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Dr. Peter Froese, Vorsitzender des Apothekerverbands Schleswig-Holstein: Noch nie in den zehn Jahren seiner Amtszeit habe er „eine solche Häufung von unverständlichen, maßlosen und wirtschaftlich dramatischen politischen Entscheidungen“ erlebt wie 2011. (Foto: DAZ/tmb)
Apothekerverband Schleswig-Holstein
Enttäuschung und doch große Erwartungen
Kiel - Tiefe Enttäuschung über die politische Entwicklung im Jahr 2011, aber zugleich große Erwartungen in neue Projekte zur Arzneimittelversorgung waren die zentralen Aspekte, die Dr. Peter Froese, Vorsitzender des Apothekerverbandes Schleswig-Holstein, bei der Mitgliederversammlung des Verbandes am 12. November in Kiel ansprach.
Das Jahr 2011 werde als „Jahr der Enttäuschung, der Verbitterung und der Wut“ in seine persönliche Historie als Verbandsvorsitzender eingehen, erklärte Froese. Noch nie in den zehn Jahren seiner Amtszeit habe er „eine solche Häufung von unverständlichen, maßlosen und wirtschaftlich dramatischen politischen Entscheidungen“ erlebt wie 2011. Besonders kritisierte Froese, dass ein bürgerlicher Gesetzgeber offenbar ohne Verständnis für die Zusammenhänge tief in das eingespielte und funktionierende System der Arzneimittelversorgung zur Apotheke eingreife.
Die zum 1. Januar 2012 vorgesehene Änderung der Preisbildung sei insbesondere deshalb unlogisch, weil sie die Apotheke beim Direktbezug zwinge, ein Honorar von 70 Cent an den Hersteller zu zahlen, obwohl die Apotheke das Risiko für Preisänderung, Verfall und Finanzierung trage. Die neue Preisbildung werde zu einer komplett neuen Struktur der Großhandelskonditionen führen. Für die anstehenden Verhandlungen wies Froese auf das Wesen einer Preisverordnung hin. Diese müsse in beiden Richtungen gelten. Daher dürfe es auch keine Zusatzentgelte geben.
Angesichts der Eingriffe auf den Handelsstufen würden die Apotheker vehement mehr Honorar von der Politik fordern. Außerdem hob Froese die Bedeutung von Kollektivverträgen hervor. Diese seien wichtig für die Patienten, weil sie damit die Leistung in der Apotheke ihrer Wahl erhalten könnten. Selektivverträge seien kein Ansatz, der die Versorgung verbessere. Für den Hilfsmittelbereich forderte Froese die Rückkehr zu Festzuschüssen. Außerdem forderte er die Politik auf, das auf dem Rücken der Patienten ausgetragene System der Rabattverträge zu beenden und stattdessen Festbeträge als einfaches, transparentes und wettbewerbsneutrales Instrument zu nutzen.
Angesichts der politischen Entwicklung sei es schwer, den Blick nach vorne zu richten, erklärte Froese. Doch sehe er große Chancen, die Versorgung multimorbider Patienten zu verbessern. Der Verband habe das Thema in Schleswig-Holstein in die Parteigremien getragen und stehe mit der Kassenärztlichen Vereinigung des Landes in Vertragsverhandlungen über ein Modell zum Arzneimittelmanagement. Ein weiteres Thema bei der Mitgliederversammlung war die Arzneimittelauswahl auf der Grundlage individueller genetischer Daten. Die Chancen dieser Entwicklung beschrieb Prof. Dr. Theo Dingermann. Einen ausführlichen Bericht über die Mitgliederversammlung finden Sie in der nächsten gedruckten Ausgabe der DAZ.
Dr. Thomas Müller-Bohn / 13.11.2011, 15:35 Uhr
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Nachdenklicher Heilberufler sagt:
15.11.2011 12:21Zu Apotheker sagt:
1. Die schlechte Teilnehmerzahl ist ein eindeutiger Beleg dafür, wie wenig Mitglieder noch an den LAV glauben. Ich denke jedes Mitglied das nicht da war sagt auch damit etwas aus,...
