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EU-Kommission will Niederlassungsfreiheit für alle EU-Apotheker. (Foto: Sket)
Forderung der EU-Kommission
Apotheker aus EU-Staaten sollen in Deutschland Apotheken eröffnen dürfen
Berlin - Deutschen Apothekern droht bald ausländische Konkurrenz: Auch in Deutschland sollen Apotheker aus anderen EU-Staaten möglicherweise bald Apotheken eröffnen können. So lautet jedenfalls eine der Forderungen der EU-Kommission. Ein aktueller Vorschlag der Kommission zur Änderung der Berufsqualifikations-Richtlinie (2005/36/EG) will für qualifizierte Berufstätige die Stellensuche in Europa erleichtern. Der Rat und das Europäische Parlament müssen dem Vorschlag nun noch zustimmen.
Er sieht unter anderem die Streichung der Ausnahmeregelung für Mitgliedstaaten vor, Apothekern mit ausländischen Ausbildungsnachweisen die Errichtung einer neuen Apotheke zu untersagen. In Deutschland wird diese Regelung derzeit noch angewendet. Hierzulande ist – neben weiteren – auch die deutsche Approbation als Apotheker eine Voraussetzung für die Eröffnung einer Apotheke (§ 2 Abs. 1 Nr. 3 ApoG). Einzige Chance für ausländische EU-Bürger, in Deutschland eine Apotheke zu leiten, ist daher die Übernahme einer Apotheke, die seit mindestens drei Jahren betrieben wird (§ 2 Abs. 2 ApoG).
Weil in einer wachsenden Zahl von Mitgliedsstaaten diese Ausnahmeregelung jedoch nicht mehr angewandt wird – zum Beispiel in den Niederlanden, Irland und Großbritannien – will die Kommission sie nun abschaffen. Sie erwähnt außerdem, dass der Europäische Gerichtshof territoriale Beschränkungen darüber hinaus nur gestatte, soweit damit keine Diskriminierung einhergehe.
Weiterer Kernpunkt des Vorschlages ist die Aktualisierung der Mindestausbildungsanforderungen auch für Apotheker. Neben einer vierjährigen theoretischen und praktischen Vollzeitausbildung an einer Universität ist ein sechsmonatiges Praktikum am Ende der Studienzeit vorgesehen – entweder in einer öffentlichen oder einer Krankenhaus-Apotheke. Auch sollen für interessierte Berufsgruppen gemeinsame Ausbildungsrahmen und gemeinsame Ausbildungsprüfungen eingeführt werden.
Die Kommission will außerdem ein Vorwarnungssystem einrichten: Die zuständigen Behörden eines Mitgliedstaats sollen zukünftig alle übrigen Mitgliedstaaten vor Berufsangehörigen warnen, denen die Ausübung ihres Berufs von einer Behörde oder einem Gericht untersagt worden ist. Begründet wird diese Entscheidung damit, dass es beispielsweise schon Ärzte gegeben habe, die – nachdem sie ihren Beruf in ihrem Herkunftsmitgliedstaat nicht mehr ausüben durften – in einen anderen Mitgliedstaat zogen, um dort weiter zu praktizieren.
Juliane Ziegler / 21.12.2011, 11:19 Uhr
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eimer sagt:
22.12.2011 09:31@dr. gert schorn
tut mir leid! ich bin einfach schlicht. warscheinlich erschließt sich mir deshalb nicht, welche "früchte der eu deutsche apotheker ernten"?
sollten wir es dann wie die griechen halten mit der höchsten apothekendichte in europa? oder machen wir es wie in italien, wo man bald sämtliche paracetamols im supermarkt bekommt (nur nicht zuviel davon schlucken, sonst schafft man es in die bild). ich bin einfach zu schlicht...
aber da sie das ja so gut verstehen, können sie mir das sicher erklären.
Spitzweg sagt:
21.12.2011 23:48ja, kommt nur alle ins Schlaraffenland
nur bis ihr merkt, dass auch hier die trauben nicht ins maul wachsen, ist es für alle zu spät
viel spass
Dr. Gert Schorn sagt:
21.12.2011 21:30Es geht halt nicht, dass man (auch deutsche Apotheker) die Früchte der EU ernten aber nicht bereit sind, sich in das System auch ggf. mit evtl. Nachteilen einzubinden. Auch hier sollte nicht nach dem Prinzip gehandelt werden: was gut ist, kommt von Deutschland bzw. vom nationalen Staat, was schlecht ist, kommt von Brüssel. Wie steht es z.B.mit dem freien Warenverkehr, mit den Früchten des Exports in die EU-Staaten und den daraus sich ergebenden finaziellen poitiven Auswirkungen incl. auf das nationale Sozialsystem?
Apotheker B sagt:
21.12.2011 21:23Jou!
Da reimt sich eins zum anderen, und es dauert auch nicht mehr lange bis das ganze Konstrukt vorbereitet ist.
AMNOC (besser währe AMNOCOUT) zum fertig machen und ruinieren; flächendeckende Diskriminierung durch Folgen von Rabattverträgen, Rufmord in Medien, Drangsalierung durch unqualifizierte aber lautstarke Tester
wie Tiefpunkt Warenpest; gezielter Aufbau von billigen aber gefährlichen Alternativprojekten (Pandoranische-Ketten und Großkotzerne). Und so weiter, und so weiter. Es ist so gewollt.
Wir sehen da einem gigantischen Wachstum zu und können nichts machen, denn die behäbige Ignoranz und Dummheit der politischen Strategen wächst ins boden und uferlose.
Schon Tucholsky ist daran zu Grunde gegangen.
Schönen Abend noch!
mehr...
eimer sagt:
21.12.2011 11:46@apotheker55
"sinn"?? wurde in den vergangenen 10 Jahren in der deutschen und eropäischen gesundheitspolitik irgend etwas sinnvolles gemacht???
der letzte macht das licht aus.
kanada soll ja ein schönes land sein ...
Apotheker55 sagt:
21.12.2011 11:41erst macht man die deutschen Apotheken kaputt, dann sollen Ausländer wieder welche eröffnen dürfen? Wo ist der Sinn?? Oder sind das dann die Filialen der niederländischen Internet Apotheken?