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Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (re.) zu Besuch beim Apothekerverband Nordrhein. Thomas Preis, der Vorsitzende des AV Nordrhein, konfrontierte Bahr mit den Problemen der Apotheker.  (Foto: AV Nordrhein)

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (re.) zu Besuch beim Apothekerverband Nordrhein. Thomas Preis, der Vorsitzende des AV Nordrhein, konfrontierte Bahr mit den Problemen der Apotheker. (Foto: AV Nordrhein)

Bahr beim Apothekerverband Nordrhein

Keine Entlastung in Sicht

Düsseldorf - Eine Lockerung der für Apotheken, Großhandel und Pharmaindustrie schmerzlichen AMNOG-Sparauflagen ist trotz der inzwischen eingetretenen und noch zu erwartenden Überschüsse in den GKV-Kassen nicht zu erwarten. Dies machte Gesundheitsminister Daniel Bahr auf einer Veranstaltung des Apothekerverbandes Nordrhein am 15. September in Düsseldorf deutlich.

Die Regierungskoalition hatte die Sparbeschlüsse des AMNOG – Preisstopp, erhöhte Zwangsrabatte, Senkung der Großhandelsmarge – 2010 und Anfang 2011 bei verschiedenen Gelegenheiten damit begründet, dass in 2011 mit einem Kassendefizit von dramatischen 11 Mrd. Euro zu rechnen sei. Die Prognose war offensichtlich falsch. Bis Jahresmitte haben die Kassen statt eines massiven Defizits („Notsituation“) einen „kleinen Puffer“ (Bahr) von 2,4 Mrd. Euro angesammelt. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft erwartet, dass der Überschuss im Gesundheitsfonds und bei den Kassen bis Jahresende auf 10 Mrd. Euro anwachsen werde – ein Ergebnis auch der günstigen Konjunktur und Beschäftigungslage. Bahr sieht gleichwohl keine Möglichkeit, die Sparbeschlüsse zu entschärfen. Denn niemand wisse, wie sich die Wirtschaft im nächsten Jahr entwickle.

Die Kritik aus der Apothekerschaft, dass neben der Erhöhung des Zwangsrabattes auf 2,05 Euro auch die Spannenkürzung beim Großhandel zu einer Belastung der Apotheken führe, konterte Bahr mit dem Hinweis, die Koalition habe den Kassenrabatt ursprünglich nicht antasten wollen. Das Sparziel (von 400 Mio. Euro) habe man allein durch Senkung der Großhandelsmarge erreichen wollen. Die Aufteilung – 200 Mio. Euro durch Erhöhung des Kassenrabattes, 200 Mio. Euro durch Margenkürzung beim Großhandel – sei auf Wunsch der Apothekerschaft zustande gekommen. Er überblicke nicht, wie sich die Belastung auf Großhandel und Apotheken verteilt habe und sei gespannt auf das Zahlenmaterial, das die ABDA dazu angekündigt habe.

Dr. Klaus G. Brauer / 16.09.2011, 09:34 Uhr

Kommentare:

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Ingo Dramburg sagt:
19.09.2011 13:09

Liebe Kollegen,

Dass die ABDA nichts macht wissen wir doch inzwischen alle und die Diskussionen hier bringen auch nichts.
Ich beobachte seit geraumer Zeit diese Foren, jeder meckert und keiner macht was.

Es reicht. Ich fange jetzt an !
Ich habe bei Facebook eine Seite "Apothekerprotest" aufgesetzt (jetzt gerade eben).
Wer mag, melde sich bei FB an und werde Freund von Apothekerprotest.
(Kann sein, dass sie noch nicht gefunden wird, die nächsten Tage mal schauen)

Wir werden dann ja sehen wie groß die Basis für den Unmut ist. Wenn da ein paar hundert "Freunde" zusammenkommen, kann man ja vielleicht eine Demo in Berlin organisieren.

Ohne Öffentlichkeit geht in der Politik doch nichts mehr. Zu Adenauers Zeiten wahr das mehr...

Reinhard Rodiger sagt:
17.09.2011 19:03

@ Uve Hansmann

Ich habe auch was gegen anonyme Diskussionen Trotzdem gibt es Anregungen-auch Kritik ist eine- ,die ernst genommen sein sollten.Sie werden ua hier geäussert,um sich Luft zu machen oder
nach ähnlich Denkenden zu suchen.Nur bei der ABDA habe ich nur Teflon-Erfahrungen.Alles
perlt ab.Genauso kann ich in den Grunewald gehen und Bäume kneifen,um sie zum reden anzuregen.Das gelingt nicht.So ist nicht nachvollziehbar,weshalb noch irgendeine Unklarheit
zur finanziellen Lage der Apotheken besteht.Alle Daten,die eine wirtschaftliche Einordnung er-
möglichen liegen vor. Wenn die Politik nicht zuhören will,gilt es andere Wege der Kommunikation zu suchen.Hier gibt es offenkundig Störungen.ABDA und Basis ist so was wie Himmel und Hölle.
Auf den Wolken lebt mehr...

M.R. sagt:
17.09.2011 14:11

@ howy

vielen Dank für Ihre Ausführungen.

Foren kann man nutzen, um Anregungen, Meiniungen und vielleicht konkrete Vorschläge abzuschöpfen.

Herr Uve Hansmann hat bisher keinen Vorschlag zur verbesserung des Misstandes gemacht.

Wie Sie schon sagten howy, unterscriftensammlung macht Arbeit. damit Herr Hansemann das nicht tut, sagt gleich , das wird nichts bringen.

