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Politik

Hausärzteverband geht in Opposition zum ABDA/KBV-Konzept. (Foto: Sket)
ABDA/KBV-Konzept
Hausärzte-Chef Weigeldt: „Apotheken-Fütterprogramm“
Berlin - Der Widerstand gegen das ABDA/KBV-Arzneimittelkonzept wächst: Jetzt lehnt auch der Verband der Hausärzte die von der Regierungskoalition geplante Einführung von Modellprojekten ab. „Das ist ein Apotheken-Fütterungsprogramm. Ich bin sicher, dass wir uns auf unserer Delegiertenversammlung dagegen aussprechen werden", sagte Verbandschef Ulrich Weigeldt der „Süddeutschen Zeitung“ unmittelbar vor dem Verbandstreffen in Berlin.
Er selbst halte den Vorschlag für ein Programm, das keinerlei Vorteile für die Patienten bringe. „Es sind vor allem die Apotheker, die von diesem Modell profitieren." Der Hausärzte-Verbandsvorsitzende Weigeldt sagte, er könne nicht verstehen, dass die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) ärztliche Kompetenzen abgeben wolle, um einen anderen Berufsstand zu unterstützen. Der Hausärzteverband werde Mittel und Wege finden, um das Modell zu verhindern.
Der Widerstand der Hausärzte ist ernst zu nehmen. Die Hausärzte betreuen mit Abstand die meisten Patienten. Nach eigenen Angaben sind im Verband 32.000 der rund 60.000 Hausärzte organisiert.
Lothar Klein / 15.09.2011, 14:09 Uhr
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Dr. med. Bernd Irle sagt:
16.09.2011 00:21Wenn wir Hausärzte "aut idem" ankreuzen, setzen wir uns der Regreßgefahr der Unwirtschaftlichkeit aus. Ich kreuze nur bei Phenprocoumon und l-Thyroxin Einnahme an, da ich dafür einen medizinischen Grund habe. Generika dürfen bis 30% von der Galenik der zugelassenen Substanz abweichen und trotzdem ausgegeben werden. Das kann für viele Patienten lebensgefährlich werden, abgesehen von der Verwirrung über das verschiedene Aussehen der Rabattpräparate. Wenn die Kassen so weiter machen, sollten sich Ärzte und Apotheker für eine bezahlte Verblisterung von Dauermedikamenten in Apotheken stark machen.
Glück auf
aus dem Ruhrgebiet
Ihr
FA Allgemeinmedizin
Dr. B. Irle
Elisabeth Jedamzik sagt:
15.09.2011 20:48@Apatsche:
Das kommt hin. Machtspiele und Schwänzemessen innerhalb der konkurrierenden Verbände und Vertretungen. Und dann pisst man noch einer anderen Berufsgruppe ans Bein.
Das tut Kleingeistern gut.
Apatsche sagt:
15.09.2011 20:36Die Motive, die hinter den Äußerungen des Hausarztes Weigeldt stehen, sind vermutlich andere: Der Verband der Hausärzte hasst anscheinend die KBV (laut apotheke-adhoc); die Ärzteverbände wetzen derzeit ihre Skalpelle gegeneinander. Vermutlich würde Herr Weigeldt jeglichen Vorschlag der KBV ablehnen.
Die Schranzen im Bundesgesundheitsmysterium und die bombastischen Parasiten der GKV werden sich schon jetzt freuen: Diese Vorgänge vermitteln nicht gerade den Eindruck eines geschlossenen Willens der beiden Heilberufe. Die Allianz scheint zerbrochen, noch bevor die Detail-Diskussionen gestartet sind.
Jetzt kann der Spitzenverband fortfahren, die offensichtlichen Splittergruppen der Apotheker- und Ärzte-Verbände und -Selbstverwaltungen nach und nach einzeln zu mehr...
M.R. sagt:
15.09.2011 20:10Der Gute Mann hat Angst, dass er seine LLUXUS Ausflüge vom bestimmten Herstellern nicht mehr bezahlt bekommt.
lächerlich!!
p.b. sagt:
15.09.2011 16:32Ich als Apotheker gebe zur Zeit überwiegend Arzneimittel ab,deren Hersteller mir vomn meinem PC vorgeschrieben werden.Und momentan ist es in den allermeisten Fällen relativ unerheblich ,was der Arzt auf das Rezept schreibt.In meiner Apotheke ist es jedenfalls so und ich nehme an in den meisten anderen Apotheken ,die korrekt arbeiten ist es auch so.
Nachher ist eben nicht mehr der Rabattartikel das maßgeblich.Alles was
zählt ist immer nur der Preis.Wir sparen an uns selbst 2,8Mrd Euro aber die klugen Verbandsherren verdienen
immer noch das gleich oder mehr.
LandApo sagt:
15.09.2011 16:17schließe mich Apotheker55 voll an:
jeder Arzt, der die "aut idem"-Möglichkeit nicht nutzt,
dem ist logischer Weise auch die heilige Kuh mit dem Namen "Therapiehoheit" völlig egal.
Etwas anderes zu behaupten ist nur noch seichter Populismus (Frage: Warum ?).
Derzeitige Realität und Praxis sind immer noch Rabattverträge der Krankenkassen, deren "Hoheit" weit weg von den Ärzten liegt ...
Dieses "partnerschaftliche" Konzept wäre die erste Möglichkeit seit langem, Ärzten und Apothekern gleichermaßen eine evidenz-basierte Handlungsbasis zu schaffen, die frei vom einzelnen diskontinuierlichen "Krankenkassen-Deals" ist !
Sind wir den selbst in Gemeinschaft immer noch nur die mehr...
Michael Zeimke sagt:
15.09.2011 16:05In 40 Jahren Berufserfahrung konnte ich
feststellen, dass die Allgemeinärzte sicher nicht zu der ärztlichen Elite
gehören.
Apotheker55 sagt:
15.09.2011 15:49außerdem ist es Quatsch. Eine Apotheke bekommt da nicht mehr und wenn der Arzt nur den Wirkstoff verschreibt, gibt er die Therapiehoheit nicht aus der Hand. Jedenfalls nicht mehr als bisher, wo doch absolute Laien, nämlich Kassenfunktionäre bestimmen, was der Patient erhält. Ist das besser? Wohl kaum.
Apotheker55 sagt:
15.09.2011 14:57ich versteh es nicht. Was soll der ewige Neid? Es ist zum Nachteil der Patienten.