Sie sind hier: Tagesnews-Politik > News
Politik

„Auf Droge“ überschreibt der „Spiegel“ in seiner neuesten Ausgabe (Nr. 4 vom 23. Januar 2012) seinen Bericht über die Klientelpolitik der FDP für Ärzte, Zahnärzte und Apotheker. (Foto: DAZ/diz)
Im neuen Spiegel
„Klientelpolitik“ und „Goldgrube“
Berln - Das ABDA/KBV-Modell könnte zu einer wahren Goldgrube werden, mutmaßt der „Spiegel“ in seiner neuesten Ausgabe vom 23. Januar im Zusammenhang mit einer "Klientelpolitik" Gesundheitsministers Daniel Bahr.
Und: „Den Medizinern geht es finanziell so gut wie lange nicht mehr“, so das Magazin weiter, „FDP-Mann Bahr ist der spendabelste Minister, den die Branche je erlebt hat.“ Nach Darstellung des Magazins schwimmt das Gesundheitssystem dank hoher Beiträge und niedriger Arbeitslosigkeit in Geld.
Aber an eine Entlastung der Beitragszahler wolle Bahr nicht denken, das Geld sei für Wichtigeres eingeplant. Der Spiegel: „Bahr baucht die Milliarden, um die klassische FDP-Klientel der niedergelassenen Ärzte, Zahnärzte und Apotheker weiterhin positiv zu stimmen. Für den Minister, dessen Partei in Umfragen bei drei bis vier Prozent dümpelt, kommt es jetzt auf jede Stimme an.“
Und so wird laut Spiegel die Klientel der Ärzte, Zahnärzte und Apotheker bedient: Ärzte erhalten eine „Extra-Buschzulage“, wenn sie sich in dünn besiedelten Gebieten niederlassen, das Honorar für Hausbesuche in Pflegeheimen steigt und Zahnärzte können höhere Sätze abrechnen.
Die Apotheker profitierten nach den Darstellungen des Magazins davon, dass Naturheilpräparate für viele Versicherte wieder erstattet würden – „was auch die Hersteller von Bachblüten und Kräutertropfen sehr erfreut“. Angesprochen wird die neue Regelung, wonach die Kassen nun selbst bestimmen können, ob sie die Erstattung von Präparaten der Phytotherapie, Homöopathie und Anthroposophie als Satzungsleistung erstatten. Voraussetzung für die Erstattung sei, dass die Präparate in der Apotheke verkauft werden.
Auch das ABDA/KBV-Modell sieht der „Spiegel“ als mögliche Goldgrube: Ärzte und Apotheker sollen bei der Arzneimittelauswahl für chronisch kranke Patienten zusammenarbeiten: „Eigentlich sollten sie das schon heute tun. Doch um die Kooperationsbereitschaft zu erhöhen“, so sieht es das Nachrichtenmagazin, „winkt ein zusätzlicher finanzieller Anreiz.“
Fazit: Ein typischer „Spiegel“-Bericht, der auf dünner Grundlage, Vermutungen, und Prognosen Stimmung macht. Mag zutreffen, dass die Ärzte durch die FDP-Politik des Gesundheitsministers profitieren. Die Apotheker dagegen leiden wie selten zuvor unter den Maßnahmen, die Rösler und Bahr zu verantworten haben. Dass die Apotheker von der Erstattung der Naturheilpräparate zu Lasten der Kassen profitieren, ist abwegig, zumal erst die Techniker Krankenkasse von dieser Möglichkeit zaghaft Gebrauch macht.
Und dass das ABDA/KBV-Modell zur Goldgrube wird, ist vollkommen abwegig. Das Modell steht erst am Anfang einer Erprobung, letztlich ist sein Schicksal noch vollkommen ungewiss und die Honorierung dürfte mehr als bescheiden ausfallen.
Peter Ditzel / 22.01.2012, 11:56 Uhr
Sie können die News auch als RSS-Feed abonnieren:
Hier finden Sie weitere Informationen zum RSS-Feed der DAZ.online.