Lächerlich ist nur derjenige, der am Front sitzt und nichts tut.

howy sagt:
17.09.2011 13:17

@ Uwe Hansmann
zum Thema "anonym":
Für die Diskussion, Anregungen, Vorschlägen von Themen
(evtl. Beschimpfungen) in diesem Forum spielt es keine Rolle ob das nun der "Meier Hansi" oder der "Wagner Fritz" gesagt hat. Man kennt sich mit großer Wahrscheinlichkeit eh nicht untereinander.
Zum anderen liegen die e-mail Adressen dem DAZ-Verlag vor. Also nicht "ganz" anonym.
Sie haben recht, wenn Vorschläge nötig sind. Doch die brauche ich in den Gremien, wo was entschieden wird. Aber die Amtierenden, also evtl. auch Sie, könnten sich in diesen Foren Stimmungen, Meinungen und auch evtl. Vorschläge abholen. Doch wenn einer kommt (Unterschriften-Liste) tun sie ihn per Lächerlichkeit ab (stinkt ja auch nach Arbeit, ich weiß).
Zum mehr...

Uwe Hansmann sagt:
17.09.2011 11:39

An alle anonym in diesem Forum schreibenden Kollegen(Ausnahme Kollege Zeimke - Grüße aus Lilienthal nach Brake!):

Oute mich als Samstags- und morgen im Notdienst - nicht im öffentlichen Dienst - arbeitender Berufsvertreter im Landesapothekerverband Niedersachsen e.V., der Montag wieder nach Berlin zur Sitzung in die Jägerstrasse fährt.


Muß ich nun deswegen schon ein schlechtes Gewissen haben? Ich meine nein.

Alle notorischen ABDA-Kritiker bitte ich um durchführbare, konkrete Vorschläge zur Verbesserung.

Bisher kann ich in diesem Forum leider keine entdecken oder will etwa ernsthaft jemand behaupten Unterschriften sammeln gegen gesetzlich verankerte Rabattverträge vor dem Hintergrund der derzeitigen Einsparungen bei den Kassen würde mehr...

M.R. sagt:
17.09.2011 10:03

Schimpfen bringt gar nicht. Wir müssen was unternemen..

Wir müssen Unterschriften gegen Rabattverträge sammeln.. Wenn wir mehrere Mio. Unterschriften haben, können wir damit argumentieren, dass die Rabattverträge gegen der Willen der Beitragszahler praktiziert werden. Wir konnten damit zum europaechen Gerichtshof für Menschenrechte gehen.

Fakt ist: So kann es nicht weiter gehen.

Heilberufler sagt:
17.09.2011 09:29

@howy Zustimmung!

Hier wird nicht undifferenziert auf Verbände geschimpft.

Tatsache ist die zitierte Infusionsaustrocknung.

Tatsache wird sein, dass viele im nächsten Jahr
den Landesapothekerverbänden wegen
Erfolgslosigkeit des DAVs den Rücken kehren werden!

howy sagt:
17.09.2011 09:09

@apotheker:
warum so viele hier auf die Verbände schimpfen?
Gute Frage!
Ich denke mal, dass sie im öffentlichen Dienst tätig sind und den aktuellen Frontverlauf nicht mitbekommen.
Zum Thema Rabatt-Preise und andere Auswüchse:
als e.K. hat man sich im Markt zu gerieren und wie in jeder anderen Branche gehört Werbung dazu.Da müßte eben die "Berufs-Vertretung" tätig werden und uns aus der Zwitterrolle "Kaufmann - Heilberufler" befreien. Aber selbst die Ärzte müssen ja schon Igeln!
Bei den Apothken ist es halt inzwischen wie im real life:
Da gibt es im Lebensmittelhandel Discounter, Supermärkte, Bio-Märkte und Delikatess-Läden (diese hauen dann auch nicht mit Rabatten rum) - und diese Realität gilt es zur Kenntnis zu nehmen, ob Sie uns mehr...

Apotheker sagt:
16.09.2011 20:16

Immer wieder interessant, wie undifferenziert auf Verbände und ABDA geschimpft wird. Wer hat seine Zahlen schon offengelegt ? Wäre dringend nötig, denn woher soll denn die ABDA sonst Zahlen haben ? Und: Bei der Politik kommt nicht an, dass uns dieses beschissene AMNOG die Luft abschnürt. Die Politiker nehmen mit Grinsen zur Kenntnis, dass noch immer genug Luft im System zu sein scheint, 40 % auf Ibu zu geben, Taler zu verschleudern, Rabatte auf Rx anzudienen etc etc. Bei aller Kritik an der ABDA: Da sind die Apotheken SELBST schuld, wie sie nach aussen wirken !

SusiK sagt:
16.09.2011 19:19

Man fragt sich schon...
Wenn man etwas erreichen will sollte man auch handeln: also her mit den Zahlen!!!
Ich frage mich regelmässig, warum wir so viel Geld an die Verbände zahlen, die wie es scheint vor Angst(?) nicht den Mund aufbekommen.
Ich schließe mich meinem Vorredner an: Wenn wir nicht zusammenhalten, gehen wir den Bach runter.
Einer fängt an, alle ziehen nach:
Preise runter und schon wird nichts mehr verdient!
Dabei müssten wir alle die Preise erhöhen!!
Trotzdem: Ich lasse mir den Spaß nicht verderben. Ich mache meinen Beruf immer noch gerne und das merken unsere Kunden auch!

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