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Umfrage: Ärzte sind mit Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) alles andere als zufrieden. (Foto: Sket)

Umfrage: Ärzte sind mit Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) alles andere als zufrieden. (Foto: Sket)

Umfrage unter Ärzten

Ärzte geben Bahr schlechte Noten

Berlin - Selbst nach eigener Einschätzung zählen sich die Ärzte nicht zu den Verlierern der Gesundheitspolitik der Bundesregierung. Erst kürzlich zeigte sich der Präsident der Bundesärztekammer, Dr. Frank Ulrich Montgomery, mit Blick auf die Honorarentwicklung, das Versorgungsstruktur- und Patientenrechtegesetz sogar zufrieden mit dem FDP-geführten Gesundheitsministerium. Trotzdem geben die Mediziner in einer Umfrage der „Ärzte-Zeitung“ Minister Daniel Bahr schlechte Noten: Mit 3,8 schreiben sie dem Bundesgesundheitsminister ein knappes ausreichend ins Zeugnis.

Am Stimmungsbild beteiligt haben sich immerhin 625 Leser der „Ärzte-Zeitung“. Nur knapp zwölf Prozent der Leser vergaben die Bestnoten „gut“ und „sehr gut“, ein knappes Viertel urteilte mit „befriedigend“. 27 Prozent befanden die Arbeit als ausreichend. Aber die mit 34 Prozent größte Gruppe sieht die Gesundheitspolitik als „mangelhaft“ an. Noch im Wahlkampfsommer 2009 wünschten sich eine deutliche Mehrheit von über 60 Prozent der Leser einen liberalen Gesundheitsminister: Daniel Bahr.

Jetzt sind aber nur 13 Prozent der Auffassung, dass die Bundesregierung grundlegende Reformen im Gesundheitswesen angepackt hat - 85 Prozent vermissen dies. Und nur sechs Prozent der „Ärzte-Zeitung“-Leser gaben an, ihre Gesamtsituation habe sich unter Schwarz-Gelb verbessert. Für 38 Prozent ist die Lage unverändert, aber für 54 Prozent hat sie sich verschlechtert.

Für 78 Prozent der Ärzte hat sich danach seit 2008 die Arbeitsbelastung erhöht. 19 Prozent sagen, sie sei gleich geblieben. Eine Entlastung sehen nur zwei Prozent. Hauptursache der wachsenden Belastung ist wenig überraschend die Bürokratie: 72 Prozent der Leser sehen darin den Kern des Übels. Eine eher untergeordnete Rolle spielen eine steigende Zahl von Patienten (27 Prozent) und eine höhere Krankheitslast (37 Prozent). Die eigene wirtschaftliche Situation schätzen die antwortenden „Ärzte-Zeitung“-Leser nur zu 15 Prozent besser ein als im Jahr 2008, für ein Drittel ist sie gleich geblieben. 49 Prozent sehen eine Verschlechterung.

Lothar Klein / 18.01.2012, 12:09 Uhr

Kommentare:

Dr. Peter Post sagt:
19.01.2012 08:44

Wenn die Ärzteschaft zu 27% steigende Patientenzahlen und zu 37% erhöhte Krankheitslast diagnostiziert, so muss dies zwangsläufig über die auszustellenden Verordnungen (72% mehr Bürokratie) zu einer Mehrbelastung in den Apotheken führen, die nach Kassenrabattsenkung und Honorarerhöhung schreit. ABDA, aufwachen!

dridi sagt:
18.01.2012 22:36

Wo bleibt die entsprechende Online-Umfrage an die ausgepressten "Zitronen" (Apothekerschaft)?

Apotheker B sagt:
18.01.2012 14:31

Gibt es da nicht auch noch die Note "ungenügend"?
Was würden wir Apotheker wohl sagen?

eimer sagt:
18.01.2012 12:28

ba(h)r jeder vernunft...
wenn selbst die ärzte dem "bundesärzte-minister" (zitat kommentar AWA) ein schlechtes zeugnis ausstellen, was sollen dann die apotheker sagen? herr bahr bleibt in deckung und sprachlos - warscheinlich ist er sogar froh, wenn die koalition noch in diesem jahr zerbricht. ein armutszeugnis!

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