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Bahr: Kein Abitur für Pflegekräfte. (Foto: Bilderbox)

Bahr: Kein Abitur für Pflegekräfte. (Foto: Bilderbox)

EU-Richtlinie Berufsausbildung

Bahr: Kein Abitur für Pflegeberufe

Berlin - Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hat den Plänen der EU-Kommission, für Krankenschwestern oder Hebammen eine zwölfjährige Schulzeit vorzuschreiben, eine Absage erteilt. „Das ist das falsche Signal. Ich habe mich in Brüssel persönlich gegen diese Pläne gewehrt und werde das weiter tun“, sagte Bahr der „Saarbrücker Zeitung“. „Wir müssen auch Haupt- und Realschülern die Möglichkeit geben, einen Pflegeberuf zu ergreifen. Häufig kommt es viel mehr auf die soziale Kompetenz an, statt auf die verbrachte Zeit in der Schule“, erläuterte Bahr.

Für besondere Aufgaben brauche es zusätzliche Qualifikationen. „Aber wenn man den Zugang zu Gesundheits- und Pflegeberufen von vornherein erschwert, wird es noch schwieriger, den ohnehin schon drohenden Fachkräftemangel auszugleichen.“ Deutsche Pflegefachkräfte brauchten in Bezug auf ihre Qualifikation europaweit keinen Vergleich zu scheuen.

Die EU-Kommission hatte einen Reformvorschlag zur Anerkennung von Berufsqualifikationen vorgestellt. Demnach sollen die Staaten die Zulassungsvoraussetzung für bestimmte Pflegeberufe von zehn auf zwölf Jahre Schulausbildung anheben. Nach EU-Angaben ist das schon heute in 24 Mitgliedsstaaten der Fall, nicht aber in Deutschland, wo nach zwölf Jahren in der Regel das Abitur steht. Eine vergleichbare Ausbildung soll allerdings auch anerkannt werden. Als Grund für den Vorstoß nannte die EU-Kommission gestiegene berufliche Anforderungen.

Lothar Klein/dpa / 23.12.2011, 09:43 Uhr

Kommentare:

Pflegefachkraft sagt:
13.01.2012 08:28

Die Forderung ist genau richtig! Pflege ist nicht gleich Pflege. Im Krankenhaus mit der DRG schon gar nicht. Hier Bedarf es einer gut ausgebildeten Pflegefachkraft zur fachlichen qualitativen Einschätzung von Pflege- Behandlungsproblemen der steigenden Multimorbiden Patienten. Hier ist es nicht mit "Waschen und Füttern" abgetan.
Für die schlechten Geburtenraten und somit der Nachwuchsproblematik ist erst mal nicht die EU verantwortlich, dass ist ein Deutsches Problem.

Im Übrigen haben Ärzte angeblich auch ein Nachwuchsproblem: Dann können wir doch auch Fordern, den NC abzuschaffen und die Voraussetung zum Medizinstudium auf eine Durchschnitts Abitur Note von 2 zu ermöglichen! Das wird natürlich nihct diskutiert!

Hohenheim sagt:
24.12.2011 14:23

Ich weiß nicht was diese schwachsinnige Vorgabe soll. Mal wieder typisch Brüssel. Es ist mir unverständlich warum man junge Menschen mit einem hohen Tatendrang krankhaft auf Schulbänken festnagelt um diese mit teils weltfremden Lehrstoff zu malträtieren. Außerdem gehört in Deutschland ohnehin zu jeder Berufsausbildung grundsätzlich allgemein bildender Unterricht. Ein Beispiel wie sinnlos Normierung im Bildungsbereich sein kann.

Apotheker55 sagt:
23.12.2011 14:08

als Austauschhansele für die Kranken Kassen braucht man eigentlich auch kein Abitur, geschweige denn ein Studium....

Dr.richerts sagt:
23.12.2011 12:43

...ein Schulbesuch hätte dem Bankkaufmann sicher genutzt!

eimer sagt:
23.12.2011 12:01

welche qualifikation benötigt man(n) oder frau denn um bundesgesundheitsminister zu werden?

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