Sie sind hier: Tagesnews-Politik > News
Politik

(Foto: The Health Hotel - Flickr.com)
Gesundheitswesen
Großbritannien spart bei Krankenhäusern
London - Der britische Gesundheitsminister Andrew Lansley (siehe Foto) kündigte Einsparungen im staatlichen Gesundheitsdienst (National Health Service, NHS) an. Der seit zehn Jahren verfolgte Plan, alle Krankenhäuser und Arztpraxen des NHS mit der gleichen Informationstechnik auszustatten, wird aufgegeben.
Das ehrgeizige Projekt war auf 12,7 Milliarden Pfund (etwa 14,6 Mrd. Euro) veranschlagt. Mehr als die Hälfte davon ist bereits ausgegeben, aber es war abzusehen, dass das Projekt viel teurer würde als geplant. Nun können die regionalen Health Service Trusts, die im Auftrag des NHS arbeiten, über die Wahl ihrer IT-Ausstattung selbst entscheiden, was erhebliche Kosten sparen soll.
Ferner hatte Lansley kritisiert, dass viele Health Service Trusts sich durch Investitionen übernommen haben und vor einem Kollaps stehen. Die langfristigen Finanzierungsverträge mit privaten Investoren sind für sie oft so ungünstig, dass die Summe der Rückzahlungen ein Vielfaches der Investitionssumme ausmacht. Das gilt übrigens auch für andere Bereiche des öffentlichen Dienstes in Großbritannien: Für privat finanzierte neue Krankenhäuser, Schulen und andere Projekte, die insgesamt einen Wert von etwa 50 Milliarden Pfund haben, muss der Staat langfristig 200 Milliarden Pfund zahlen.
Dr. Wolfgang Caesar / 23.09.2011, 12:39 Uhr
Sie können die News auch als RSS-Feed abonnieren:
Hier finden Sie weitere Informationen zum RSS-Feed der DAZ.online.




Silke Heinz sagt:
11.10.2011 12:29In Deutschland machen mir eher die Arztpraxen und deren Ausstattung sorgen. Letztens habe ich von bayerischen Praxen gehört, die noch Geräte aus den 60ern haben. Wir brauchen neue Finanzierungsmodelle für Arztpraxen und Krankenhäuser, was den Kauf von Geräten betrifft. Gerade jetzt, wo Banken nicht mehr so leicht Kredite vergeben, werden finanzstarke Firmen als Kreditgeber immer häufiger vorkommen. http://bit.ly/nbNkoN
Banane sagt:
26.09.2011 13:26Hier zeigt sich nur einmal mehr, daß den Staat die Abgabe von Aufgaben in private Hand im Gesundheitswesen im Endeffekt mehr Geld kostet, wie wenn er seine Aufgaben wahrgenommen hätte.