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Ulrike Flach: 2012 ist für Apotheken das Jahr der Konsolidierung. (Foto: www.ulrike-flach.de)

Ulrike Flach: 2012 ist für Apotheken das Jahr der Konsolidierung. (Foto: www.ulrike-flach.de)

Kooperationsgipfel 2012

Flach: ABDA muss verlässliche Zahlen zum Honorar liefern

München - Als Voraussetzung für Gespräche über eine Verbesserung des Apothekenhonorars hat die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium, Ulrike Flach, die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) aufgefordert, „verlässliche Daten“ über die wirtschaftliche Lage der Apotheken vorzulegen: „Die ABDA muss liefern, bevor die Verhandlungen beginnen.“

Flach forderte die ABDA auf, „zügig“ mit der Erhebung der Wirtschaftsdaten zu beginnen, und zeigte sich unzufrieden mit den im Sommer vom Deutschen Apothekerverband (DAV) vorgelegten Daten. „Diese Daten spiegeln nicht die Breite der wirtschaftlichen Lage der Apotheken wieder“, so Flach. Die Daten seien immer noch „nicht verlässlich“. Flach: „Damit sind wir nicht zufrieden.“ Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) stehe in engem Kontakt mit der ABDA.  
2012 werde sich an den Honoraren für die Apotheken nichts ändern, kündigte Flach an. Das angelaufene Jahr sei für die Apotheken ein „Jahr der Konsolidierung“. Das BMG rechne wieder mit einem wachsenden Arzneimittelmarkt.

Die Apothekerschaft solle das Jahr zur Vorbereitung auf die Verhandlung über den Apothekenabschlag 2012 nutzen. Das BMG stehe zu einer „fairen Lösung auf der Grundlage verlässlicher Daten“, so Flach. Weil die Konsequenzen der von der ABDA geforderten Honorarerhöhungen „weitreichend“ seien, seien „geprüfte Daten unerlässlich“. Finanzminister Wolfgang Schäuble sitze bei den Verhandlungen immer als 3. Kraft unsichtbar mit am Tisch. Auch daher gelte: „Bevor wir über Rabatte reden, müssen wir wissen, wie sich Kosten und Leistungen in Apotheken verhalten."

Verständnis zeigte Flach für den Ärger der Apotheker über ungerechtfertigte Retaxationen von Krankenkassen. Seit November hätten sich im BMG dazu die Beschwerden gehäuft. Das BMG habe daraufhin das Bundesversicherungsamt gebeten, alle Retaxationen rechtlich zu prüfen. Es gehe aber auch um Fairness im Umgang. Flach: „Ich fordere alle Krankenkassen auf, auf überzogene Retaxationen zu verzichten.“

Darüber habe sie vor der Jahreswende ein Gespräch mit dem BKK-Bundesverband geführt und dafür plädiert, dass die Partner der Selbstverwaltung das Problem in eigener Verantwortung lösen müssten. Das BMG beobachte diese Entwicklung genau: „Seit Januar hat es keine neuen Klagen über Retaxationen gegeben“, sagte Flach.

Zur Eile drängte Flach auch bei der Umsetzung des ABDA/KBV-Konzepts. „Ich sehe mit leichtem Missvergnügen, dass einige Kassenärztliche Vereinigungen, aber auch Apotheker erklärt haben, dass sie dieses Modell nie in Angriff nehmen werden“. Der Vorschlag sei aus der Selbstverwaltung an die Politik herangetragen worden. Flach: „Wir haben ihn gegen Widerstände durchgesetzt. Ich wäre Ihnen mehr als dankbar, wenn da etwas mehr Schwung hineinkäme.“

Lothar Klein / 02.02.2012, 14:00 Uhr

Kommentare:

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Apotheker E sagt:
06.02.2012 09:30

Die Tatsache, dass valide Zahlen zu liefern sind, ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Hier ist der DAV gefordert. Das Thema Retaxation muss m.E. in den Lieferverträgen bzw. im Rahmenvertrag gelöst werden. Hier sind ebenfalls DAV bzw. die LAVs gefordert.

