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Monika Koch, Vorsitzende des Sächsischen Apothekerverbands: "Wir brauchen in Sachsen weiterhin die universitäre Ausbildung von Pharmazeuten.“ (Foto: DAZ.online)

Monika Koch, Vorsitzende des Sächsischen Apothekerverbands: "Wir brauchen in Sachsen weiterhin die universitäre Ausbildung von Pharmazeuten.“ (Foto: DAZ.online)

Personalsituation in Sachsen

Koch: Wir brauchen die Pharmazie in Leipzig

Leipzig - „Der Sächsische Apothekerverband wird die sächsische Staatsregierung auffordern, ihre Verantwortung für den Staatsexamensstudiengang Pharmazie zu übernehmen“, so Monika Koch, Vorsitzende des Sächsischen Apothekerverbands (SAV). Parlament und Regierung seien gefordert, der Kahlschlag-Planung der Universität einen Riegel vorzuschieben.

Die Landesregierung Sachsens denkt darüber nach, das Pharmazeutische Institut in Leipzig zu schließen. Koch nimmt dazu in einem Interview mit der Apotheker Zeitung Stellung: „Die Rektorin meint, mit der Schließung der Pharmazie ihr Stellenproblem lösen zu können. Tatsächlich würde sie ihre Vorgabe so zur Hälfte lösen können. Wenn sie sich ein Opfer herauspickt – hier die Pharmazie – so hofft die Rektorin würden die anderen Fakultäten still halten.“ Dies will der SAV nicht hinnehmen. Daher werden man auf die die sächsische Staatsregierung zugehen und sie auffordern, „Verantwortung für den Staatsexamensstudiengang Pharmazie zu übernehmen“. 

Die Apothekengewerkschaft Adexa bedauert ebenfalls eine Schließung des pharmazeutischen Instituts in Leipzig. „Wenn allerdings Kammer und Verband unisono lamentieren, dass bereits im Jahr 2009 jede zweite angebotene Stelle in Apotheken nicht besetzt werden konnte, so die Adexa-Vorsitzende Barbara Neusetzer, „dann ist das hausgemacht und nicht auf eine vermeintlich zu geringe Studentenzahl zurückzuführen.“ 

Diesen Schuh zieht sich Koch nicht an. Im AZ-Interview nimmt sie dazu Stellung: „Die Behauptung der Adexa ist etwas abenteuerlich und die Analyse sehr schlicht. Auch in Sachsen ist der ADA/Adexa-Tarifvertrag Basis für die Gehaltsfindung. In der prekären Personalsituation der sächsischen Apotheken ist es unvorstellbar, dass es Apotheker geben soll, die bereit wären unter dem Niveau des Tarifvertrages zu arbeiten oder gar sich einem „Lohndumping“ unterziehen würden. Die Probleme liegen vielmehr in einem deutlichen Stadt-Land-Gefälle bei der Attraktivität von Arbeits- und Wohnorten und in der Erfahrung, dass viele Studenten nach einem Studium den Weg zurück nach Sachsen nicht mehr finden. Deshalb brauchen wir auch in Sachsen weiterhin die universitäre Ausbildung von Pharmazeuten.“

Das Interview mit Monika Koch finden Sie hier. 

Peter Ditzel / 16.12.2011, 15:58 Uhr

Kommentare:

praktiker sagt:
17.12.2011 12:40

Die ADEXA hat Recht!
Auf Frau Kollegin Koch hört eh keiner aus der Politik!

ad sagt:
17.12.2011 00:26

...niederschwellige Zugang und Laufburschenfunktion. Man vergleiche mit der echten Akademikerschaft. Welchem Abiturienten soll man das Apothekertum zumuten?

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