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Ulrich Weigeldt bleibt Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes. (Foto: Sket)

Ulrich Weigeldt bleibt Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes. (Foto: Sket)

Weigeldt bleibt Hausärzte-Chef

Hausärzte wollen dispensieren

Berlin - Der 34. Deutsche Hausärztetag hat seinen Bundesvorstand neu gewählt. Ulrich Weigeldt wurde mit 109 Stimmen der insgesamt 118 Delegierten im Amt des Bundesvorsitzenden des Deutschen Hausärzteverbandes bestätigt. Große Einigkeit bestand bei den Hausärzten zudem in der Ablehnung des ABDA-KBV-Arzneimittelversorgungskonzepts. Vielmehr forderte Weigeldt ein erweitertes Dispensierrecht für Hausärzte.

Weigeldt wird dem Deutschen Hausärzteverband damit für weitere vier Jahre vorstehen. Als erster stellvertretender Bundesvorsitzender wurde der bayerische Landesvorsitzende Dr. Dieter Geis gewählt. Der Deutsche Hausärztetag unterstütze mit dieser Wahl klar den Kurs für eine Tarifautonomie der Hausärzte, Wettbewerb mit Selektivverträgen für bessere Versorgungslösungen und eigene Strukturen der Vertragsumsetzung, hieß es.

Abseits der Wahl seiner Spitze haben die Hausärzte bei ihrem Treffen letzte Woche in Berlin vor allem über das Versorgungsstrukturgesetz diskutiert. „Ohne Hausärzte ist die ambulante Versorgung nicht sicherzustellen“, betonte Weigeldt. Die Hausarztverträge, die der Hausärzteverband geschlossen hat, seien „ein entscheidender Beitrag, dass die Hausärzte in Deutschland überleben können und dass Nachfolger für die Versorgung unserer Patienten gefunden werden“.

Einstimmig erteilten die Delegierten zudem den Plänen von ABDA und KBV, „mittels Wirkstoffverordnung einen Transfer von ärztlicher Kompetenz an die Apotheker zu vollziehen", eine klare Absage. „Wenn diese Vorstellungen umgesetzt würden, würden wir nicht nur Kompetenzen an die Apotheker abgeben, sondern die Regressgefahr eher erhöhen als senken; jedenfalls für den hausärztlichen Versorgungsbereich“, sagte Weigeldt. „Wir sind nicht bereit, für ein durchsichtiges Apothekerförderprogramm die sichere Arzneimittelversorgung unserer Patienten aufs Spiel zu setzen“.

Der Hausärzteverband setzt dagegen auf die Kompetenzen der Hausärzte – und dabei will er auch laut neu über das Dispensierrecht nachdenken. „Wir üben dieses auch schon bisher ohne Probleme beispielsweise bei den Impfstoffen sogar in der Kühlkette aus. Warum sollten wir nicht auch ein Kontingent von Arzneimitteln in der Praxis vorhalten für die Akutversorgung im Notdienst und für Hausbesuche“, so Weigeldt.

Unterstützt wurde der Hausärztetag übrigens von einige Firmen – darunter das wackelnde Joint-Venture Medco Celesio.

 

Lesen Sie hierzu auch:

ABDA/KBV-Konzept: Hausärzte-Chef Weigeldt: „Apotheken-Fütterprogramm“

Kirsten Sucker-Sket / 19.09.2011, 09:44 Uhr

Kommentare:

okc sagt:
21.09.2011 09:35

Kann mich meinen Vorredner nur anschließen, die Ärzte blicken so schon oft nicht durch. Nicht nur der pharmakologische Aspekt fehlt häufig,sondern auch der geschäftlich kaufmännische Part ist bei den Medizinern eben nur stiefmütterlich behandelt worden. Und wann soll der Patient dann noch behandelt und beraten werden, wenn der Arzt zum Möchtegernapotheker mutiert. Der Patient an sich kommt ja schon oft schlecht beraten aus der Praxis in die Apotheke,wo wir als Apotheker noch den beratenden Part des Arztes übernehmen müssen. Mir ist das ein Rätsel wer sich so einen Schwachsinn ausdenkt. Aber Eines ist mir schon immer klar gewesen, die Ärztegemeinschaft schielt schon lange nach einer Chance das Dispensierrecht ausüben zu dürfen und wittern in der jetzigen Zeit von Gesetzentwurfsüberhäufungen mehr...

pille sagt:
20.09.2011 14:47

Es gibt ländliche Gebiete, in denen kein Hausarzt mehr arbeiten möchte. In diesen Gebieten gibt es noch Apotheken. Anstatt diese Apotheken finanziell zu ruinieren sollte man darüber nachdenden hier die Komeptenzen zu erweitern.

banane sagt:
20.09.2011 11:19

Um Gottes Willen! Dispensierrecht für Ärzte?

Ich will ja niemandem zu nahe treten, aber ich denke dabei an geteilte Omeprazol-Tabletten, Tabletten für Patienten mit Schluckproblemen, magensaftresistente Tabletten für Sondenpatienten, etc...
Alles Alltagserfahrungen.
Im Sinne des Patienten: Bitte nicht!

Schon Schade, wenn man den Hals nicht voll kriegt.

Elisabeth Jedamzik sagt:
20.09.2011 10:02

..... dann weiss er wirklich nicht wovon er redet und was in Apotheken vor sich geht! Sic tacuisses.....

j.k. sagt:
19.09.2011 18:27

...gesponsort von Medco Celesio. Ein Schelm, wer böses denkt....

p.b. sagt:
19.09.2011 11:14

Dispensierrecht?Wie stehts denn da mit
Rabattverträgen,Importen preisgünstigen Arzneimitteln,Retaxationen,etc?Ob der Hausärzteverband
so richtig durchschaut ,was da auf die Hausärzte zukommt,wage ich mal mehr als zu bezweifeln.Die Zeiten sind vorbei,in dem man einfach in einen Schrank greift und das abgibt was man gerade hat.Allein die Kosten der Software ,die
sich die Ärzte anschaffen müßten, mit den regelmäßigen Updates.Ich glaube ,dass die wenigsten Hausärzte sich das gerne antun würden,wenn ich mir mal ansehe welch große
Anzahl der ausgestellten Rezepte der Korrektur durch die Apotheke bedarf.

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