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Die Multiple Sklerose und die akute disseminierte Enzephalomyelitis basieren laut aktuellen Forschungsergebnissen auf unterschiedlichen immunologischen Profilen. (Foto: Alexander Raths - Fotolia.com)

Die Multiple Sklerose und die akute disseminierte Enzephalomyelitis basieren laut aktuellen Forschungsergebnissen auf unterschiedlichen immunologischen Profilen. (Foto: Alexander Raths - Fotolia.com)

Multiple Sklerose

Antikörper gegen Myelin können Verlauf anzeigen

München - Forscher des Krankheitsbezogenen Kompetenznetzes Multiple Sklerose (KKNMS) haben den Nachweis erbracht, dass die Multiple Sklerose (MS) und die akute disseminierte Enzephalomyelitis (ADEM) auf unterschiedlichen immunologischen Profilen basieren.

Eine akut auftretende Entmarkungskrankheit bei Kindern kann der erste Schub einer Multiplen Sklerose sein oder es kann sich um eine ADEM handeln, zu der in der Regel keine weiteren Schübe gehören.

Die Wissenschaftler haben das Blut von Kindern mit ADEM und MS in regelmäßigen Abständen über durchschnittlich 44 Monate hinweg auf Antikörper gegen das Myelin-Oligodendrozyten-Glykoprotein (MOG) untersucht. Die Antikörper gegen MOG fielen im Blut von Kindern mit ADEM sehr schnell ab und waren vielfach nach rund zwölf Monaten nicht mehr nachweisbar. Bei Kindern mit Multipler Sklerose hingegen waren sie kontinuierlich vorhanden und stiegen im Krankheitsverlauf teilweise sogar wieder an.

Das Myelin-Oligodendrozyten-Glykoprotein sitzt am äußeren Rand der Myelinhülle der Nervenfasern im zentralen Nervensystem und ist daher idealer Kandidat für Autoantikörperangriffe, wie sie sich bei MS abspielen. In verschiedenen Tiermodellen konnte bereits nachgewiesen werden, dass Antikörper gegen MOG die Myelinhülle zerstören können. Der zeitliche Verlauf von MOG-Antikörpern scheint außerdem bei Kindern ein geeigneter Prognosefaktor dafür zu sein, ob sich eine chronische Demyelinisierung des ZNS manifestiert.

Zu Vergleichszwecken haben die Forscher auch Blutproben von erwachsenen MS-Patienten untersucht. Nur bei 6 % der Probanden waren MOG-Antikörper in sehr niedriger Konzentration nachweisbar (bei Kindern: 25%). Bleiben die Antikörper auch im Erwachsenenalter erhalten, könnte das Konsequenzen für die MS-Therapie haben. Eventuell müsste sie bei diesen Patienten eher auf B-Zellen ausgerichtet sein.

Literatur. Pröbstel, A. K., et al.: Neurology 2011, Online DOI 10.1212/WNL.0b013e318228c0b1.

Dr. Bettina Hellwig / 06.11.2011, 10:32 Uhr

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