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Politik

Der Deutsche Hausärzteverband hält nichts von Wirkstoffverordnungen. (Logo: Deutscher Hausärzteverband)
ABDA/KBV-Modell
Weigeldt: Keine Vorteile für Patienten
Berlin - Der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, schätzt die enge Zusammenarbeit von Apothekern und Hausärzten bei der Arzneimittelverordnung. Beide wüssten sehr gut, was der jeweils andere leistet, betonte er heute. Das ABDA/KBV-Modell ist für Weigeldt dennoch keine Option: „Gegen diese Idee einiger Funktionäre, die den Patienten keinerlei Vorteile bringt, werden die Hausärzte weiterhin konsequent vorgehen“.
In den vergangenen Tagen hat sich die Stimmung zwischen dem Hausärzteverband und der Apothekerschaft aufgeheizt. Letzte Woche hatte sich der 34. Deutsche Hausärztetag einstimmig gegen die von ABDA und KBV geplante Wirkstoffverordnung ausgesprochen. Und zwar einschließlich jener Delegierten, die auch in KV-Vorständen Funktionen bekleiden, wie der Verband betont.
Aus Weigeldts Sicht macht es keinen Sinn, in der Arzneimittelverordnung getrennte Prozesse für Wirkstoffe und Originalpräparate einzuführen: „Das bringt keinerlei Vorteile für Patienten, es beseitigt nicht die Regressgefahr für die Hausärzte, und wir sehen das Problem, dass dem Apotheker wichtige Informationen über Diagnose und Indikation fehlen“. Der Hausarzt kenne dagegen das gesamte Krankheitsbild, mögliche Unverträglichkeiten gegen bestimmte Wirkstoffe, familiäre Hintergründe und die besonderen Bedürfnisse des Patienten. Weigeldt: „Gerade bei Mehrfachmedikation kann man Medikamente nicht einfach abgeben, ohne die Patienten gesehen zu haben, und viele unserer älteren, multimorbiden Patienten sind so schwer krank, dass sie auf einen Hausbesuch angewiesen sind.
Weigeldt verwies darauf, dass er bereits im Juni bei einem Gespräch mit ABDA-Präsident Heinz-Günter Wolf diese Argumente vorgetragen und davor gewarnt hatte, dass die Hausärzte dieses Projekt nicht mittragen könnten. Doch die ABDA habe das Projekt Wirkstoffverordnung mit der KBV vorangetrieben ohne jeden weiteren Kontakt zum Deutschen Hausärzteverband – und der vertrete immerhin die Mehrheit der Hausärzte in Deutschland.
Kirsten Sucker-Sket / 20.09.2011, 15:42 Uhr
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Elisabeth Jedamzik sagt:
22.09.2011 10:49@ Apotheker 55:
Meine kleine Polemik aus dem GKV- Gebetbuch :
"Willst Du ein System zerstören/ verändern, so stifte heilloses Chaos unter Deinen Abhängigen und sanktioniere streng und kleinlich sofort jeden vermeintlichen Verstoß gegen Deine selbsterstellten, oft sinnfreien Regeln. Baue massiv Bürokratie auf. Gestehe niemandem den kleinsten Entscheidungsspielraum zu. Verweise sofort auf die Sozialgerichte. Lasse dokumentieren, abheften, aufbewahren! Schaffe möglichst viele komplizierte, sich widersprechende Sachverhalte, aber trage nichts zur ihrer Klärung bei. Ignoriere und negiere Probleme. Sie existieren einfach nicht.Mach noch mehr Regeln.
So sicherst Du Deine Existenz und Deine Macht."
Wir sollten mehr Sand, nicht Öl im Rabattchaos sein !!!!!
Apotheker55 sagt:
22.09.2011 07:32@ Frau Jedamzik:
Sie bringen es auf den Punkt: für den Patienten interessiert sich niemand mehr. Das nennt sich dann Gesundheitswesen. MAcht und Einfluß sind wichtig. Aber was für eine MAcht ist es, den Patienten vorzuschreiben, was sie zu nehmen haben? Bringt das gottgleiche Gefühle? Was für arme Würstchen, die allesamt fehl am Platz sind.
