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Politik

Annette Widmann-Mauz vertrat bei den Vereinten Nationen die deutsche Delegation. (Foto: UN Photo/Manuel Castro)

Annette Widmann-Mauz vertrat bei den Vereinten Nationen die deutsche Delegation. (Foto: UN Photo/Manuel Castro)

Vereinte Nationen

UN sagen Zivilisationskrankheiten den Kampf an

New York - Mit einer politischen Erklärung haben die Vereinten Nationen den Kampf gegen nicht übertragbare, zumeist chronische Krankheiten auf ihr Banner geschrieben. Spitzenpolitiker aus rund 140 Ländern beschlossen den Vorstoß am Montag auf einer „historischen“ Konferenz in New York. Mit ihr widmet sich die UN-Vollversammlung erst zum zweiten Mal in der Geschichte einem dringenden gesundheitspolitischen Thema. Vor zehn Jahren hatte sie globale Maßnahmen gegen die HIV/Aids-Epidemie angestoßen und damit viel erreicht.

Für die Direktorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Margaret Chan, heißt es jetzt, Strategien gegen Krankheiten zu entwickeln, die nicht von Bakterien oder Viren verursacht werden, sondern oft Folge eines urbanen Lebensstils sind. So gehen nach WHO-Angaben bereits 63 Prozent aller Todesfälle auf das Konto „nichtansteckender Krankheiten“ (NCD) – allen voran Krebs-, Herz- und Kreislaufleiden, Diabetes und chronische Atemwegsprobleme. Und die Tendenz ist steigend: Laut WHO dürfte die durch diese Krankheiten verursachte Sterblichkeit innerhalb der nächsten Dekade um 17 Prozent zunehmen. Dabei seien die höchsten Zuwächse in Afrika, Südost-Asien und im Östlichen Mittelmeerraum zu erwarten (über 20 Prozent). Fakt ist allerdings: Viele dieser Krankheiten teilen gemeinsame Hauptrisikofaktoren: Tabakkonsum, Bewegungsmangel, Alkoholmissbrauch und Ernährungsfehler. Und diese sind vermeidbar.

Chan will daher bis Ende 2012 ein Aktionsprogramm aufstellen. Dieses soll die Todesfälle und ihre Ursachen in den einzelnen Ländern erfassen und entsprechende Gegenmaßnahmen empfehlen, kündigte die WHO-Direktorin an. Doch schon dieser erste Schritt sei problematisch, denn „85 Prozent der Teilnehmerländer führen derzeit noch keine verlässliche Todesstatistik“.

Chan appellierte an die Konferenz, die „abscheulichen“ Marketing-Strategien der Tabakindustrie zu stoppen. Rauchen fordere mehr Todesopfer als irgendeine andere Ursache. Der Nahrungsmittelindustrie warf sie vor, sogenanntes Junk Food mit viel zu hohem Fett-, Zucker- und Salzgehalt auf den Markt zu bringen. „Wenn 40 Millionen Schulkinder fettleibig sind, heißt das, dass etwas schrecklich schief läuft“, warnte sie.

Die deutsche Delegation beim UN-Gipfeltreffen in New York wurde von der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium, Annette Widmann-Mauz (CDU), geleitet. Auch sie betonte, dass viele der jetzt in den Fokus genommenen Krankheiten durch vorbeugende Maßnahmen, die wenig kosten, vermieden werden könnten.

 

dpa/DAZ.online / 20.09.2011, 16:34 Uhr

Kommentare:

HJM sagt:
25.09.2011 20:27

Bei der Kommentar-Eingabe blieb unklar, ob die eMail-Adr. mit veröffentlicht wird - das scheint nicht der Fall zu sein.

Wenn jemand den vorangehenden Text liest und mir antworten will, nenne ich hier noch meine Post-Adresse (eMail-Adr. sollte man wg. Spam-Terror besser nicht veröffentlichen...):
Herrenberger Str. 21, 72070 Tü

Dr. Heinz Joachim Mensing sagt:
25.09.2011 20:17

(Z.B.) Krebs NICHT von Bakterien oder Viren verursacht?!? Kennen diese geistigen Tiefflieger die IARC-Monografie von 1994 zu H.pylori nicht? (Aus der "eigenen" Krebsforschungs-Institution der WHO bzw. UNO in Lyon.) Dieser "Magenkeim" ist ein Typ1-Karzinogen!! Allerdings zusätzlich von der Eisen-Verfügbarkeit abhängig, weswegen Männer und v.a. Fleischfresser ein erheblich höheres Risiko haben, vgl. u.a. DKFZ-Presse-Mitteilung Nr.33 / Mai 2006... Die Zahl der jährlichen Magenkrebs-Toten aufgrund chronischer H.pylori-Infektion wird weltweit auf 0,5 - 1 Million geschätzt, v.a. in Asien (China usw.)!
--- "Krebs-Viren": Soll man Prof. Harald zur Hausen seinen Nobelpreis aberkennen?

Beispiel Brustkrebs: Konkordanz bei EZ nur ca. 18%, d.h. mehr...

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