Sie sind hier: Tagesnews-Politik > News

Politik

Es geht los: Der Rollout der eGK beginnt. (Foto: BMG)

Es geht los: Der Rollout der eGK beginnt. (Foto: BMG)

Elektronische Gesundheitskarte

Rollout der Offline-Gesundheitskarte startet

Berlin - Beim GKV-Spitzenverband ist man zuversichtlich: Knapp acht Jahre nach dem ursprünglich geplanten Start kommt nun die elektronische Gesundheitskarte (eGK). Von den 153 gesetzlichen Krankenkassen hätten bereits 130 ihre eGK im Gematik-Zulassungsverfahren, sagte heute Rainer Höfer, Abteilungsleiter IT-Systemfragen beim GKV-Spitzenverband, bei einem Presseseminar zur eGK in Berlin. Eigene schnelle Kassen haben bereits mit der Ausgabe begonnen, bis zum Jahresende werden viele nachziehen.

Die Krankenkassen kommen in Bewegung. Die Ausgabe der eGK läuft an  - auch wenn sie derzeit kaum elektronische Zusätze bietet und eher als „neue Gesundheitskarte“ zu bezeichnen ist. Bis zum Jahresende müssen sie zehn Prozent ihrer Versicherten mit dieser neuen Karte ausgestattet haben – sonst drohen ihnen Kürzungen bei den Verwaltungsausgaben. Aus Höfers Sicht ist das Ziel, die eGK noch in diesem Jahr an mindestens 6,9 Millionen der gesetzlich Versicherten auszugeben, durchaus erreichbar. Es gebe bereits eine Reihe von Kassen, die schon eine Zulassung für die Ausgabe ihrer Karte haben.

Auch die Arztpraxen bereiten sich vor. Die nötigen Lesegeräte sind teilweise schon installiert, jedenfalls vielfach bereits bestellt. Allerdings hat der begehrteste Anbieter Lieferschwierigkeiten. Ärzte, die bis Ende September bestellen, sichern sich dennoch die Finanzierung durch die GKV. Bis zum Jahresende sollten mehr als 90 Prozent der Arztpraxen mit den Geräten ausgestattet sein, so Wilhelm Wilharm von der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen/KV Telematik ARGE. Mehr Bürokratie müssen die Ärzte durch die neue Karte noch nicht fürchten. Bislang läuft sie lediglich im Offline-Modus – damit funktioniert das Einlesen der Daten nicht anders als bei der bisherigen Krankenversichertenkarte. 

Auch sonst wird sich durch die neue Karte nicht viel ändern. Auf ihr sind zunächst nur die Versichertenstammdaten gespeichert. Die Versicherten mussten lediglich ein Foto an ihre Krankenkasse schicken. Dieses soll künftig ihre eGK schmücken und damit Missbrauch verhindern. Darüber hinaus bleibt es für die Versicherten bei der gewohnten Handhabung.

Künftig sollen die Versichertenstammdaten dann online aktualisiert werden können. Doch das ist ebenso wie die Einführung weiterer Anwendungen noch Zukunftsmusik. Derzeit werden vier Projekte vorangetrieben: Dabei geht es neben dem Management der Versichertenstammdaten um die Notfalldaten, eine Digitalisierung der Kommunikation zwischen den Leistungserbringern sowie die Migration von Gesundheitsdatendiensten in die Telematikinfrastruktur. Apotheken betreffende Erweiterungen, insbesondere das eRezept und eine Arzneimittelsicherheitsprüfung, werden vermutlich noch einige Jahre auf sich warten lassen.  

Dennoch ist Höfer überzeugt: Die Installation der Kartenleser und die Ausgabe der eGK stellen einen ersten wichtigen Umsetzungsschritt in Richtung Telematikinfrastruktur dar. Kosten wird das Projekt die Kassen bis Jahresende übrigens schätzungsweise 170 Millionen Euro – für die Lesegeräte und zehn Prozent der Karten. Hinzu kommen noch Kosten, die im Rahmen der Lichtbildbeschaffung anfallen, Porto- und ggf. Prozesskosten. 

Kirsten Sucker-Sket / 28.09.2011, 11:39 Uhr

Kommentare:

Gunnar Müller / Detmold sagt:
29.09.2011 09:59

"............. Die Versicherten mussten lediglich ein Foto an ihre Krankenkasse schicken" -

Ein reizvoller Aspekt für bürgerlichen Ungehorsam ..........

Im übrigen:

.......werde ich dann sicherlich MEINE Kartenlesegeräte auch zu Lasten der GKV bestellen können, oder, liebe DAV/ABDA-"Vertreter"..........!??

R.I.P.

franca sagt:
28.09.2011 21:12

das "Stuttgart21 des Gesundheitswesens" - wer profitiert? Bestimmt nicht die Patienten.

Wer zahlt? Ohne gefragt zu werden? Die Pflichtbeitragszahler.

Apotheker B sagt:
28.09.2011 13:09

"Ärzte, die bis Ende September bestellen, sichern sich dennoch die Finanzierung durch die GKV."
"-schätzungsweise 170 Millionen Euro"

Ahh,ja!

Ich bin nicht neidisch,...nein!

Aber warum? Erwarten die kranken Kassen etwa Wiederstand in der Ärzteschaft.
Da scheinen ja manche Institutionen richtig heiß darauf zu sein, dass dieses
Kärtchen schnell, schnell, schnell ohne Reibungsverluste Daten liefert. Das lässt man sich dann schon mal ein paar
Millinchen (´tschuldigung Frau Sucker-Sket, -fand ich süß)kosten.

Kommentar abgeben:

Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz

 

 

Sie können die News auch als RSS-Feed abonnieren:

 

RSS-Feed Tagesnews Alle

RSS-Feed Tagesnews Politik

Hier finden Sie weitere Informationen zum RSS-Feed der DAZ.online.