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Heftige Debatten über die Wiederverwendung von Altarzneimitteln und den Umgangston von Apothekern in Internetforen. (Foto: DAZ Archiv)

Heftige Debatten über die Wiederverwendung von Altarzneimitteln und den Umgangston von Apothekern in Internetforen. (Foto: DAZ Archiv)

Altarzneimittel für Bedürftige

Spiegel online greift DAZ.online-Diskussion auf

Berlin - Die Diskussion um den Vorschlag von Gesundheitsminister Daniel Bahr, nicht verbrauchte Arzneimittel aus Pflegeheimen an Bedürftige auszugeben, schlägt hohe Wellen. So hoch, dass sogar Spiegel online diese Diskussion einen halben Tag lang zum Aufmacher auf seiner Startseite machte.

Was war geschehen? DAZ.online berichtete über den Vorstoß des Gesundheitsministers. Und zahlreiche Leserinnen und Leser begegneten diesem Vorschlag mit Kritik, auch an Minister Bahr. Bahr wiederum nahm die Gelegenheit wahr und äußerte sich selbst im DAZ.online-Diskussionsforum dazu.

Was negativ dabei auffiel: Ein zum Teil herber Umgangston und eine wenig freundliche  Ausdrucksweise einiger Einträge im Diskussionsforum, die Bahr, so sein Eintrag auf DAZ.online, „nur noch peinlich“ fand.

DAZ.online fragte bei der ABDA-Spitze nach, wie hier das Problem der Wiederverwendung von Altarzneimitteln und die laufende Debatte beurteilt werden. Das Statement von ABDA-Präsident Heinz-Günter Wolf zum rauen Ton und zur Sache: „Die in den Foren zu Tage tretenden Meinungen sind Äußerungen Einzelner. Sie vertreten nicht die deutsche Apothekerschaft. Ich würde mich freuen, wenn auch Unmut in einem vernünftigen Ton geäußert würde. Ansonsten gilt: Wir sind jederzeit bereit, mit dem Minister an konstruktiven und pragmatischen Lösungen zu arbeiten - natürlich auch in diesem Fall.“

Die „Berliner Zeitung“ hatte die Debatte auf DAZ.online bereits am Montag (23. April) auf Seite 1 aufgegriffen, indem sie in der Überschrift Meinungsäußerungen von Kommentatoren über den Gesundheitsminister zitierte, wie das „ahnungslose Gebrabbel“ eines „Wichtigtuers“, und meinte: „Der Vorfall wirft ein ungünstiges Licht auf die Apotheker.“

Am Dienstag, 24. April, legt nun Spiegel online nach. Die Startseite des Nachrichtendienstes machte auf mit der Überschrift „Apotheker ziehen über FDP-Minister Bahr her“. Die Online-Seite des Spiegel zitiert zahlreiche wenig rühmliche Kommentare von Apothekerinnen und Apotheker. „Auf der Internetseite der ‚DAZ’ wird rau debattiert“, schreibt Spiegel online.

Ähnlich heftig zur Sache geht es dann allerdings auch in den Kommentarspalten von Spiegel online. Hier finden sich dann viele Einträge, die die Ausgangsfrage, ob Altarzneimittel an Bedürftige ausgegeben werden sollen, diskutieren, die sich aber auch Gedanken machen über Apotheker, zum Teil mit Neid und Häme, und nicht immer Schmeichelhaftes über die Apotheker äußern.

 

Zum Weiterlesen:

Auf Spiegel online: „Apotheker ziehen über FDP-Minister Bahr her“

Auf DAZ.online: Bahr: Altarzneimittel könne für andere Patienten zur Verfügung stehen

Auf DAZ.online: Bahr diskutiert auf DAZ.online: Ich habe das rechtlich klären lassen

 

Peter Ditzel / 24.04.2012, 13:56 Uhr

Kommentare:

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Apotheker B sagt:
27.04.2012 00:24

Sehr geehrter Herr Anton G.,

zu aller erst;
bitte lesen Sie sich doch die allgemeinen Verhaltensregeln der DAZ.online-Redaktion durch und überlegen Sie sich,

1.) wen Sie im Moment, außer den angeblich "auf niedrigem Niveau und beleidigend argumentierenden" Kollegen, sonst noch diskreditieren....- na ?...,
die Redaktion.
Sie löscht Kommentare, sobald diese im Rahmen der Netiquette aus der Reihe tanzen. Und das macht die Redaktion bekanntermaßen auch wirklich. Folgere.