2. Glauben Sie mir, auch wenn Sie öffentlich dort argumentieren werden Sie erleben, dass man beim Sterben bitte nicht gestört werden will. Ein Teil hat aufgegeben, der andere ist verzeifelt. Wirklich was ändern will dort niemand, zumindest nicht so lange es noch genügend Mitglieder gibt, die zwar von der bisherigen Leistung gefrustet sind, aber hoffnungsvoll weiter Beitrag bezahlen, weil es einfach bequem ist weiter still zu halten und zu leiden.
Fazit: Es wird Zeit, dass Mitglieder hartnäckig nachhaltige Lösungen und Leistungen einfordern oder aber mit Austritten Reaktionen mehr...
alchemilla sagt:
15.11.2011 10:24Vor Jahren wurde uns das "e.K." aufgedrängt, wollen wir aber wie ein Kaufmann arbeiten und mit Rabatten kalkulieren, kommt die Krankenkasse daher mit der Meinung, daß die Rabatte ihr zustünden. Wieso eigentlich?
Die Krankenkasse soll uns für unsere Arbeit honorieren.Rabatte sind unsere Sache. Wie können wir immer wieder mehr Leistung für null anbieten????Neue Programme und Ideen , Kooperationen und weiß der Teufel noch was sonst noch, bringen uns nur mehr Arbeit und kein Geld, die Kasse will doch sparen.
Statt sich auf Forderungen nach Qualifizierungen einzu lassen würde ich gerne mal darauf aufmerksam machen, dß wir in Deutschland mit das beste Ausbildungssystem für Apotheker haben
Kann man das den Damen und Herren vielleicht einmal klar machen. Unser Beruf an sich sollte mehr...
Apotheker sagt:
15.11.2011 08:32Es wäre natürlich schön gewesen diese Kommentare hier am Samstag direkt vorzutragen, doch wenn ich sehe wieviele Kollegen es überhaupt interessiert hat, bzw. wieviele anwesend waren, da kann man sich nur schämen. Vor allem, wenn dann im Nachhinein im Schutze der Anonymität hier nur gemeckert wird.
Praktiker sagt:
14.11.2011 17:36Jammern und Befindlichkeiten helfen nicht weiter!
Kurzfristige Loesungsansaetze und Hilfen braucht das LAV-Mitglied!
Chancen,das Schicksal multimorbider Patienten
In SH zu verbessern,helfen dem LAV-Mitglied
betriebswirtschaftlich in 2012 nicht !
Der Zenith der LAVs ist nächstes Jahr ist nächstes Jahr auch in SH überschritten!
Nachdenklicher Heilberufler sagt:
14.11.2011 14:38Es wäre schön, nicht immer nur dann, wenn die Mitglieder einem direkt auf der Fußspitze stehen mit kernigen Worten auf "Wir Haben alles im Griff und treten engagiert für Sie ein" zu machen, sondern rechtzeitig und umfassend über den Status Quo zu informieren, notwendige Schritte zu tun und zielorientiert während des ganzen Jahres zu handeln. So könnte man es auch nach der Veranstaltung aufatmend interpretieren: " Wieder für ein Jahr die Mitglieder ruhig gehalten, auf dass die steigenden Beiträge bei sinkendem Leistungspotfolio sicher fließen (!)." Nach wie vor gilt: Die Apotheken in Schleswig Holstein (und darüber hinaus) brauchen nicht einen LAV (DAV) der sich dafür bezahlen lässt sie beim Jammern zu unterstützen, sondern der Lösungen für die alltäglichen Probleme mehr...
dietmar frensemeyer sagt:
14.11.2011 08:34warum ist das keine offizielles WOLF&BECKER - SPRECH ??