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Auf die Apothekenrechenzentren rollt seit Jahresbeginn ein Millionen Euro schwerer Konflikt mit Krankenkassen und Arzneimittelherstellern zu. (Foto:Falko Matte - Fotolia.com)
Ärger um Preismoratorium
Apothekenrechenzentren sollen von Herstellern Millionen Euro kassieren
Berlin - Anderthalb Jahre nach seiner Verhängung zum 1. August 2010 sorgt der Preisstopp für Arzneimittel für neuen Ärger. Auf die Apothekenrechenzentren rollt seit Jahresbeginn ein Millionen Euro schwerer Konflikt mit Krankenkassen und Arzneimittelherstellern zu. Der Grund: Nach DAZ.online-Informationen werden die gesetzlichen Krankenkassen über die Apothekenrechenzentren in Kürze auf Grundlage des sogenannten „erweiterten Preismoratoriums“ hohe Erstattungsforderungen an Arzneimittelhersteller richten.
Nach ersten Simulationsrechnungen des Norddeutschen Apotheken-Rechenzentrums (NARZ) handelt es sich um Beträge von bundesweit rund 20 Millionen Euro. Andere Spekulationen aus Herstellerkreisen gingen zunächst von noch höheren Rückerstattungsansprüchen der Krankenkassen aus: bis zu 100 Millionen Euro. Nach einer vom GKV-Spitzenverband zusammengestellten PZN-Liste bestehen Rückforderungsansprüche der Krankenkassen gegenüber 2000 Arzneimitteln.
Betroffen von den Rückzahlungsforderungen sind insbesondere Hersteller, die nach dem 1. August 2010 neue Arzneimittel auf den Markt gebracht haben, für das der pharmazeutische Unternehmer bereits ein Arzneimittel mit gleichem Wirkstoff und vergleichbarer Darreichungsform im Angebot hatte. Paragraf 130 SGB V schreibt in diesen Fällen vor, dass sich der Preis der neuen Arzneimittel am Referenzpreis des bereits im Markt befindlichen, vergleichbaren Arzneimittels orientieren muss: „Bei Neueinführungen eines Arzneimittels, für das der pharmazeutische Unternehmer bereits ein Arzneimittel mit gleichem Wirkstoff und vergleichbarer Darreichungsform in Verkehr gebracht hat, ist der Abschlag auf Grundlage des Preises je Mengeneinheit der Packung zu berechnen, die dem neuen Arzneimittel in Bezug auf die Packungsgröße unter Berücksichtigung der Wirkstärke am nächsten kommt.“ In vielen Fällen haben Hersteller offenbar jedoch deutlich höhere Preise verlangt.
Die Federführung für die Umsetzung dieses „erweiterten Preismoratoriums“ liegt beim GKV-Spitzenverband. Nach langwierigen Verhandlungen verständigte sich der GKV-Spitzenverband im vergangenen Herbst mit den Herstellerverbänden auf eine komplizierte Berechnungsmethode für den Referenzpreis. Mithilfe von Abdata-Daten stellte der GKV-Spitzenverband eine PZN-Liste von 2200 Arzneimitteln auf, deren Preise über den inzwischen ermittelten Referenzpreisen lagen. Auf Basis dieser PZN-Liste erheben die Krankenkassen nun Rückforderungen in erheblicher Größenordnung.
Abgewickelt werden sollen die Rückforderungen der Kassen gegenüber den Herstellern aufgrund des zwischen GKV-Spitzenverband und Deutschem Apothekerverband bestehenden Rahmenvertrages über die Apothekenrechenzentren. Darauf berufen sich die Krankenkassen. Weil die Apothekenrechenzentren jedoch über keine direkten Rechtsbeziehungen zu den Herstellern verfügen, ist derzeit noch völlig unklar, wie die Rückabrechnung konkret ausgestaltet werden kann. Darüber laufen jetzt Gespräche zwischen dem Deutschen Apotheker Verband (DAV) und dem GKV-Spitzenverband.
Für Dr. Jörn Graue, NARZ-Vorstandsvorsitzender, sind jedoch zwei Dinge klar: „Die Apothekenrechenzentren können solche Beträge nicht mehr vorfinanzieren und schon gar nicht die Apotheker damit belasten.“ Die Rechenzentren könnten allenfalls die Beträge bei den Herstellern einziehen und erst nach deren Eingang den Kassen gutschreiben. Ob die Arzneimittelhersteller bei der noch unsicheren Datenlage die geforderten Zahlungen klaglos leisteten, bleibe dann abzuwarten. Graue: „Das müssen dann Kassen und Hersteller miteinander klären.“
Den Ärger haben die Apothekenrechenzentren trotzdem: „Wir bleiben auf jeden Fall auf den Kosten für unsere Dienstleistung sitzen. Das bezahlt uns keiner. Das müssen wieder einmal die Apotheken mit ihren Gebühren finanzieren, obwohl sie mit dem Preismoratorium nichts zu schaffen haben“, so Graue zu DAZ.online.