2.)ob Sie selbst diese Regeln einhalten.
(Trost,..meine eigene Orthographie lässt sicherlich vor einem der hiesigen Redakteure auch sehr zu Wünschen übrig.)

"Sie setzen sich mit denen gleich die es schlech machen"....

mehr...

Winfried Meyer sagt:
26.04.2012 15:02

Zwischenbemerkung :

bei allen (branchen)politischen INHALTLICHEN Zungenschlägen stört nicht nur mich-persönlich die schädliche Imagewirkung ausgerechnet in Form von refinanzierender politisch-kontraproduktiver Werbung .
1.)
http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/anzeige/2012/04/26/gefuellten-hv-aufsteller-bestellen-eine-edle-salzmuehle-gratis-erhalten/7044.html
2.)
http://www.apotheke-adhoc.de (LINDA-Dauerbanner)

Färben Verhaltensweisen im Geiz-ist-geil-Stil auf Zwischenhandelsebenen etwa nicht ab auf die Endverbraucher-/Patientenebene (Erwartungshaltung) ?

Apotheker81 sagt:
26.04.2012 12:21

@ junger apotheker (und Jean Blaireau)

Reflektiert man mal die gegenwärtige Stimmungs- und Nachrichtenlage der Apotheker (DAZ-Forum, Protestforen wie apothekerprotest.de, apotheke-adhoc, SpiegelOnline-Schelte(n) etc., komme ich (wie Sie?) zu folgender Erkenntnis:

1) Die Apothekerbasis brodelt bis zum Bersten. Jeder halbwegs intelligente Apotheker begreift spätestens seit Januar, dass nicht nur die wirtschaftliche Existenzgrundlage der Apotheken weg IST, sondern - und das ist wohl wesentlich schlimmer - der Beruf Apotheker (egal ob in Inhaber-Apotheken oder Ketten) MASSIV vom Aussterben bedroht ist.

2) Wir stehen mit 30 am Anfang unserer Apotheker-"Karriere" und werden von einer Kollegengeneration standespolitisch "vertreten", die in mehr...

Godam sagt:
26.04.2012 11:07

um den vorschlag von bahr ging es ja hier im forum von anfang an nicht, was ich einfach nur schade finde, da wir apotheker uns hier durchaus hätten einbringen können, wenn nicht sogar müssen.

der ansatz übrige medikamente, menschen zugängig zu machen, die sonst keine bekommen würden ist in meinen augen kein schlechter.
sicher gibt es da probleme, grenzen und risiken....
darüber hätte man hier wunderbar diskutieren können....schade.

Anton G sagt:
26.04.2012 10:42

Sehr geehrte Damen und Herren,
nachdem Form und Anlass ihrer Diskussion öffentlich gemacht wurden und die Möglichkeit besteht auch als nicht Apotheker zu sehen wie die Situstion sich auf Ihrer Plattform darstellt, erlauben Sie mir - letztlich als normaler Kunde und ohne politische Ambitionen - eine kleine Stellungnahme.

Ich hatte nun Gelegenheit einige Einträg zu lesen und kann Sie leider weder in der Form noch in der Sache verstehn.

Den Vorschlag von Herrn Bahr finde ich ganz pauschal mal nicht schlecht. Warum eine Vielzahl von Medikamenten entsorgen wenn man Sie an Patienten weitergeben kann, die sich diese so nicht leisten könnten?

Zur Form des Diskussion - natürlich wird überall anders auch auf niedrigem Niveau und beleidigend argumentiert bzw. persönlich mehr...

