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Apotheker und Ärzte lehnen Drug-Checking ab. (Foto. Bilderbox)

Apotheker und Ärzte lehnen Drug-Checking ab. (Foto. Bilderbox)

Drug-Checking

Apotheker und Ärzte warnen vor Pseudo-Sicherheit

Berlin - Ärzte und Apotheker warnen vor Qualitätstests von Drogen in der Partyszene. Das sogenannte Drug-Checking könne Konsumenten die „Pseudo-Sicherheit vermitteln“, die von ihnen auf dem Schwarzmarkt zum Eigenkonsum erworbenen Drogen seien gesundheitlich unbedenklich, sagte Professor Götz Mundle von der Bundesärztekammer (BÄK) in einer öffentlichen Anhörung des Gesundheitsausschusses. Das komme „einer Ermunterung zum Drogenkonsum“ gleich.

Der Geschäftsführer des Geschäftsbereichs Arzneimittel der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), Martin Schulz, fügte hinzu, von analysierten Einzelproben könne nicht auf eine „sichere“ Charge einer unbekannten Gesamtmenge von Drogen geschlossen werden. Für eine Analyse von Beimischungen etwa bei Cannabis wie Haarspray oder Kleber seien zudem „aufwändigste Verfahren“ notwendig. Diese halte er im Rahmen mobiler Drug-Checking-Initiativen „für vollständig undurchführbar“, sagte der Pharmakologe.

Vertreter von Drogenprojekten befürworteten in der Anhörung hingegen die Möglichkeit zum Drogentest. Rainer Schmid vom Wiener Projekt „Check it“ erläuterte etwa, Drug-Checking erschließe Zielgruppen für die Präventionsarbeit, die sonst kaum zu erreichen wären. Für die Caritas Suchthilfe fügte Wolfgang Barth hinzu, Drug-Checking gehe in jedem Fall mit der Aufklärung über die Gesundheitsgefahren des Drogenkonsums einher. Thomas Bader vom Fachverband Drogen- und Suchthilfe betonte, oberstes Gebot der Suchthilfe sei es, den Schaden für Betroffene zu minimieren. Drug-Checking sei dazu ein Ansatz. Es gebe im Übrigen keine Hinweise, dass durch Substanzanalysen der Kreis der Drogenkonsumenten erweitert werde.

Der Anhörung lag ein Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (17/2050) zugrunde. In diesem weisen die Abgeordneten darauf hin, dass Beimischungen in Drogen zu „erheblichen zusätzlichen gesundheitlichen Risiken“ für die Konsumenten führen. Mit Drogen-Qualitätstests könnten die vorhandenen Gesundheitsrisiken „zumindest verringert werden“, schreiben die Abgeordneten. Sie fordern daher die Bundesregierung auf, ein wissenschaftlich begleitetes Modellprojekt aufzulegen, das „Wirkungen, geeignete Akteure und strukturelle Voraussetzungen der stationären und mobilen Substanzanalyse untersucht“. Ferner müsse für die Substanzanalyse von Drogen Rechtssicherheit geschaffen und bei den Ländern auf Unterstützung von Drug-Checking-Initiativen hingewirkt werden, heißt es in dem Antrag.

Die Bundesregierung hat in ihrer Antwort (17/7006) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke erst vor wenigen Tagen deutlich gemacht, dass sie Drug-Checking „nicht als Maßnahme der Drogenprävention“ ansehe und deshalb ablehne.

Lothar Klein / 29.09.2011, 09:36 Uhr

Kommentare:

MisterJesus sagt:
22.10.2011 00:50

Oh man!
Ermutigung zum Drogenkonsum?
Wohl eher umgekehrt!
Wenn man sich eine x beliebige Droge kauft hat man (außer als Checker) auch vor diese zu Konsumieren. Also entweder haut man sich irgendwas rein...kann ja auch extrem Giftig sein...oder man bekommt stattdessen eine andere Droge. (Es wurde schon Heroin mit typischen Kokainstreckmitteln als Kokain verkauft...)
Oder wenn Drug-Checking legal wäre, weiß das man sich, wenn man das konsumiert, ein Gift einfährt.
Also ich würde die Drogen dann eher nicht konsumieren und irgendwie anders vernichten...

@Pillenliesel Klar ziehen viele Politiker...aber das mit der Türklinke sagt rein gar nichts aus. Und ne Sitzplatzkontrolle auch nicht. Weil an so gut wie jedem Geldschein ist Kokain und Amphetamin sowieso...
Und mehr...

Pillenliesel sagt:
30.09.2011 13:55

Ich hatte den Abschnitt noch nicht zu Ende gelesen, da dachte ich mir, so ein Antrag könne eigentlich nur von den Grünen kommen. So isses denn auch.Was haben die denn wieder geraucht?
Jeder der Drogen nimmt, sollte sich dessen bewusst sein, dass es auch mal schief gehen kann. Und der reinheitsgrad von Heroin korreliert mit unfreiwilligen goldenen Schüssen.
Für die Alkis kontrollieren wir dann den Gehalt von Fuselölen in ihrem Schnaps.
Man sollte mal im Bundestag auch auf den Sitzplätzen der Abgeordneten mal wieder Wischtests (streng nach Fraktionen differenziert) machen, nicht nur auf den Türklinken zum Klo, wie geschehen.

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