Sie sind hier: Tagesnews-Politik > News

Politik

Die SPD will die Herstellung von Medizinprodukten besser überwacht wissen.

Die SPD will die Herstellung von Medizinprodukten besser überwacht wissen.

Medizinprodukte

SPD für mehr Patientensicherheit

Berlin - Medizinprodukte müssen funktionsfähig und sicher sein. Das fordert die SPD-Fraktion als Konsequenz des Brustimplantate-Skandals in einem Antrag, der am heutigen Donnerstag in erster Lesung im Bundestag beraten werden soll. Um für mehr Patientensicherheit beim Einsatz von Medizinprodukten zu sorgen, fordert sie von der Bundesregierung unter anderem die Einführung eines europaweit einheitlichen Zulassungsverfahrens für bestimmte Medizinprodukte.

Dieses europaweit einheitliche Verfahren soll für die Zulassung von Medizinprodukten der Risikoklassen IIb und III gelten (erhöhtes und hohes Gefahrenpotenzial). Schließlich könnten sich Patienten bei einem neuen Arzneimittel auch darauf verlassen, dass Risiken und Nutzen bei der Zulassung in klinischen Studien belegt wurden. Dagegen müssten die Hersteller von Medizinprodukten lediglich freiwillige Selbsterklärungen abgeben, damit sie ein CE-Zertifikat für ihr Produkt bekämen und es in Verkehr bringen dürften.

Neben der Regulierung des Marktzugangs setzen sich die Sozialdemokraten auch für eine wirksamere Überwachung des Herstellungsprozesses ein. Zuständige Stellen, so die Forderung der SPD, sollten bereits auf dem Markt befindliche Medizinprodukte bei Stichprobenziehungen mit den Baumustern vergleichen. Diese Kontrollen sollen regelmäßig und unangekündigt stattfinden – genau wie Stichproben von Medizinprodukten aus dem Produktionsprozess.

In ihrem Antrag fordert die Fraktion zudem, Hersteller von Medizinprodukten der oben genannten Risikoklassen dazu zu verpflichten, eine Haftpflichtversicherung abzuschließen – analog zur KFZ-Haftpflicht. Im Fall eines Schadens würden betroffene Patienten so in vollem Umfang entschädigt. Für die Fälle, in denen weder Hersteller noch Haftpflichtversicherung den Schaden begleicht, soll ein Entschädigungsfonds – finanziert durch Beiträge der Haftpflichtversicherer – aushelfen.

 

Lesen Sie dazu auch:

Bundeskabinett beschließt MPGVwV: Optimierte Kontrolle von Medizinprodukten ab 2013

Juliane Ziegler / 14.06.2012, 11:20 Uhr

Kommentare:

Dr. Gert Schorn sagt:
15.06.2012 16:56

Die SPD-Fraktion sollte sich mal intensiv mit dem europäischen und deutschen Medizinprodukterechtsowie auch mit den einschlägigen anderen Rechtsvorschriften befassen. Für die Überwachung auch der Medizinrpodukte - nicht nur der Arzneimittel - sind die Bundesländer zuständig; in den anderen Staaten diese selbst. Zudem gibt es noch die Möglichkeit gegen Schwachstellen anderer Staaten vorzugehen. Ein Blick ins Recht ......
Aber es scheint öffentlichkeitswirksamer zu sein, anderen nachzuplappern und den Teufel an die Wand zu malen. Außerdem gibt es auch einschlägige Literatur wie Broschüren zur Einführung in das MP-Recht, einschlägige Komemntare und auch Experten. Nur die Mühe muss man sich machen: auch Parlamentarier.

Kommentar abgeben:

Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz

 

 

Sie können die News auch als RSS-Feed abonnieren:

 

RSS-Feed Tagesnews Alle

RSS-Feed Tagesnews Politik

Hier finden Sie weitere Informationen zum RSS-Feed der DAZ.online.

Aktuelle Ausgabe

Seminarangebot

Rezeptur – effizient und praxisnah

 

Wie Sie sich und Ihren Mitarbeitern die Herstellung und Dokumentation von Rezepturen nach neuer ApBetrO erleichtern!

Ein aktuelles Seminar beantwortet Ihre offenen Fragen. Melden Sie sich an!

Mehr...