Sie sind hier: Tagesnews-Politik > News
Politik
GKV-Versorgungsstrukturgesetz
AOK kritisiert unnötige Kostensteigerungen
Berlin - Für Versicherte und Patienten bringe das neue Versorgungsstrukturgesetz (VStG) kaum einen Nutzen, kritisiert Uwe Deh, Vorstand des AOK-Bundesverbandes. Ihm zufolge treiben die Änderungen die Kosten für das Gesundheitssystem unnötig in die Höhe, anstatt für effektive Strukturreformen zur Bewältigung der mit dem demografischen Wandel verbundenen Aufgaben zu sorgen.
Das Versorgungsstrukturgesetz mache das Gesundheitswesen keineswegs fit für die Anforderungen einer alternden Gesellschaft, kritisiert Deh. Die Ausgabensteigerungen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) dürfen seiner Meinung nach nicht als notwendige Folgekosten des demografischen Wandels hingenommen werden. Der jüngst vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) vorgelegte Versorgungs-Report 2012 belege vielmehr, dass die Finanzen der GKV durch den demografischen Wandel weniger belastet werden als vielfach angenommen. Danach ziehen die steigenden Lebenserwartungen zwar höhere Ausgaben nach sich, allerdings keine „Kostenexplosion“.
„Das Kosten-Problem steckt in den Köpfen. Denn wir haben kein Demografie-, sondern ein dickes Strukturproblem“, erklärte Deh. Das eigentliche Problem der GKV sieht der AOK-Vorstand darin, „dass die Ausgaben der Krankenkassen für Ärzte, Krankenhäuser und Medikamente seit Jahren in schöner Regelmäßigkeit stärker steigen als die Einnahmen.“ Diesen Trend verstärkt das VStG seiner Meinung nach jedoch. Die Politik sollte daher endlich auf die strukturellen Ursachen, wie die nach wie vor starke Abgrenzung zwischen den einzelnen Versorgungsbereichen, eine Antwort finden. Anstatt diese Entwicklung zu stoppen, programmiere das VStG „unnötige Ausgabensteigerungen“, die auch nicht als „vermeintlich unvermeidbare Demografieeffekte bemäntelt“ werden dürften.
Juliane Ziegler / 02.12.2011, 10:29 Uhr
Sie können die News auch als RSS-Feed abonnieren:
Hier finden Sie weitere Informationen zum RSS-Feed der DAZ.online.





Banane (Stefan Haydn) sagt:
05.12.2011 09:05Die Ausgaben steigen stärker als die Einnahmen ?
Kein Problem, koppeln wir doch die Krankenkassen und ihre Mitarbeitergehälter die nächsten 8 Jahre auch von jeglicher Steigerung ab und frieren alles ein.
Es soll ja jeder seinen Beitrag leisten ;-)