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Zigaretten sind bekanntermaßen schädlich. Ob ihre elektronischen Verwandten besser sind, ist fraglich. (Foto: Bilderbox)

Zigaretten sind bekanntermaßen schädlich. Ob ihre elektronischen Verwandten besser sind, ist fraglich. (Foto: Bilderbox)

E-Zigaretten

Händler mahnen Kritiker ab

Berlin - E-Zigaretten-Händler wollen die gegen ihr Produkt vorgebrachten Warnungen nicht auf sich sitzen lassen: An das Gesundheitsministerium Nordrhein-Westfalen und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) seien Unterlassungs- und Widerrufserklärungen versendet worden, meldete heute der Verband des deutschen eZigarettenhandels (VdeH). Der sich noch in Gründung befindende Verband will sich damit gegen „geschäftsschädigende Falschaussagen“ wehren.

Der Verband wurde Mitte Dezember des vergangenen Jahres ins Leben gerufen, um „gegen die Meinungsmache von öffentlichen Stellen“ vorzugehen, heißt es auf der VdeH-Internetseite. Er beklagt sich, dass in den letzten Wochen vermehrt „falsche Aussagen“ über elektrische Zigaretten veröffentlicht worden seien. Ziel dieser „Meinungsmache“ sei die Image-Schädigung eines erfolgreichen Produktes, das „erheblich weniger schädlich“ sei als die Tabakzigarette, so der neue Lobbyverband. Diese Aussagen hätten für eine Vielzahl von Händlern spürbare Umsatzrückgänge und eine Verunsicherung der Öffentlichkeit in Deutschland zur Folge. Nach Ansicht der Händler treffen weder Arzneimittel-, noch Medizinproduktegesetz Regelungen zur E-Zigarette, weshalb sie auch nicht reglementiert werden dürfe.

Immer wieder werde der Vergleich zu Nikotinkaugummis oder sogenannten Inhalatoren gezogen, die in Apotheken angeboten werden, heißt es auch in einer Pressemitteilung der Interessengemeinschaft deutscher e-Zigarettenhändler. Diese Produkte dienten jedoch lediglich zur Rauch- bzw. Nikotinentwöhnung. Für eine Einstufung als Arzneimittel sei neben der Art der Verwendung aber auch der sogenannte „bestimmungsmäßige Gebrauch“ zu berücksichtigen. „Werden E-Zigaretten nicht als Rauchentwöhnungsprodukt, sondern als Genussmittel angeboten und benutzt, scheidet eine Zuordnung zur Arzneimittelregelung aus“, argumentieren die Händler. Sie fordern daher, E-Zigaretten als frei verkäuflich zu betrachten und Einschränkungen der Handels- und Nutzungsfreiheit zu unterlassen.

Im vergangenen Dezember hatte Nordrhein-Westfalens Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) vor nikotinhaltigen E-Zigaretten gewarnt und die zuständigen Aufsichten der Bezirksregierungen, Kreise und kreisfreien Städte auf das Handels- und Verkaufsverbot liquidhaltiger Kartuschen, Kapseln oder Patronen für E-Zigaretten hingewiesen. Insbesondere nikotinhaltige Liquids dürften laut der Gesundheitsministerin nur mit einer arzneimittelrechtlichen Zulassung in den Verkehr gebracht werden – eine solche liege jedoch nicht vor, so Steffens. Wer gegen die genannten Vorschriften des Arzneimittelgesetzes verstoße, so die Schlussfolgerung der Gesundheitsministerin, setze sich der Gefahr strafrechtlicher Ahndung aus. Auch vonseiten der BZgA wurde bereits vom Konsum der E-Zigaretten abgeraten. Die benutzten Kartuschen enthielten neben dem Suchtstoff Nikotin häufig auch andere gesundheitsschädigende Substanzen, so die Direktorin Dr. Elisabeth Pott. 

In Hannover entschied sich indessen die Verwaltungsspitze für die Ausweitung der bisherigen Rauchverbot-Dienstvereinbarung, wie eine Pressesprecherin der Stadt gegenüber DAZ.online bestätigte. Damit ist allen städtischen Bediensteten zukünftig auch das Rauchen von E-Zigaretten am Arbeitsplatz und in Dienstfahrzeugen verboten. Derzeit werde auch geprüft, ob auch ein Verbot für Besucher öffentlicher Einrichtungen durchsetzbar ist, so die Sprecherin.

Lesen Sie hierzu auch:

Arzneimittel oder nicht? - Steffens warnt vor E-Zigaretten

Juliane Ziegler / 03.01.2012, 15:49 Uhr

Kommentare:

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Nikioko sagt:
01.03.2012 11:13

Die Abmahnung hat keine Aussicht auf Erfolg.Bei Gefährdung der Volksgesundheit reicht der begründete Verdacht.

