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Elke Ferner will mit Apothekern über die zukünftige Arzneimittelversorgung reden. (Foto: SPD-Parteivorstand)

Elke Ferner will mit Apothekern über die zukünftige Arzneimittelversorgung reden. (Foto: SPD-Parteivorstand)

Liberalisierter Arzneimittelvertrieb

SPD-Vorstand fühlt sich missverstanden

Berlin - Mit der Formulierung zur Liberalisierung des Arzneimittelvertriebs im SPD-Parteitagsbeschluss zur Gesundheitspolitik haben sich die Sozialdemokraten viel Ärger in der Apothekerschaft zugezogen. Doch der SPD-Parteivorstand sieht sich „von einzelnen missverstanden“. Tatsächlich suche man den Dialog mit den Apothekern.

„Den Arzneimittelvertrieb werden wir liberalisieren, um Preisvorteile von größeren Vertriebsstrukturen zu erreichen“ – so steht es im Parteitagsbeschluss. Welchen Interpretationsspielraum dieser Passus bietet, wird offenbar unterschiedlich gesehen. Nachdem sich bei den Sozialdemokraten zunächst niemand für die Aussage verantwortlich fühlte, gab es nun doch ein Reaktion aus dem Büro der stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden Elke Ferner, die im SPD-Parteivorstand für Gesundheitspolitik zuständig ist. 

Gegenüber DAZ.online hieß es, der Satz werde vom Vorstand „als Einstieg in einen Dialog mit der deutschen Apothekerschaft über die zukünftige Arzneimittelversorgung in Deutschland“ verstanden. Hierbei werde unter anderem darüber zu reden sein, wie das Arzneimittel-Management vor dem Hintergrund der älter werdenden Gesellschaft weiterentwickelt werden könne. Die konkrete Ausgestaltung der zukünftigen Arzneimittelversorgung werde für das Regierungsprogramm allerdings erst noch erarbeitet. „Wir laden die Apothekerschaft ausdrücklich ein, mit uns in Gespräche einzutreten“, so das Büro Ferner.

 

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Kirsten Sucker-Sket / 03.01.2012, 10:41 Uhr

Kommentare:

12  nächste 
Apotheker B sagt:
04.01.2012 23:30

"in einen Dialog mit der deutschen Apothekerschaft über die zukünftige Arzneimittelversorgung in Deutschland“

Die wollen nur wissen wie es geht.

Wissen ist Macht.
(So lange die) nichts wissen macht(´s) nichts.

Die Einladung ist keine Drohung sondern eine Bedrohung.

Und...

...sei wachsam, lass sie spüren deine Wut,
sei wachsam und sei auf der Hut


Danke Ihnen, Reinhard May
da ich Ihr Wort gebrauch´, verzeih


Apotheker55 sagt:
04.01.2012 09:55

Das klingt nicht wie eine "Einladung". Das klingt wie eine Drohung.

Godam sagt:
04.01.2012 08:54

"Wir können auch Ketten erlauben" ist ja mal ein klasse Einstig in konstruktive Gespräche.

Apotheker 73 sagt:
04.01.2012 08:34

Ich möchte die Diskussion. Aber bitte nicht hinter verschlossenen Türen. Offensichtlich weiß die SPD selbst nicht was Sie will. Dieser Hilferuf sollte nicht ins Leere gehen. Eigentlich ist mir das Eingeständnis, dass man aufgrund der Komplexität im Gesundheitssektor fachlich nicht mehr ausreichende Entscheidungskompetenz besitzt, lieber als vieles andere.

Aber
1. eine faire Diskussion anhand von Fakten
2. solange diese Sätze im Parteiprogramm nicht gelöscht werden können, eine unzweideutige klare Positionierung pro inhabergeführte Apotheke mit einem leistungsgerechten Auskommen. Der Mittelstand trägt die Gesellschaft, aber eben nur, wenn er überlebt.

Dr. Markus Junker sagt:
04.01.2012 08:26

ja, genau, das Gespräch suchen mit der Apothekerschaft. Genau wie es ehemals BMG Frau Schmidt gemacht hat; Man durfte gnädigerweise zuhören was angeordnet wurde. Von dieser Art Sadomasospielchen habe ich genug. Biedermann und die Brandstifter sollen sie wem anders erzählen, für wie dumm halten die einen. An Möglichkeiten zur Wortwahl bietet die deutsche Sprache genug, um wirklich eindeutig zu sein. Die SPD ist es jedenfalls nicht.

Elisabeth Jedamzik sagt:
03.01.2012 19:14

Die haben das ihrem Parteiprogramm vor zwei Monaten schon glasklar angekündigt.
Also nix mit "huch, was war das denn? Haben wir so nicht gewollt!"
Pöitikergeschwätz,unglaubwürdig, scheinheilig und verachtenswert. Unwählbar.

miwin sagt:
03.01.2012 18:48

"SPD-Vorstand fühlt sich missverstanden"

Schwachsinn - es steht genau das im Parteiprogramm, was die SPD machen wird.

Ist aber schon völlig egal, denn am Ende, das zeigt meine ernüchternde Erfahrung der letzten Jahrzehnte, sind die Politiker zunächst für sich selbst und ihre Pfründe da. Das ist mein leidvolles Resume letzten 35 Jahre Politik. Das Volk und die Bürger interessiert niemanden (mehr)!

R. Längert sagt:
03.01.2012 18:45

Wenn dieser Satz einen Einstieg in den Dialog mit Apothekern sein soll, möchte ich nicht wissen was passiert, sollte die SPD wieder für die Regierungsgeschäfte verantwortlich sein.
Vermissen tue ich allerdings noch eine Stellungsnahme von Fliegen-Karl, als Rechengenie schmeisst der doch so gerne mit Milliardenbeträgen um sich.

Heiko sagt:
03.01.2012 16:30

Na das ist ja mal ein Lacher. Mit keinem Wort wird in der Stellungnahme zum konkreten Passus (Den Arzneimittelvertrieb werden wir liberalisieren, um Preisvorteile von größeren Vertriebsstrukturen zu erreichen) im Parteitagsbeschluß Stellung genommen. Anstelle dessen werden Nebelbomben gezündet und vom Arneimittelmanagement der Zukunft gesprochen. Als könnten Ketten das nicht 1:1 übernehmen. Jaja und wir beteiligen uns wie immer an Gesprächen, damit klar ist was gemacht wird, nämlich genau das Gegenteil. Weiter so Genossen. Aber ihr seid ja nicht die Einzigen, die uns verkohlen.

eimer sagt:
03.01.2012 16:27

"SPD-Vorstand fühlt sich missverstanden" --- wir auch. Nur uns kostet es Geld - die SPD nur Wählerstimmen...
Jede/r Apotheker/in weiss inzwischen, welche beiden Parteien unwählbar sind ... und die Partei von Fleigen-Karle gehört dazu.

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