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Wer bekommt was vom Arzneimittel-Kuchen? (Foto: HAV)
Arzneimittel-Preise
Das Sahnehäubchen für die Industrie
Offenbach/Mainz - Die Apothekerverbände von Hessen und Rheinland-Pfalz wollen mit einer Kampagne mit dem Vorurteil aufräumen, dass die Apotheken einen Großteil des Arzneimittelpreises einkassieren. Mit Plakaten, Handzetteln und Infos an den Kassenterminals klären sie auf, welcher Anteil in den verschiedenen Kanälen landet.
Anhand eines Törtchens wird dargestellt, dass sich bei einem Arzneimittelpreis von 100 Euro sich die Pharmaindustrie das „Sahnestück“ in Höhe von 69,55 Euro einverleibt. Die „leckeren Früchte“ nimmt der Staat in Form der Mehrwertsteuer mit knapp 16,00 Euro zu sich. Den Apotheken verbleibt mit 10,31 Euro lediglich der Boden des Törtchens, unter dem dann nur noch der pharmazeutische Großhandel zu finden ist.
„Wir werden mit der Aktion sicher nicht das geflügelte Wort von den sprichwörtlichen Apothekenpreisen ausrotten können. Wir möchten aber dadurch mit den völlig falschen Vorstellungen über den Apothekenanteil am Arzneimittelpreis bei der Bevölkerung aufräumen“, erklärt die Pressesprecherin der beiden Apothekerverbände, Kirsten Müller-Kuhl. „Für ein Zehntel
des Arzneimittelpreises erbringen die Apotheken das Gros der Leistungen: Sie beraten, bestellen, lagern, fertigen Rezepturarzneimittel, liefern teilweise nach Hause und leisten Nacht- und Notdienst“. Dafür erhielten sie weniger als der Staat, der seinerseits gar nichts hierfür leisten müsse.

Kirsten Sucker-Sket / 27.04.2011, 11:39 Uhr
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Winfried Meyer sagt:
29.04.2011 19:09für Herrn Rainer Hefter einen
http://www.kurts-smilies.de/applaus
Rainer Hefter sagt:
29.04.2011 07:28Das ist doch nur peinlich. Da wird doch nichts ernsthaft erklärt, sondern eigentlich nur wieder mal rumgejammert und gegen die Hersteller gestänkert. Bin gespannt, wann deren Steine in unsere Schaufenster fliegen.
Der DAV-Ehrenchef Herr Keller denkt anscheinend, Politiker wüssten nichts von unseren Rabatten, PKV-Geschäften und so weiter. Hoffentlich werden die Kollegen, die am HV diese Grafik präsentieren, auch glaubhaft erklären können, wie die Zahlen wirklich zustande kommen. Das ganze ist typisch apothekerlich: rückwärtsgewandt.
Mit ist wichtiger, dass wir gemeinsam mit den Ärzten neue Leistungen und neue Honorare hinbekommen.
Hubert Nagel sagt:
28.04.2011 19:24Noch eine Anmerkung zum Kommentar von Herrn Rose.
Wer zahlt die Herstellung und Forschung für die Arzneimittel, doch auch die Industrie. Diese Kosten müßte man gerechterweise auch noch abziehen.
Sonst bleibt wieder nurdas altbekannte Spiel "Schuld sind immer die Anderen"
Gilbert Lassotta sagt:
28.04.2011 18:53Der Verdienst wird nicht in % ausgedrückt sondern in Euro. Und nur das ist wichtig. Deshalb interessiert mich die ganze Disskussion nicht.
Gunnar Müller sagt:
28.04.2011 11:09Die aus meiner Sicht beste Darstellung und Umsetzung der Problematik seit langem!
Es geht ja nicht um ein "100 EURO-Arzneimittel" sondern um "unseren" Anteil am "Arzneimittel-gesamt-Umsatz" (GKV??).
Übrigens: Bei der ABDA-zdf-Darstellung für 2009 liegt der Apotheken-Anteil (GKV !; mit oder ohne Rabatt?? 1,75 Euro oder 2,05??) noch bei 14,90 .........
Aber wieso nur in Hessen/Rhlpflz.??
Hätte in Lippe auch gerne solche Plakate und Flyer, "liebe" ABDA, "lieber" AVWL ...................... !!
Olaf Rose sagt:
28.04.2011 10:17Ich mache die Rechnung so:
Da sind nämlich noch die Krankenkassen dabei, die verdienen ja nun bekanntlich:
-16% Zwangsrabatt der Industrie
-10+X% durch Rabattvertrag
-2,05 € durch Apothekenzwangsrabatt
-Y% durch Retaxationen, Importquoten-Strafzahlungen, etc.
X+Y müsste der Verband jeweils abschätzen und kalkulieren können. Dadurch wird das Bild nicht wesentlich komplizierter, aber der Teil der Industrie wird massiv kleiner (so, wie jetzt ist der Zettel total unfair zum Hersteller...), nur die KK wird als weitere Schicht hinzugefügt, und bei der Apotheke kommt dann auch realistisch weniger an, ca. 8,50 € (9 €-Y)
Netzgärtner sagt:
28.04.2011 10:07Mich deucht, dass die beiden Kommentierenden vom 27. April noch nichts von einer Prozent-Rechnung gehört haben . . .
By the way:
Warum gibt es eigentlich so viele Apotheken in Deutschland?
Könnte es sein, daß der Bodensatz von 10 % für die Apotheker immer noch mehr als genug ist?
Manfred Schmidt sagt:
28.04.2011 07:50Wäre prima, wenn immer zehn Prozent oder ein Zehntel in meiner Apotheke blieben. Genau die bleiben nämlich nicht in meiner Apotheke, sondern wandern an Mitarbeiter, Vermieter, Finanzamt usw.
Typisch Verband...
DFA sagt:
27.04.2011 22:20Bärendienst für die Apotheke!!!!!! Die billigsten sind ja wohl demnach die Großhändler - und die holen sich von unseren paar Euros noch genug über Tricks zurück. Und was ist mit den Zwangsabschlägen an die Kranken Kassen???
Das ist doch mal wieder nur ne Jammeridee, um die Mitgliederseele zu streicheln. Unseren Kunden ist das geal. Der Politik sowieso.
Monika Demers-Hoefele sagt:
27.04.2011 22:01Ja, die Absicht ist gut und das Plakat ist auch sehr ansprechend gemacht, aber warum gerade 100€? Der Schuss könnte nach hinten losgehen, wenn einem Journalisten gesteckt wird, dass der Durchschnittspreis eines RX-Am zu Lasten der GKV knapp unter 40€ liegt -
da sehen die Relationen ganz anders aus.
Aber man könnte doch eine andere Schichttorte backen: man nehme als Tortenhöhe die Gesamt-Kosten der GKV, und dann wird man sehen, dass der Boden, die Wertschöpfung der Apotheken, noch viel dünner ausfallen wird - der Großhandel hat da nur noch die Dicke des Papier- Spitzendeckchens untendrunter.
In jedem Fall ist es richtig, mit der Mär von der Apotheke als Kostentreiber aufzuräumen - wenn die Presse das nicht tun darf/will, dann wird es Zeit, dass wir es tun!