In der Tat ist unklar, wie sich die Hersteller zu den Rückforderungen der Kassen stellen werden. In einer Information des Herstellerverbandes BAH heißt es dazu nur: „Daher ist es nicht ausgeschlossen, dass bei den nunmehr von den Apothekenrechenzentren versandten Abschlagsrechnungen unterschiedliche Auffassungen über die in Rechnung gestellten Rabattwerte bestehen.“ Das verspricht weiteren Ärger um das Preismoratorium.
Lothar Klein / 19.01.2012, 11:21 Uhr
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Pillenliesel sagt:
23.01.2012 14:45@ DFA
....meinen Sie nicht:... va "DAL" bordo, cazzo ?
...besser wär's.
Gunnar Müller / Detmold sagt:
23.01.2012 11:20Anbei meine Anfrage an mein RZ / Info AVWL, AKWL (für ggf. „Copy & Paste“-Zwecke ; eine Antwort steht noch aus):
S.g.D.u.H.,
ich bitte Sie um eine detaillierte Aufstellung aller Kosten, die dem
RZ entstanden sind für die
+ Ermittlung,
+ Daten-Übermittlung und Überweisung an die GKVen,
+ Daten-Übermittlung an die und Überweisung von den Pharmazeutischen
Unternehmern -
+ und ggf. in diesem Zusammenhang noch nicht weiter aufgeführte Tätigkeiten
für die Jahre 2008, 2009, 2010 und 2011.
Mit freundlichen Grüßen
Gunnar Müller
Sonnen-Apotheke / Detmold
dietmar frensemeyer sagt:
20.01.2012 11:29auch hier, grundsätzlich aber jeden ApothekenallTag möchte man laut rufen
"VA AL BORDO, CAZZO ... "
gemeint sind BECKER & WOLF ....
Winfried Meyer sagt:
20.01.2012 10:24@ Nix versteh'n 19.01.2012 18:33 :
Konsequenzen seitens jeden einzelnen Vorort-Pharmazeuten-Freiberufler-e.K.s, soweit er sich als echter UNTERNEHMER versteht und eben nicht als "Beamter" in DAV-Gefolgschaft, sind genügend von diversen KollegInnen-Seiten aufgezeigt worden: Von LAV-Austritt bis Antragsstellung via Kammerversammlung auf Bezirks-/Landesebene zwecks Einberufung einer AUSSERORDENTLICHEN ABDA-Hauptversammlung noch VOR Ostern-2012 ... mit persönlicher AnwesenheitsPFLICHT ALLER Delegierten und Stimmrechts-AKKREDITIERUNG der freiwillig-anwesenden BASIS-Apotheker ! Einziger TOP : Satzungsänderung zur INSTUTIONELLEN ÖFFNUNG gegenüber Andersdenkenden, Quorum-Einführung, über die derzeitigen 34 Mitgliedsorganisationen hinaus... mit mehr...
Nix versteh'n in Athen sagt:
19.01.2012 18:33Wer bestellt, bezahlt auch - oder?
Wenn der GKV-Spitzenverband die Apothekenrechenzentren beauftragt, dann hat dieser Verband auch diese Dienstleistung zu bezahlen!
Oder bezahlt Ihre GH-Rechnung auch der Kollege im Nachbarort???
Nix versteh'n....
Gunnar Müller / Detmold sagt:
19.01.2012 18:011. "Dr(ei)ecks-Geschäfte" ??
KrankeKassen/Hersteller via Apotheke/Rechenzentrum = vier !
Hier wäre ein statement des DAV durchaus hilfreich ....... !
2. "Das [die Dienstleistung] müssen wieder einmal die Apotheken mit ihren Gebühren finanzieren....." ??!!
Rechnen die Rechenzentren den Aufwand für ihre Tätigkeiten im Rahmen des Eintreibens der Hersteller-Rabatte etwa nicht direkt mit den KrankenKassen ab?????
DAS sollten diese aber!
Fragt Euer RZ. Ich werde es tun ......
eimer sagt:
19.01.2012 16:54@ohne...
wozu gibt es denn die kommentarfunktion? man mag von hrn. meyer's kommentaren halten, was man will, aber ihm das posten verbieten zu wollen (nichts anderes wäre ein ausblenden), ist peinlich. wenn es einem nicht passt, muss man es ja nicht lesen.
OhneMeyerwäreschöner sagt:
19.01.2012 15:21Bitte liebe Redaktion, könnt Ihr den Spam von Herrn Meyer nicht ausblenden? Der macht mich schon seit den DocMorrisBlog-Zeiten kirre. Nur Zitate und Verweise ...
Ich kann nicht mehr, macht keinen Spaß hier ...
Winfried Meyer sagt:
19.01.2012 14:51zu Michael Zeimke 19.01.2012 13:46
"Dreiecksgeschäfte [...] Aber was ist beim DAV schon normal !?
sei ergänzt :
www.apothekenforum.com/htm/abdaorg.html
und
www.apothekenforum.com/htm/abdafilz.html
Michael Zeimke sagt:
19.01.2012 13:46Wer bei veränderter Gesetzeslage die
Rahmenverträge nicht anpasst, hat es nicht
besser verdient.Dreiecksgeschäfte müssen von allen Partnern unterschrieben sein.
Dies ist eigentlich normal.Aber was ist beim DAV schon normal !?