Achim Werner sagt:
14.01.2012 14:49

Wenn es denen die ein Verbot in Betracht ziehen wirklich um die Gesundheit derer die sie gewählt haben ginge,müssten Sie es begrüssen, dass die Genussracher nun eine wesentlich gesündere Alternative zum so schädlichen Tabakrauchen haben. Viele Erfahrungsberichte sagen das aus und auch viele renomierte Wissenschaftler. Unbegreiflich diese Medienhetze.

Michael Rebmann sagt:
11.01.2012 17:06

Mich würde es doch sehr interessieren, ob allen städtischen Bediensteten in Hannover auch das Rauchen von normalen Zigaretten am Arbeitsplatz und in Dienstfahrzeugen verboten ist. Falls nicht ... kann sich wohl jeder seinen Teil dazu denken.
Interessant auch die Behauptung von Direktorin Dr. Elisabeth Pott. Welche anderen gesundheitsschädigende Substanzen meint sie denn? Wir Dampfer kennen nämlich keine, und alle bisherigen Veröffentlichungen (auch von wissenschaftlicher Seite) haben keine nachweisen können. Sollte sie etwa gelogen haben?
Man möge jetzt bitte nicht die FDA-Untersuchungen anno 2009 hervorholen, von wegen Nitrosaminen. Es wurden nämlich in nur 2 von 25 Proben welche gefunden. Diese Kleinigkeit verschweigt die Obrigkeit allerdings wohlweislich. Und vor allem die mehr...

Thomas Gerber sagt:
11.01.2012 15:55

Ich dampfe seit Juli vergangenen Jahres und bin so von heut auf morgen von über 40 Zigaretten auf Null gekommen. Heute mische ich mir mein Liquid selbst und weiss daher genau, was drin ist: Menthol (aus der Apotheke) Propylenglykol und vegetarisches Glycerin (auch aus der Apotheke) und 9 mg Nikotin. Sonst nichts. Und verbrannt wird davon auch nichts, weil die e-Zigarette bei etwa 65 Grad verdampft (Zigarette verbrennt bei ca. 800 Grad C.

herby21 sagt:
11.01.2012 15:39

auf meinem wahlzettel steht keine grüne partei mehr

Heinz sagt:
05.01.2012 19:09

Die Stimmung beim Raucher ist verständlich. Wie kann ein Staat ein Genußgift feilbieten lassen (Zigarette) und es beschriften lassen mit: Rauchen kann zu einem langsamen und schmerzhaften Tod führen. Das Verständnis für die Ausnahmeregelung "Tabakwaren" und der Übergang zum pharmakologisch wirkenden Arzneimittel ist dann nicht mehr vermittelbar.

Mallzig sagt:
04.01.2012 16:10

„Helmpflicht beim Blumenpflücken“ – grüne Gedanken schaffen das normale Leben weitestgehend ab.

Es ist längst kein Geheimnis mehr: in Deutschland haben sich einige aufgemacht, dem scheinbar unmündigen Bürger ein grandioses Erziehungsprogramm zuteil werden zu lassen. Man könnte meinen, dass nur grüne Lebenskünstler und ein paar selbsternannte Volkserzieher wissen, worum es im Leben geht. An diesem Erziehungswesen soll das ganze Volk genesen. Rauchverbote, E-Zigarettenverbot, Zucker -, Fett -, Cola -, Alkohol – Verbote und sicher noch weitere „Schädlingsbekämpfungsideen“ machen die Runde. Die politisch Verantwortlichen glänzen durch Lemmingverhalten und folgen dem Diktat auf Schritt und Tritt. Von Abwägung und demokratischer Gerechtigkeit ist nur wenig zu mehr...

ottmar vitz sagt:
04.01.2012 12:38

hier geht es sich nur noch um steuern für den staat,zigarettenverkauf für philip morris,umsatrz der apotheken (nikopflasterverkauf ist rückläufig)die macht der grünen und garantiert nicht um uns qualmer oder nichtraucher.

Stefan Wacken sagt:
03.01.2012 19:43

Da sieht man es mal wieder ganz deutlich! Der Staat und die Tabakindustrie fangen an E-Zigaretten zu verteufeln. Genau wie damals die Baumwollindustrie den Hanf kaputtgeredet hat. Alles zum Wohle der Industrie und ihrem verfluchten Profit. Die Regierung kann absolout KEINE richtigen Entscheidungen mehr treffen. Sie versagt mittlerweise auf ganzer Linie und ist nur noch mit einem Müden Lächeln zu bemitleiden. Schade das solche Diskusionen überhaupt erst aufkommen müssen. Am Ende werden E-Zigaretten verboten und eine ganze Konsumentengruppe wird neu kriminalisiert. und warum? weil der staat keine tabaksteuern kassieren kann......Einfach nur erbärmlich

anonym_User sagt:
03.01.2012 19:09

so ein schwachsinn!
diese politiker wollen doch nur, dass die leute wieder rauchen um mehr tabacksteuer einzunehmen!
wer eine e-zigarette raucht ist sich doch bewusst, dass selbst dieses "rauchen"(wohl eher verdampfen)nicht schadstofffrei ist. Die Regierung möchte uns die Freiheit nehmen!

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