten für den Signalfluss zwischen Stäbchen- und Zapfensystem identifiziert und deren Relevanz für die Verarbeitung und Weiterleitung des mesopischen Sehsignals nachgewiesen. (Foto: Helios Kliniken)
Sehvorgang
Wichtige Signalwege in der Netzhaut aufgeklärt
Tübingen - Forschungsergebnisse aus Tübingen zeigen jetzt neue Details, wie Sehinformationen verarbeitet und weitergeben werden.
Die Anpassungsfähigkeit der Netzhaut erlaubt das Sehen über einen sehr großen Helligkeitsbereich von dunkler Nacht bis hellem Sonnenschein. Wesentlichen Anteil daran haben die Photorezeptoren, Stäbchen und Zapfen. Während die Stäbchen auf das Sehen im Dunkeln spezialisiert sind, ist mit den Zapfen das hochauflösende, farbige Sehen in heller Umgebung verbunden. In einem dazwischen liegenden (mesopischen) Helligkeitsbereich muss von Stäbchen- auf Zapfensehen „umgeschaltet“ werden.
Tübinger Forscher konnten nun HCN1-Ionenkanäle als Schlüsselkomponenten für den Signalfluss zwischen Stäbchen- und Zapfensystem identifizieren und deren Relevanz für die Verarbeitung und Weiterleitung des mesopischen Sehsignals durch Verkreuzung spezifischer genetisch modifizierter Mauslinien nachweisen.
Die neuen Erkenntnisse helfen, den Sehprozess auf Netzhautebene besser zu verstehen. Sie tragen auch dazu bei, Symptome von Patienten mit Netzhauterkrankungen, bei denen die Stäbchen-Zapfen-Kommunikation gestört ist, erklären zu können, und bilden eine Grundlage für potenzielle Behandlungsmöglichkeiten.
Literatur: Seeliger, M., et al.: Nature Comm. 2011; Online: DOI 10.1038/ncomms1540.
Dr. Bettina Hellwig / 11.11.2011, 11:15 Uhr
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