Zukunft der Pharmazie an Uni Leipzig

Alles neu macht.. die neue Landesregierung?

Berlin - 16.04.2014, 16:04 Uhr


Ende August wird in Sachsen ein neuer Landtag gewählt. Ein Funken Hoffnung besteht also, dass die neue Regierung die Sparpläne im Hochschulbereich überdenkt. Die Landesrektorenkonferenz will bereits den Wahlkampf nutzen und hat Wahlprüfsteine zur Zukunft des Hochschulstandorts Sachsen verschickt – indirekt geht es dabei auch um die geplante Schließung des Pharmazeutischen Instituts der Universität Leipzig.

Über 1000 Stellen will der Freistaat Sachsen bis 2020 an seinen Hochschulen einsparen, so hat es der Landtag beschlossen. Rund ein Fünftel davon muss die Universität Leipzig schultern. Die dortige Universitätsleitung beschloss daher Ende 2011, das Pharmazeutische Institut zu schließen. Anfang 2014 folgte der Beschluss zur Schließung der Archäologie und der Theaterwissenschaften. „Wir versuchen, unsere Stärken auszubauen“, erklärt Schücking im Interview – also nur das aufzugeben, was nicht die Substanz der Uni ausmache. Das sei aber schwierig, beispielsweise weil manche Fächer zur Lehrerausbildung gehörten. Zudem soll es keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Obwohl die Pharmazie nicht entbehrlich sei, könne auf sie „noch am ehesten“ verzichtet werden.

Derzeit gibt es eine Pattsituation: Das Sächsische Wissenschaftsministerium hat den Schließungsplänen zugestimmt, doch das Sächsische Sozialministerium – dessen Einvernehmen dafür erforderlich wäre – hat sein Veto eingelegt. Solange es keine Entscheidung auf politischer Ebene gibt, muss die Universität den Studiengang weiterführen. Freigewordene Stellen am Institut bleiben aber unbesetzt – und die Studienplätze für Pharmazie wurden zum Wintersemester 2012/13 von 45 auf 36 reduziert. Im kommenden Wintersemester wird die Universität nach Angaben ihres Sprechers ebenfalls 36 Studienplätze anbieten. Bis zur Wahl im August dürfte es wohl keine endgültige Entscheidung zur Zukunft der Pharmazie in Leipzig geben. Und wie sich die neue Landesregierung verhalten wird, muss ebenfalls abgewartet werden.

Indessen hat die Landesrektorenkonferenz Wahlprüfsteine mit 17 Fragen zur Zukunft des Hochschulstandorts Sachsen an Landespolitiker geschickt. „Wir wollen einen Beitrag zur öffentlichen Debatte um die Hochschullandschaft leisten, indem wir die Parteien befragen und ihre Positionen themenbezogen im direkten Vergleich präsentieren“, erklärt Schücking. Gleich in der ersten Frage heißt es: „Sind Sie bereit, einen leistungsstarken Wissenschaftsstandort Sachsen zu erhalten und den Streichungsbeschluss des Sächsischen Landtages mit den bis 2020 wegfallenden 1042 Stellen zu revidieren?“ Die Antworten sollen deutlich machen, wie sich die Landespolitiker dazu positionieren.


Juliane Ziegler