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Christel Johanns, Präsidentin der Apothekerkammer Mecklenburg-Vorpommern, zeigte sich enttäuscht über das Fernbleiben der Politiker beim Apothekertag Mecklenburg-Vorpommern: „Steckt System dahinter?" (Foto: DAZ)

Christel Johanns, Präsidentin der Apothekerkammer Mecklenburg-Vorpommern, zeigte sich enttäuscht über das Fernbleiben der Politiker beim Apothekertag Mecklenburg-Vorpommern: „Steckt System dahinter?" (Foto: DAZ)

Apothekertag Mecklenburg-Vorpommern

Ein Apothekertag ohne Politiker

Ahrenshoop - er Apothekertag Mecklenburg-Vorpommern am 5. November im Ostseebad Ahrenshoop fand ohne die Beteiligung von Politikern statt. Von vier Landespolitikern, die sich zunächst angekündigt hatten, sagten drei wegen zeitgleicher Parteiveranstaltungen und eine wegen Krankheit kurzfristig ab. Die FDP hatte den Besuch des Apothekertages gar nicht erst vorgesehen. Christel Johanns, Präsidentin der Apothekerkammer Mecklenburg-Vorpommern, erinnerte an frühere Apothekertage im Land, bei denen Politiker Grußworte gehalten hatten.

Doch jetzt zeige sich, dass „das Interesse an Apotheken sehr minimiert wird“. Johanns stellte die Frage in den Raum: „Steckt System dahinter?“ Dazu verwies sie auch auf den Deutschen Apothekertag in Düsseldorf. Dort seien von den Politikern nur noch Lippenbekenntnisse zu hören gewesen. Doch „wir wollen nicht Erfüllungsgehilfe sein, sondern freier Heilberuf“, forderte die Kammerpräsidentin.

Johanns fasste die Belastungen der Apotheken durch das AMNOG nur kurz zusammen. Die wirtschaftliche Situation, die schwierige Beziehung zum Großhandel, die Ängste der Apotheker, das „reale Leben mit Rabattverträgen“ und das Verhalten der Krankenkassen bei Retaxationen seien bekannt. Es bestehe die Hoffnung, dass das ABDA/KBV-Konzept eine Chance zu mehr heilberuflicher Tätigkeit biete. Doch es stehe „noch auf recht wackeligen Füßen“, so Johanns.

Im jüngsten Entwurf zur Apothekenbetriebsordnung betrachtet Johanns die Filialapotheken ohne Labor und Rezeptur, den Nacht- und Notdienst und die Mindestraumgröße als strittige Punkte. Als Konsequenz könnte die „Apotheke light“ entstehen. So drohe eine ähnliche Entwicklung wie bei den Pick-up-Stellen, die die Politiker nicht gewollt hätten. Doch die Apotheker hätten lange vor solchen Entwicklungen gewarnt.

Weitere Berichte über den Apothekertag Mecklenburg-Vorpommern und die wieder in Verbindung zum Apothekertag veranstaltete Scheele-Tagung in Ahrenshoop finden Sie in den nächsten gedruckten Ausgaben der DAZ.

Dr. Thomas Müller-Bohn / 06.11.2011, 11:14 Uhr

Kommentare:

Kollege sagt:
08.11.2011 12:23

Geehrte Kollegen,

keine Panik !

ABDA hat doch alles fest im Griff !!!
Wir wissen doch, es ist noch nicht die letzte Eskalationsstufe erreicht.

Bis dahin bitte schuften und pünktlich Beiträge zahlen, damit es in Berlin an nichts fehlt. Immerhin leistet ABDA seit Jahren top Arbeit, so daß wir auf "unsere Trupp" stolz sein können!

Erträge sprudeln nur so und die kommenden Jahre werden dank guter politischer Arbeit noch besser !!

Danke ABDA !

miwin sagt:
07.11.2011 18:24

Verd***t, wann wehren wir uns endlich ??

Praktiker sagt:
06.11.2011 13:13

Nach so einem Ausblick sollte von Standespolitikern der Aufruf zum Wehren und Empoeren kommen!

Aktuellen Anlass gibt es ja genügend!

Deutschlands Haupt- und Präsenzapotheker:
Brav Beitragszahlende Opferlaemmer der Berufspolitik!!!!

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