Die Mitarbeiter in der Apotheke reden sich die Münder fusslig bei Kunden und Ärzten, um das Chaos abzumildern, bekommen trotzdem überall, von "Kunden", sogenannten Ärzten und Kassenfunktionären schlechte Kritik. DAs scheint auch zur Macht zu gehören, einen Berufsstand fertigzumachen, der im angerichteten Chaos den Überblick zu behalten versucht und es allen recht machen will. Wohl ein Fehler
Elisabeth Jedamzik sagt:
20.09.2011 18:25Man hat nicht das Wohl der Patienten im Auge sondern den Machterhalt und den Einfluss. Das ist auch genau das ,was im politischen Alltag nervt. Eine Idee ist deshalb nicht von vorneherein schlecht, weil sie aus einem anderen Lager stammt.
Pillenliesel sagt:
20.09.2011 18:22Herr Weigeldt hat grundsätzlich nicht Unrecht mit seinem Hausarztargument.(Mittelteil der Ausführungen) Das sollte er aber den Krankenkassen mitsamt ihren korrupten Rabattverträgen ins Ohr flüstern. Dort passt es wie die Faust aufs Auge.Die Medikation wird heute doch im Hinterzimmer der Kassen entschieden.
Mit dem schwarzen Koffer in der Hand...?
Winfried Meyer sagt:
20.09.2011 16:51... oder anders ausgedrückt :
aus
www.apotheke-adhoc.de/Nachrichten/Politik/16684.html
"(32) Community Mitglied
@ (31)
wie ich unter (18) schon andeutete, sollte geklärt werden, WIE die Abstimmung zustande kam. Wissen wir nicht aus jeglicher Art von "Parlamenten", dass es oft davon abhängt, WIE ein Thema "verkauft" wird ? Wenn man dann noch unterstellt, dass es keine wirksame "Oppositionsarbeit" innerhalb des Plenums gibt, wird ein einstimmiges Votum erklärbar. Ich nehme das Ergebnis mit Bedauern zur Kenntnis, würde aber gerne Hintergründe erfahren, bevor ich die Idee als "lahmen Gaul" einschätze."
Heilberufler sagt:
20.09.2011 16:49Einfach ganz nüchtern:
Nach diesem Vorgeplänkel zwischen den
Verbänden sollte man der Realität ins Auge sehen:
-Das KBV-Modell wird ein Modell bleiben-
alles andere ist apothekerliches Wunschdenken!
Norbert Söntgerath sagt:
20.09.2011 16:49Man muß sich die Äusserungen von Herrn Dr. Weigelt auf der Zunge zergehen lassen.
Da setzt man schon 4 Jahre die Rabattverträge um,welches nichts anderes ist als eine Wirkstoffverordnung
und jetzt hören wir, die Apotheker hätten das nicht gelernt.
Winfried Meyer sagt:
20.09.2011 16:42zu
"Doch die ABDA habe das Projekt Wirkstoffverordnung mit der KBV vorangetrieben ohne jeden weiteren Kontakt zum Deutschen Hausärzteverband"
ABDA = TeflonPfanne in der Hand des DAV ?
www.apothekenforum.com/htm/abdaorg.html
... die nur ein "JA" zu sich-selbst in Inzest und Klüngelsumpf beklatscht, alle anderen abweichenden Meinungen und Sichtweisen an sich abprallen läßt, mit Hinweis auf "legitimiert-gewählten" Alleinvertretungsanspruch der Deutschen-Apothekerschaft ?
Die jetzige ABDA (strukturell + personell sowieso) hat das "politische WIE" nie gelernt, Kommunikation ebensowenig ... aus Machtgier, ausgelebt in der Herde von kleinfragmentiert gehaltenen Schäfchen mit dem Mäntelchen eines angeblich mehr...
Apotheker55 sagt:
20.09.2011 16:30die Stimmung war nicht wegen der Sache an sich, sondern wegen der unmöglichen, unsachlichen und unwahren Kommentare seitens der Ärzte aufgeheizt.