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Die Hälfte der Erwerbstätigen leidet unter Ein- und Durchschlafproblemen. (Foto: DAZ/Wigge)

DAK-Gesundheitsreport

Schlafstörungen bleiben meist unbehandelt

Berlin - Dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport zufolge plagen sich rund die Hälfte der erwerbstätigen Bundesbürger mit zumindest gelegentlichen Schlafstörungen. Ärztlich Hilfe nehmen jedoch die wenigsten Betroffenen in Anspruch.

Für den Gesundheitsreport hat die DAK die Krankschreibungen von 2,5 Millionen erwerbstätigen Mitgliedern mit Hilfe des Berliner IGES Instituts ausgewertet. Zudem wurde zum Thema Schlafstörungen eine telefonische Befragung von 3000 Beschäftigten im Alter zwischen 35 und 65 Jahren durchgeführt. 28 Prozent von ihnen berichteten „manchmal“ Schlafprobleme zu haben, bei 21 Prozent treten sie „häufiger“ auf. Umgerechnet auf die erwerbstätige Bevölkerung sind das rund 20 Millionen Personen. Besonders belastet sind knapp zehn Prozent, die schwere Schlafstörungen haben: In dieser Gruppe schlafen bis zu vier Millionen Berufstätige mehr als dreimal pro Woche schlecht. Dabei nehmen die Schlafschwierigkeiten mit steigendem Alter kontinuierlich zu. Als Ursache für ihre Ein- und Durchschlafprobleme nannten 40 Prozent der Befragten Stress und Belastungen. Dazu gehörten auch Konflikte im Job, die sich angesichts der Wirtschaftskrise verstärkt haben. Jeder Vierte grübelt nachts über Ängste und Sorgen. Schichtarbeit und Jobs nach 20 Uhr plagen jeden Fünften bei der Nachtruhe. Als weitere Ursachen für einen gestörten Schlaf nannten die Befragten Schmerzen sowie Lärm.

Ärztlich behandeln oder gar krankschreiben lassen sich jedoch die wenigsten. Lediglich bei zwei bis drei von 100 Beschäftigten waren die Schlafstörungen so stark, dass sie zur Krankschreibung führten. Knapp 10 Prozent der Befragten mit Schlafproblemen nahmen in letzten drei Monaten Schlafmittel ein – 5 Prozent mindestens einmal pro Woche, 6 Prozent länger als ein Jahr. Dabei waren 43 Prozent der Schlafmittel ärztlich verordnet, 26 Prozent wurden im Wege der Selbstmedikation bezogen. Die Analyse der Verordnungsdaten zu Schlafmitteln (Benzodiazepine, Benzodiazepin-Agonisten, sedierende Antidepressiva und Alkoholderivate) zeigt, dass Patienten mit steigendem Alter die Schlafmittel über einen längeren Zeitraum als empfohlen verschrieben werden. Eine leitlinienkonforme Kurzzeittherapie erhielten innerhalb des Untersuchungszeitraumes von einem Quartal 91 Prozent der 20 bis 24-jährigen Patienten, bei den 60 bis 65-jährigen Patienten bekamen dagegen nur noch 56 Prozent die Medikamente entsprechend der empfohlenen Dauer. Über alle Altersgruppen hinweg erhielten knapp 14 Prozent der DAK-Versicherten, die die einschlägigen Medikamente einnehmen, eine Dauerverordnung.

Kirsten Sucker-Sket / 09.02.2010, 13:17 Uhr

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