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Jugendliche werden durch Tabakwerbung zum Rauchen verführt - dies wurde jetzt erstmals in einer Studie dargelegt. (Foto: DAK/Wigger)

DAK-Studie

Zigarettenwerbung treibt Jugendliche in die Sucht

Kiel - Viele Raucherkarrieren starten bereits in der Kindheit oder Jugend. Mitschuld daran trägt die Tabakwerbung: Je mehr Zigarettenwerbung Jugendliche sehen, desto stärker ist ihr Bedürfnis zu rauchen. Das ergab eine Studie des Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) in Kiel und der DAK. Die Ergebnisse wurden jetzt im American Journal of Preventive Medicine veröffentlicht.

"Ganz bewusst setzt die Tabakindustrie auf Motive, die Jugendliche anspricht“, kritisiert Ralf Kremer, Präventionsexperte der DAK. „Der Flirt beginnt mit dem Angebot einer Zigarette oder junge Leute sitzen in fröhlicher Runde zusammen und rauchen. Der ‚Marlboro man’ signalisiert Freiheit, Abenteuer und Unabhängigkeit.“ Dabei werde Rauchen bei Jugendlichen besonders schnell zum Gegenteil: Abhängigkeit. Bereits nach vier Wochen gelegentlichen Rauchens leiden Jugendliche unter Entzugserscheinungen wie Nervosität, Unruhe und Gereiztheit, so heißt es in der DAZ-Pressemitteilung.

Unter Leitung von Privatdozent Reiner Hanewinkel vom IFT-Nord beobachteten die Kieler Wissenschaftler das Verhalten von rund 3.400 Schülern im Alter zwischen 10 und 17 Jahren. Sie legten den Kindern und Jugendlichen Werbung von sechs Zigarettenmarken und acht anderen Produkten (zum Beispiel Süßigkeiten und Mobilfunk) vor – ohne erkennbare Marke. Die Schüler sollten berichten, wie oft ihnen eine Werbung bereits begegnet ist, und ob sie sich an den Markennamen erinnern.

Hoher Werbekontakt verführt zum Rauchen

Die Ergebnisse waren alarmierend: Je besser die Kinder und Jugendlichen Zigarettenwerbung wiedererkannten und sogar den Markennamen nennen konnten, desto weniger abgeneigt waren sie gegenüber dem Rauchen. So haben in der Gruppe mit hohem Werbekontakt doppelt so viele Schüler schon einmal geraucht wie in der Gruppe mit niedrigem Werbekontakt. Die Anzahl der aktuellen Raucher lag sogar dreimal so hoch. Schüler, die zwar noch nie geraucht, aber schon viel Zigarettenwerbung gesehen hatten, würden bei Gelegenheit eher einmal probieren wollen als Schüler mit geringem Werbekontakt. Die Werbemotive für andere Produkte beeinflussten dagegen nicht das Rauchverhalten der Jugendlichen.

„Erfreulicherweise hat sich seit 2001 die Anzahl der jugendlichen Raucher fast halbiert. Aber noch immer greift mehr als jeder siebte Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren regelmäßig zur Zigarette“, sagt Studienleiter Reiner Hanewinkel.

DAZ.online / 02.03.2010, 10:29 Uhr

 

 

 

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