Winfried Meyer sagt:
26.04.2012 09:13

zu Apotheker-B am 26.04.2012, 02:33 h
"Apatsche, Jedamzik, p.b.,Apotheker 55, miwin, howy und viele mehr....
weiterso, wir müssen gehört werden."

@ Apotheker-B
inhaltlich stimme ich Ihnen zu, sogar in deren Wortwahl von den "Angegriffenen" zu respektieren wenn auch nicht zu akzeptieren ;
denn wer austeilt, muß auch einstecken können, "politisch" jedenfalls !
Doch die wesentlichste Voraussetzung für ein REALES beeinflussendes Gehörtwerden erfüllen nur die Wenigsten hiesiger Foristen, in Ihrer Aufzählung leider nur Frau Elisabeth Jedamzik. Denn sie bürgt mit Ihrem nachvollziehbaren Namen ebenso wie es MdB`s im Bundestag tun, unabhängig vom Inhalt oder Stil jeglicher Aussage/Posaune.
Sind Apotheker-e.K.s nun in mehr...

Elisabeth Jedamzik sagt:
26.04.2012 08:54

@ Thomas :
Peinlich ?
Wenn man aufrecht steht und seine Meinung kundtut? Und die Tatsachen dahinter belegbar und wahr sind?
Peinlich muss es doch für die Gegenseite sein... gebrochene Versprechen, Manipulationen, politisches Geschachere,("Nacht der Nächte" von Ulla und Horst: Zahnersatz gegen Versandhandel!)
Danke Apotheker 55! Wenn Wahrheit eine Beleidigung darstellt,dann ist jede Diskussion sinnlos.
Deshalb betrachte ich diese SPON-Debatte als angezettelt.
Die Ära der Leisetreter, Weichspüler, Duckmäuser, Schwanzeinzieher, Flüsterer und des Devotionalienhandels muss vorbei sein. Sie war erfolglos.
Danke für Ihren Beitrag, A. B.

Apotheker B sagt:
26.04.2012 02:33

Bravo Herr Ditzel, !!!


-ist das erste was mir zu diesen rasanten, mittlerweile vier Seiten einfällt(-die ich neben der Arbeit fast verpasst hätte).
Was für eine wunderbare Öffentlichkeit tut sich hier auf.

Es ist, wie auch immer die Sprache der Kollegen in der maßgeblichen oder auch unmaßgeblichen Öffentlichkeit gewertet werden, eine tolle Presse.

Wir werden gehört, -wir werden auch gerade wegen der angeblich verfehlten Wortwahl gehört und das ist G.U.T.,das ist sehr gut.

Danke für die Anregungen.

Und allen mit Animositäten gepuderten und weichgespülten Vorzeige-Akademikern
kann ich empfehlen, sich zum armen Philosophen ins Bett zu setzen und
ihre Aphorismen zu vollenden.
Mit dieser devoten Haltung steuern sie mehr...

zt sagt:
25.04.2012 19:49

Mir immer noch unverständlich ist wie man der Öffentlichkeit immer noch nicht vermittlen kann, dass ein mehr oder weniger an Apotheken nicht einen deut an der jetztigen Kostenstruktur der GKV ändern wird. Ungeachtet dessen scheint jeder zweite an das Mächrechn zu glauben an jeder Ecke gibts eine Apo da kann man also noch was sparen.

Weniger Tankstellen machen auch kein billigeres Benzin.
Weniger Konkurenz Apos im Umkreis führen wahrscheinlich eher zu einem Service und Öffnungszeiten Abbau.

Sollten Apothekenketten kommen, wird es vermutlich nach aktuellen Reglement für die Krankenkassen um ein vielfaches teurer. Bei einer Vertikalisierung der Vertriebswege werden die Preissteigerungen im Bereich Personal etc. einfach über die Kosten des Endproduktes weitergegeben. mehr...

sj sagt:
25.04.2012 19:34

Kanada ist auch gute Alternative

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