Sie sind hier: Tagesnews-Politik > News

Politik

Die Abschaffung der Praxisgebühr ist überfällig“, sagte Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks, Hamburg. (Foto: pix4U, Fotolia.com)

Die Abschaffung der Praxisgebühr ist überfällig“, sagte Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks, Hamburg. (Foto: pix4U, Fotolia.com)

Gesundheitsministerkonferenz

Hamburg will Praxisgebühr zu Fall bringen

Hamburg - Bei der Gesundheitsministerkonferenz will Hamburg einen Beschluss für die Abschaffung der Praxisgebühr erreichen. „Die Praxisgebühr hat sich als Steuerungsinstrument ärztlicher Inanspruchnahme nicht bewährt, die Abschaffung ist überfällig“, sagte Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) dem „Hamburger Abendblatt“ (Mittwoch, 27. 6.).

In einem von der Hansestadt gestellten Antrag für die Konferenz heißt es, trotz der Praxisgebühr sei die Zahl der Behandlungsfälle von rund 473 Millionen im Jahr 2004 auf 564 Millionen (2009) gestiegen. Die Gesundheitsminister der Länder kommen an diesem Mittwoch und Donnerstag in Saarbrücken zusammen.

„Auch konnte bisher die Sorge nicht ausgeräumt werden, dass die Praxisgebühr bei Personen mit geringem Einkommen einer medizinisch unvertretbaren Nichtinanspruchnahme führt“, heißt es weiter. Damit der Beschluss zustande kommt, müssen mindestens 13 Minister für den Antrag stimmen.

Nach Informationen der Zeitung haben sich 11 der 16 Bundesländer positiv zu einer Abschaffung der Praxisgebühr geäußert. Dem Antrag nicht zustimmen wollen demnach jedoch Berlin, Bayern, Niedersachsen, das Saarland und Sachsen. „Ich hoffe, dass sich auch einige CDU-regierte Länder, die das bisher anders gesehen haben, noch zur Zustimmung entschließen“, sagte Prüfer-Storcks der Zeitung.

Die SPD-Politikerin nannte auch bürokratischen Aufwand als Argument gegen die Praxisgebühr. „Alleine dadurch, dass Bürokratie und das aufwendige nachträgliche Eintreiben ausstehender Beiträge wegfallen, würden bereits Kosten gespart.“

dpa / 27.06.2012, 12:48 Uhr

Kommentare:

Apotheker81 sagt:
27.06.2012 13:40

Die Ärzte haben - völlig zu Recht - keine Lust mehr kostenloses Inkasso für die Krankenkassen zu betreiben. Zusätzlich hat sich diese Regelung als nicht zielführend herausgestellt, auch wenn ich persönlich meine, dass es hier nur einer Reform hin zu Gebühr/Arztbesuch (5EUR? bei gleicher Härtefall- und Chronikerregelung).

Der Punkt ist: Die Ärzte wollten das nicht mehr und - siehe da - die Praxisgebühr wird demnächst wohl verschwinden!

Die Apotheker werden schön weiterhin kostenlos Inkasso leisten, aufwendige Datenerhebung der Rechenzentren VOLL finanzieren, auf NULL retaxiert und natürlich weiterhin tagtäglich den Frust von rabattvertragsgeschädigten Patienten auf sich ziehen!

Man haben wir eine starke Lobby, wir Monopolisten!

Hermann Eiken sagt:
27.06.2012 13:17

..... wenn die Praxisgebühr abgeschafft wird, dann sollten auch andere Zuzahlungen, wie die Medikamentenzuzahlungen in den Apotheken abgeschafft werden. Die 2 bzw. 1% -regelung ist dann noch schwerer zu erreichen.-- Oder soll auch die sozialverträglicher abgesenkt werden? Das müsste dann doch die Konsequenz sein!!!

Kommentar abgeben:

Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz

 

 

Sie können die News auch als RSS-Feed abonnieren:

 

RSS-Feed Tagesnews Alle

RSS-Feed Tagesnews Politik

Hier finden Sie weitere Informationen zum RSS-Feed der DAZ.online.

Aktuelle Ausgabe

Seminarangebot

Rezeptur – effizient und praxisnah

 

Wie Sie sich und Ihren Mitarbeitern die Herstellung und Dokumentation von Rezepturen nach neuer ApBetrO erleichtern!

Mehr...

Seminarangebot

Laborprogramm für Apotheken

 

Dieses Seminar stellt Ihnen die Möglichkeiten der elektronischen Prüf- und Herstelldokumentation vor.

Mehr...