Apothekerin sagt:
03.02.2012 16:31

Ach ja!
Man studiere die Webseite des BMG, erfahre, wer uns regiert und man wundert sich nicht mehr! Eine naturwissenschaftliche, medizinische Ausbildung hat hier keiner: Frau Flach ist Diplomübersetzerin, Herr Bahr (Abi 1996 --da standen viele von uns schon lange in der Apotheke) und Staatssekretär Ilco haben Volkswirtschaft studiert, die dritte Staatssekretärin Frau Widmann-Mauz ist Politik- u. Rechtswissenschaftlerin.

Apotheker NRW sagt:
02.02.2012 21:25

Hinweis: Der Kommentar wurde wegen Verstoßes gegen unsere Netiquette entfernt.
DAZ.online-Redaktion

c.p sagt:
02.02.2012 21:06

sind das nicht die Politiker die 80% der Kollegen und Kolleginnen jedes mal mit grosser Begeisterung wählen und wählen werden? Na bitte warum beklagen wir uns nun???

Sven Larisch sagt:
02.02.2012 19:50

Welche Zahlen hääte denn Frau Flach gerne? Ich bin froh , wie einige Kollegen meine Mitarbeiter bezahlen zu können. Ich trage immer noch meine Kredite ab, gebe mir weniger Arbeitgeberlohn als meine Approbierte bekommt, habe keinen Urlaub in 2011 gemacht ( und werde wohl auch keinen 2012 machen), habe keine festen Pausenzeiten und gereglete Arbeitszeit *lach* Noch macht mir das Arbeiten Spaß, aber ich will das auch nicht mit ständigen Nullrunden machen.
Die Raumkosten steigen ständig (auch Strom, Wasser, Heizung), Personalkosten etc. dafür werden die Rabatte beschnitten bis es nicht mehr geht und der GKV Lobby reingeschoben. Wir stehen am Kunden Mund reden uns den Mund fuselig (Rabattverträge, Importquote und noch mehr) und "bekommen" dafür seit Jahren keinen Cent mehr. Niemand blickt mehr...

sj sagt:
02.02.2012 19:15

wer liefert unverlässliche Zahlen?wenn dann eher GKV .die Kranken Kassen werden 11 milliarden € im Jahr 2011 fehlen,was haben die jetzt? 5 milliarden € Überschuß.Nur zu Ihre Info Frau Flach.


VV

Gunnar Müller / Detmold sagt:
02.02.2012 19:07

Falsch,
das Jahr der Herausforderungen ist 2012 !

Denn jetzt drehen wir den Spieß um !

333 Tage und den Rest von heute www.apothekerprotest.de
(Wo Apotheker sich nicht länger für dummm verkaufen lassen ........)

Bernd Küsgens sagt:
02.02.2012 18:26

Zu den zu liefernden Zahlen.
Vor Jahren habe ich meine Bilanz dem Ministerium über Ulla Schmidt zugeleitet.
Kommentar: die sind gefälscht!!
Werde Frau flach die Zahlen von Hüsgen aus der letzten Montags-DAZ zukommen lassen. Bin gespannt was jetzt wieder gefälscht ist.
Zusamenfassend: Solange die Apotheken für die Belieferung von RX Medikamenten keine Kostendeckung und GEWINNZUSCHLAG bekommen, ist alles Gerede von Konsolidierung geschätz

Günter sagt:
02.02.2012 17:56

Mit was bitte sollen sich Apotheken nach AMNOG 2 noch konsolidieren? Mit wenig bis nichts?! Das ist Zynismus pur!

Einen Trost haben wir: Nach der nächsten Wahl darf sich die FDP in einer Endlosschleife konsolidieren, spätestens dann wird sie merken, daß das ohne Substanz aber gar nicht geht.

Peter K. sagt:
02.02.2012 16:57

Sie können doch von der mehr Netto von Brutto-Partei nicht erwarten, daß sie zwischen Umsatz, Gewinn und Rohertrag differenzieren kann. Bei Frau Flach ist der Name Programm, ansonsten ist Ihr Verhalten nicht zur erklären (Das Jahr der Konsolidierung!). Wenn es nicht so traurig wäre, könnte ich mich krümmen vor lachen!!!

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