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(Foto: Schweizerische Brotinformation)

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Dänemark

Weltweit erste Fettsteuer auf Lebensmittel

Kopenhagen - Anfang Oktober hat Dänemark eine Steuer für Lebensmittel mit gesättigten Fettsäuren eingeführt. Das dänische Parlament hatte die Steuer bereits im März mit überwältigender Mehrheit beschlossen. Der Sinn der Steuer – weltweit die erste ihrer Art – liegt darin, die Einwohner zu einer gesünderen Ernährung zu motivieren.

Die Steuer wird nicht beim Verkauf der Lebensmittel im Einzelhandel erhoben, sondern beim Einkauf der Einzelhändler bzw. beim Einkauf der Produzenten, sofern es sich um Rohwaren zur Herstellung von Lebensmitteln handelt. Fettsteuerpflichtig sind – mit Ausnahme von Milch, Eiern und Fisch – alle Lebensmittel bzw. Lebensmittelrohwaren, die mehr als 2,3 Gewichtsprozent gesättigte Fettsäuren enthalten. Der Steuersatz beträgt 16 Kronen (ca. 2,10 Euro) je Kilogramm gesättigte Fettsäuren. Das wirkt sich vor allem auf Butter, die zu etwa 50 Gewichtsprozent aus gesättigten Fettsäuren wie Palmitinsäure, Stearinsäure, Myristinsäure und Buttersäure besteht, und ihr Ausgangsprodukt Sahne aus. Bei Butter haben die Dänen deshalb im September Hamsterkäufe getätigt; ebenso war die Nachfrage nach Mürbeteig-Tortenböden sprunghaft gestiegen.

Es liegt im Ermessen der Lebensmittelproduzenten und Einzelhändler, wie sie ihre gestiegenen Unkosten an die Kunden weitergeben. Fleischwaren, die teilweise viel „verstecktes“ Fett enthalten, dürften durch die neue Steuer um etwa drei Prozent teurer geworden sein. Kritiker meinen, diese Preissteigerung sei zu niedrig, um die Ernährungsgewohnheiten der Bevölkerung zu verändern. Andererseits besteht hier kein Handlungsbedarf, denn der Anteil übergewichtiger Menschen liegt in Dänemark deutlich unter dem europäischen Durchschnitt. Möglicherweise hat die Steuer auf Süßigkeiten, die es schon länger in Dänemark gibt, dazu beigetragen.

Dr. Wolfgang Caesar / 06.10.2011, 12:09 Uhr

Kommentare:

Apatsche sagt:
07.10.2011 12:25

Eine Fettsteuer auf Lebensmittelrohstoffe mit zuvielen gesättigten Fettsäuren? Das bedeutet im Gegenzug, durch legislativ erzeugten Kostendruck auf natürliche Lebensmittel: Die artifiziellen, unnatürlichen Fette in Margarine und anderen Kunst-Streichfetten werden per Gesetz bevorzugt und begünstigt. Diese Begünstigung gilt dann wohl auch für Trans-Fettsäuren, die in ihrer Mehrzahl schädlich für den Menschen sind (nach allem , was wir bisher wissen) oder deren Auswirkung auf den Human-Metabolismus unerforscht sind.

Die natürlichen, animalischen Fettsäuren-Muster der Kuhmilch werden per Gesetz schlechtgemacht. Stattdessen wird der Industriemüll der Lebensmittel-Giganten als Heilweg angesehen.

Dies weltweite Ernährungsforschung hat trotz mehr...

J. Barth sagt:
07.10.2011 07:19

Bis 1992 war Zucker auch besteuert - in der BRD. Hat das irgendjemanden davon abgehalten sich im Übermaß damit abzusättigen und ungesunder Weise sein Gewicht zu steigern? M.E. ein weiteres, staatliches cash-&-carry tool

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