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Keine Freunde des ABDA/KBV-Konzepts: Die AOK-Vizechefs Paffrath und Graalmann. (Foto: Sket)

Keine Freunde des ABDA/KBV-Konzepts: Die AOK-Vizechefs Paffrath und Graalmann. (Foto: Sket)

ABDA/KBV-Konzept

Einsparungen müssen Patienten zugutekommen

Berlin - Das ABDA/KBV-Konzept zur Arzneimittelversorgung bekommt eine Menge Gegenwind. Auch bei der heutigen Vorstellung des Arzneimittelverordnungs-Reports (AVR) kam es zur Sprache. Der einhellige Tenor: Das Modell ist kein taugliches Instrument zur Ausgabensenkung.

„Wenn derzeit für andere Modelle als Rabattverträge geworben wird, so dient dies nur dazu, dass bestimmte Gruppen am rationalen Verordnungsverhalten – das das SGB V ohnehin vorschreibt – noch etwas mehr verdienen wollen“, erklärte der AVR-Mitherausgeber Dr. Dieter Paffrath. Und das ist für ihn, der zugleich stellvertretender Vorsitzender der AOK Nordwest ist, keine Option.

Unterstützung bekommt Paffrath von Jürgen Graalmann, dem stellvertretenden Vorstandschef des AOK-Bundesverbandes. Er kann dem Modell zwar Positives abgewinnen – nämlich die Wirkstoffverordnung und das Eingeständnis, dass weiteres Einsparpotenzial im Arzneimittelbereich vorhanden ist. Nicht akzeptabel ist aber auch für ihn, dass diese Einsparungen nicht den Patienten zugutekommen sollen. Richtig „beunruhigend" ist für Graalmann zudem die Vorstellung, dass das Instrument die Rabattverträge aushebeln könnte.

Auch der AVR-Herausgeberberater Dr. Leonhard Hansen – der mittlerweile keinen Lobbyistenposten mehr besetzt, sondern neben seiner Tätigkeit als Arzt künftig Mitglied des AMNOG-Schiedsamtes sein wird – hat wenig Hoffnung, dass das ABDA/KBV-Modell durchschlagende Wirkung hat. Schon jetzt hätten Ärzte ausreichend Möglichkeiten, ihre Patienten sinnvoll und hilfreich zu behandeln, ohne dass die Kassen dabei in finanzielle Schwierigkeiten kommen oder gar sie selbst Regresse fürchten müssten – letztere Gefahr ist aus Hansens Sicht ohnehin völlig überschätzt. Doch schon jetzt würden diese Optionen kaum genutzt. Dass sich nun alle Ärzte dem ABDA/KBV-Konzept getreu verhalten würden, sieht Hansen nicht. Sein schlichter Kommentar zu den Plänen der Regierungsfraktion lautet daher: „Marie, gute Nacht“.

Kirsten Sucker-Sket / 14.09.2011, 14:58 Uhr

Kommentare:

Jochen Pfeifer sagt:
15.09.2011 09:50

Wo in unserer Wirtschaft wird von Marktteilnehmern verlangt, dass man Vorschläge zur Kosteneinsparung macht und diese auch durchführt- dafür aber nicht honoriert wird? Bei Apotheken!! Wir Apotheker haben meines Erachtens den Fehler gemacht, uns zu sehr auf diese berühmt-berüchtigten € 8.10 zu versteifen mit dem Erfolg, dass die Krankenkassen diesen Betrag jetzt als "All inclusive" Leistung verstehen und sämtliche Leistungen des Apothekers (jetzt und in Zukunft) damit abgegolten sehen wollen. Wenn wir hier nicht zu einer Lösung kommen, wird das gravierende Konsequenzen für die öffentliche Apotheke haben.

Winfried Meyer sagt:
15.09.2011 09:42

@ Pillenliesel 15.09.2011 09:11

"fairerweise" und "fachfrau"-like haben Sie vergessen(?), daß die KK-Bundesknappschaft als Vorreiter vor 7 Jahren (?) den Modellreigen um ZuzahlungsBEFREIUNGEN eröffnete, refinanzieren wollend durch "Abgreifen" der Zwischenhandelsrabatte.
Die ABDA protegierte ihrerseits das "AOK-Hausapotheke"-Modell ...
Doch WER spielte nicht mit ???
Genau : die "Geiz-ist-geil"-Billigheimer like Patient 15.09.2011 07:27 als Repräsentant des Patienten/Kunden/Endverbrauchers VORORT in Praxi, der damit irrwitzigerweise für die FREIE Wahl "seiner" Apotheke plädiert, sogar im Sinne der apothekerlichen Berufsvertretung.
Hat sich die Bundesknappschaft mehr...

Pillenliesel sagt:
15.09.2011 09:11

Da würde ich mal sagen, liebe AOK, hast Recht, dann fang mal gleich mit Deinen Überschüssen an.
Nicht mit Kinokarten, Skateboards, Omkursen und dergleichen Kinkerlitzchen, sondern BEITRAGSRÜCKERSTATTUNGEN.
Und die Bonuszahlungen gehören auch auf den Prüfstand.

Apotheker55 sagt:
15.09.2011 07:37

@patient: wenn Sie nichts Konstruktives haben und nur Beleidigungen, halten Sie die Klappe!

Patient sagt:
15.09.2011 07:27

Genau, nur dann binde ich mich an eine sch..ß Apotheke, bei den niederl. Versender bekommt man wenigstens Rabatte.

Reinhard Rodiger sagt:
14.09.2011 18:49

Es ist immer wieder schön quasi Executive und Legislative zusammen argumentieren zu hören.
Dieser Ideologiereport ist eine Plattform der Krankenkassen.Diese dürfen bei jeder Gelegenheit
die Leistungserbringer zum Abliefern ihrer Gewinne anregen ohne das gleiche für sich zu
fordern.Werden die Rabatterträge an Patienten weitergegeben? In Form von Skateboards?
Wann fällt diesen Herren auf,dass das Ausknautschen der einen Seite den Anstieg der anderen
zur Folge hat? Ist die moderne Therapie nicht auch deswegen so teuer,weil die cash-cows
überproportional gemolken werden.Gewinne sollten denen zugute kommen,die sie erarbeiten.

miwin sagt:
14.09.2011 18:41

"Nicht akzeptabel ist aber auch für ihn, dass diese Einsparungen nicht den Patienten zugute kommen sollen"

Oh Mann, was macht er bloß mit den 2,5 Milliarden Überschuß, die dieses Jahr schon erwirtschaftet wurden? Wie werden die wohl dem Patienten zugute kommen ?

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