Winfried Meyer sagt:
24.01.2012 16:57K O N S E Q U E N Z E N
seitens jeden einzelnen Vorort-Pharmazeuten-Freiberufler-e.K.s, soweit er sich als echter UNTERNEHMER versteht und eben nicht als "Beamter" in DAV-Gefolgschaft, sind genügend von diversen KollegInnen-Seiten aufgezeigt worden: Von LAV-Austritt bis Antragsstellung via Kammerversammlung auf Bezirks-/Landesebene zwecks Einberufung einer AUSSERORDENTLICHEN ABDA-Hauptversammlung noch VOR Ostern-2012 ... mit persönlicher AnwesenheitsPFLICHT ALLER Delegierten und Stimmrechts-AKKREDITIERUNG der freiwillig-anwesenden BASIS-Apotheker ! Einziger TOP : Satzungsänderung zur INSTUTIONELLEN ÖFFNUNG gegenüber Andersdenkenden, Quorum-Einführung, über die derzeitigen 34 Mitgliedsorganisationen hinaus... mit allen Konsequenzen der mehr...
Winfried Meyer sagt:
24.01.2012 16:44Betreff:
Kleinfragmentierung und Tellerrand
"Wir machen den Weg frei ...
[...]
Eigentlich sind unsere Standesfürsten immer tapfere Kämpfer gewesen. Und wer diese Kämpfer zum Freund hat, braucht keine Feinde mehr ... Und sie kämpfen unverdrossen weiter, jetzt gegen Kooperationen zwischen den Apothekern, die dann flugs der "Kettenbildung" verdächtigt werden, ... Das sehen die Standesfürsten natürlich ganz anders. Und deshalb haben sie sich ... verbissen . Es scheint ihr oberstes Ziel zu sein, den Apotheken-Einzelhandel möglichst kleinfragmentiert und schwach zu halten. Anstatt zu fordern, daß sich die Apotheken durch Kooperationen und (andere Formen der) Zusammenschlüsse dagegen wappnen, von international und global agierenden Konzernen vom mehr...
Winfried Meyer sagt:
24.01.2012 16:03Sehr geehrte Frau Jedamzik,
WETTBEWERB um heilberufliche Alimente(höhe) ?
www.hav-hamburg.de/apotheken/versandhandel_01.php
"Alimentiert werden die Apotheker dafür ausschließlich über die Arzneimittelpreisverordnung, die für die Finanzierung der Apotheken eine klassische Mischkalkulation darstellt. Für die gesetzlich vorgeschriebenen Tätigkeiten ist ausdrücklich kein Geld vorgesehen."
WETTBEWERB um sog. Nebensortimente (Waren) als unternehmerisches Sahnehäubchen aus Nachbars Garten ?
(Parfümerie, Drogerie-, Reformhaus-, Oecothrophologie-, Sanitätshaus-Anschein, garniert in "Hexal"-Apotheken-Design-Präsentation) incl. Naturwaren--Verköstigungs-Bistros im bio-stream ?
>>> mehr...
eimer sagt:
24.01.2012 10:41@kein apotheker
ich bin auch kein apotheker, aber bevor sie hier große (pseudoakademische) töne spucken und weisheiten verbreiten, sollten sie sich ein klein wenig mit der materie auseinandersetzen. mit ihrem zynischen ton disqualifizieren sie sich ebenso. die journaille druckt, was ihr geld und aufmerksamkeit bringt. das funktioniert auf der ganzen welt so. mit meinungsfreiheit hat das wenig zu tun - seriöse pressearbeit beleuchtet zumindest 2 seiten... aber das schafft das sensationsgeile blatt, das sich spiegel schimpft, schon lange nicht mehr.
Winfried Meyer sagt:
24.01.2012 10:41zu kein apotheker 24.01.2012 09:17
"Ich denke nicht, dass SIE (Anm.: vorpostende Pharmazeuten-e.K.) sich mit derartigen Entgleisungen einen Gefallen tun.[...]"
