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Politik

KBV fordert Änderungen zum ABDA/KBV-Konzept. (Foto: KBV)
ABDA/KBV-Konzept
Müller: Jetzt umsteuern und Regresse abschaffen
Berlin - Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat die Absicht der Bundesregierung begrüßt, dass ABDA-KBV-Konzept zur Arzneimittelversorgung in das neue Versorgungsstrukturgesetz aufzunehmen und in ausgewählten Regionen Modellprojekte zu starten. „Wir begrüßen, dass die Regierungskoalition unser Konzept in einem Antrag aufgreift. Das ist eine grundsätzliche Bestätigung“, sagte KBV-Vorstand Dr. Carl-Heinz Müller.
Die KBV sei der festen Überzeugung, dass sich das Konzept in Modellvorhaben beweisen werde. Müller: „Wir gehen davon aus, dass die Politik das Konzept anschließend in die Regelversorgung übernimmt“. Dabei setze die KBV jedoch darauf, dass die Politik noch zu Änderungen an diesem Antrag bereit sei. Die KBV fordert, dass mehr als ein Modellvorhaben möglich sein soll, damit in einem innovativen Prozess – auch durch den Wettbewerb mehrerer Modelle – genügend Erfahrungen gesammelt werden könnten. Die Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit dürfe nicht auf Jahre hinausgeschoben werden.
Die von der KBV geforderte Ablösung der Richtgrößenprüfung sehe die Regierungskoalition zwar für die Modellregion vor. Sie ist aber gegenwärtig nicht umsetzbar. Müller: „Wir fordern hier eine Lösung, die die Vertragsärzte nicht noch zusätzlich belastet.“
Das ABDA/KBV-Konzept verlasse die ausgabenbezogene Steuerung und ersetze diese durch eine leitlinien- und indikationsbezogene sowie wirtschaftliche Arzneimittelversorgung. Ärzte, die überwiegend die Leitwirkstoffe verordnen, verhielten sich im Endeffekt auch wirtschaftlich. Müller: „Die bisherigen Richtgrößenprüfungen und Regresse werden durch unser Konzept abgelöst.“
Die KBV kritisiert, dass der Gesetzgeber das Problem nur halbherzig angehe. Die Politik habe sich mit dem Versorgungsstrukturgesetz zum Ziel gesetzt, die Versorgung zu verbessern und den Ärztemangel zu bekämpfen. „Solange sie aber nicht die Regresse abschafft, fehlt ein wichtiges Element bei diesem Vorhaben. Wir haben bundesweit 12.500 Medizinstudierende befragt, was sie von der Niederlassung abschreckt. Die Hälfte von ihnen hat Regresse angegeben“, so Müller weiter.
Die Voraussetzungen hätten sich seit der Einführung der Richtgrößenprüfungen 1998 wesentlich gewandelt. Heute in Zeiten von Rabattverträgen zwischen Kassen und Industrie hätten Ärzte keinen Einblick mehr, welchen Preis ein Arzneimittel habe. Müller: „Die Preisverantwortung liegt heute voll bei den Krankenkassen und den Pharmazeutischen Unternehmen.“
Lothar Klein / 13.09.2011, 12:37 Uhr
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Reinhard Rodiger sagt:
14.09.2011 12:20Die einen wollen Regresse verhindern,die anderen überhaupt angemessen honoriert werden.Das Ziel ist,etwas zu erreichen,das keine pure Kostensenkung sondern Besserung der Therapie(-compliance) oder Vermeidung von Folgeschäden ist.Wie soll das gemessen werden? Die Regresse sind ein Damoklesschwert der gleichen Klasse wie die Überschreitung der Grenze der bezahlten Behandlungen dh.Praxisschliessen 3 Wochen vor Quartalsende. Beides sind Kunstrechnungen auf Basis eines Durchschnitts.Die Regressangst führt zu Minimaltherapie und Problemverschiebung zum Experten.Eine MS-Verschreibung kann eine Praxis aus dem Gleichgewicht bringen. Rechnerisch! Oder Apotheker verdienen im Durchschnitt gut nur eben
2/3 real nicht.Es ist kein Zufall,dass Ärzte kooperationsbereit sind.Mir fällt mehr...
ede sagt:
14.09.2011 10:27Wann es zu einem Regress kommt, ist doch genau festgelegt einschließlich der sog. Praxisbesonderheiten. Es stellt sich die Frage, wieviele Ärzte denn nun wirklich regressiert werden. Die Rabattvertäge werden dabei meines Wissens berücksichtigt.
Pillenliesel sagt:
14.09.2011 09:13Ärzte fordern:
Regresse abschaffen. Honorare erhöhen.(letzteres als weniger vom Mehr, aber immerhin ca.4 MRD in 4 jahren)
Apotheker fordern :
nichts, ausser :lasst uns mitspielen.
Die Retaxe nehmen zu, der Kassenrabatt ebenfalls. das "Honorar" sinkt konsequent seit Jahren. Mehr vom Weniger. 0,4 MRD in nur einem Jahr!!Vom Rohgewinn. Vergesst es nicht, wenn ihr Euch wieder anschmust, liebe ABDA.
Nicht wieder WIR die Arbeit, die Brüder und Schwestern der Medizin das Geld, wie es immer wieder der Fall war !
Elisabeth Jedamzik sagt:
13.09.2011 17:56Kann man dann mal bitte KONKRETE Zahlen über die "Regresse" veröffentlichen ?
Eventuell wären bei diesem Modell dann auch die Willkürretaxe der Kassen bzgl. der Apotheken und die Zwangsrabatte mit ungewisser End-Höhe zu diskutieren.
Ach ja: und die Einnahmen aus den Rabattverträgen gehören endlich an die Öffentlichkeit.