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Im Herbst 2010 begann das Projekt im Kreis Stade, das die Wirksamkeit, Sicherheit und Effizienz der Behandlung steigern soll. (Foto: bilderbox)

Im Herbst 2010 begann das Projekt im Kreis Stade, das die Wirksamkeit, Sicherheit und Effizienz der Behandlung steigern soll. (Foto: bilderbox)

Modellprojekt im Kreis Stade

Kooperation soll Compliance verbessern

Stade - Die engere Zusammenarbeit von Ärzten, Apothekern und Patienten gilt als aussichtsreicher Weg zu besserer Compliance. Ob dies in der Praxis gelingt, wird im niedersächsischen Landkreis Stade im Rahmen eines Modellprojektes getestet, zu dem nun erste Ergebnisse vorliegen.

Im Juni 2010 wurde dazu eine breit angelegte Kooperation gegründet. Dazu gehören die Kassenärztliche Vereinigung und die Apothekerkammer Niedersachsen, die Medizinische Hochschule Hannover (MHH), die Krankenkassen AOK Niedersachsen, Barmer GEK, DAK und HKK sowie die Herstellerunternehmen MSD Sharp&Dohme und Pfizer.

Im Herbst 2010 begann das Projekt, das die Wirksamkeit, Sicherheit und Effizienz der Behandlung steigern soll. Die Zusammenarbeit der Ärzte und Apotheker soll die individuelle Therapietreue und die System-Compliance der Patienten verbessern, um überflüssige Polymedikation, unerwünschte Ereignisse und Interaktionen zu vermeiden. Im Rahmen des Projektes wurden Teilnehmer eines Disease-Management-Programmes (DMP) zu Diabetes mellitus Typ 2 angeschrieben und um Beantwortung eines Fragebogens zur Zusammenarbeit mit Apothekern und Ärzten und zur Selbstmedikation gebeten.

Nach Angaben der Apothekerkammer Niedersachsen ist das Modellprojekt sehr erfolgreich gestartet. Mit über 200 eingeschriebenen Patienten sei die erwartete Zahl der Patienten weit übertroffen worden. Die Zahl der eingenommenen Arzneimittel betrug im Mittel 5,5. Der Durchschnitt der rezeptpflichtigen Schmerzmittel lag bei 0,6 Medikamenten pro Patient und Woche. Rezeptfreie Schmerzmittel seien weniger als erwartet angewendet worden. Für den Medikamentencheck habe sich die Mehrzahl der Patienten an die Ärzte gewandt. Die Zusammenarbeit mit Apothekern und Ärzten sei gleichermaßen gut bewertet worden. Die Patienten hätten großes Interesse an der Beratung bezüglich der Medikation gezeigt. Ob die Therapietreue und letztlich auch die Behandlungsqualität verbessert wurden, soll die weitere Evaluation zeigen.

Dr. Thomas Müller-Bohn / 02.11.2011, 12:14 Uhr

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