BRAVO ! Zustimmumg zu dieser Kritik !
------------------------------
zu framo 24.01.2012 08:29
"Egal, was wir auch anstellen, leben wir damit."
WIDERSPRUCH ! ... denn :
DAS "zerreisst" Ihnen jeder Kenner der "Szene" in der Luft, Presse wie Leserkommentare gleichermaßen, solange sich der DAV nicht ÖFFENTLICH distanziert von H.S.Keller`s (O-Ton) Credo :
"Wir fordern von der Politik ..., weil der Deutschen Apothekerschaft nicht zuzumuten ist, die Interessen der Pharmaindustrie zu tangieren"
------------------------------
@ mehr...
kein apotheker sagt:
24.01.2012 09:17Bravo!
Alle Journalisten sind gestrandete Existenzen, Meinungsfreiheit ein Gut welches nur an diejenigen Apotheker vergeben werden sollte, die auf althergebrachten Pfaden wandeln, Medien mit unliebsamen Ansichten gehören abgeschafft und überhaupt lässt sich als Apotheker kaum noch überleben.
Sollte jemand anderer Ansicht sein und die Frechheit besitzen diese auch noch kund zu tun, nur drauf - der hat ja ohnehin keine Ahnung.
Ich denke nicht dass sie sich mit derartigen Entgleisungen einen Gefallen tun. Den angestrebte Ruf als seriöse Akademiker mit einem berechtigten und stichhaltig vertretenem Interesse werden Sie dadurch sicher nicht gerecht. Schade.
Elisabeth Jedamzik sagt:
24.01.2012 08:46@ KLM :
Sie stehen aber wirklich "draussen" !
Ein Monopol, das das unternehmerische Überleben selbst bei wirtschaftlichster Betriebsführung nicht mehr garantiert, ist so wertvoll wie das (ehem.) Zündholzmonopol.
Würden sie bei Ärzten von Behandlungsmonopol sprechen ?
Da gibt es auch GKV-Kohle, pauschal und nicht zu knapp !
framo sagt:
24.01.2012 08:29Alle Apotheker sind reich.
Alle Polizisten sind dumm.
Alle Lehrer sind faul.
Alle Politiker sind korrupt.
Obwohl jeder einen oder eine kennt, auf den das nicht zutrifft, ist das bestimmt die Ausnahme...
Egal, was wir auch anstellen, leben wir damit.
Konzentrieren wir uns auf unsere "Schutzbefohlenen", die Kranken. Denen, die sich schlauer dünken, sei gesagt: Auch wenn so mancher glaubt, die ewige Jugend gepachtet zu haben, früher oder später kommt auch ihr mit einem ernsten Problem in die Apotheke. Mit Sicherheit. Seid froh, wenn es dann (noch) Frauen und Männer gibt, die sich Eurer annehmen.
Apotheker B sagt:
23.01.2012 22:12@ klm (= kleine lausige meinungsmache),
wie wäre es das nächste mal mit nop (= nachdenken optimiert pauschalität)?
Apotheker B sagt:
23.01.2012 21:57Wer in Deutschland für die Medien zum Abschuss freigegeben ist, dem bleibt keine Chance.
Das ist wie, wenn man einmal beim Zahnarzt ist. Das ist für den dann keine finale Reparatur, sondern eine gefundene und ewige Baustelle.
Die Profis unter den Journalisten verstehen ihr Handwerk um jemanden oder etwas zu Grunde zu richten, wobei es egal ist, ob jetzt wir uns mit dem ABDA/KBV-Modell eine goldene Nase verdienen würden, oder ob uns die Rabattverträge Tausende von Euro`s in die Taschen fließen lassen würden.
Es kommt nur darauf an, dass es sofort einschlägt wie eine Bombe, und das alle anderen Medien wegen der vermeintlichen Brisanz, auch sofort auf den Karren aufspringen. Unser Bundespräsident lässt grüßen.
Das macht so richtig Ferchtisch.
Man erinnere sich nur noch mehr...