Sie sind hier: Tagesnews-Politik > News
DAZ-Jubiläum

Bundesgesundheitsminister Bahr will neuen Anlauf für Pick-up-Verbot. (Foto: DAZ/Schelbert)
DAZ-Jubiläum
Bahr: Ich bin bereit, Pick-up zu unterbinden
Berlin - Immer wieder Pick-up-Verbot. Nach mehreren gescheiterten Anläufen könnte jetzt wieder Bewegung in die Diskussion kommen: „Ich bin jeden Tag bereit dazu, Pick-up zu unterbinden“, sagte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) beim Festkongress zum 150. Geburtstag der DAZ in Berlin. Bahr forderte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) auf, einen Vorschlag für ein Pick-up-Verbot auf den Tisch zu legen.
Bahr sagte an die Adresse von ABDA-Präsident Heinz-Günter Wolf: „Machen Sie mir einen Vorschlag. Sie bekommen dafür kurzfristig einen Termin bei mir. Das wissen Sie. Ich würde das gerne angehen. Wir sind gescheitert. Wenn wir einen Vorschlag von den Apothekern haben, bin ich bereit, sofort die Gespräche aufzunehmen.“
Er sei zwar der Überzeugung, dass auf Grundlager des im Bundestag von der FDP vorgelegten Vorschlages ein Verbot machbar wäre. Aber: „Ich muss feststellen, dass ich im Kabinett dafür keine Mehrheit bekomme. Die Verfassungsressorts Inneres und Justiz haben diesen Entwurf wegen rechtlicher Bedenken nicht mitgetragen.“
Daher müssten jetzt andere Wege gesucht werden unterhalb des Verbots. Dabei treibe ihn aber eine Sorge um, sagte Bahr: „Eine Apotheke light will ich auch nicht. Das ist ein ganz schwieriger Bereich.“ Er habe ausdrücklich begrüßt, dass die Bundesländer auf der Gesundheitsministerkonferenz Unterstützung für ein Pick-up-Verbot gegeben hätten. „Gleichwohl brauchen wir einen Vorschlag. Ich muss natürlich auch hören, was will die Apothekerschaft.“ Bisher kenne er nur das Signal, „ist kein Verbot möglich, dann lassen wir das so.“
ABDA-Präsident Wolf reagierte in der Podiumsdiskussion auf Bahr: „Lass uns das positiv angehen. Wir sind nach wie vor der Meinung, kein Mensch braucht diese Pick-up-Stellen.“ Er freue sich, dass die Länderministerrunde das Thema aufgegriffen und einstimmig für ein Pick-up-Verbot votiert habe. Wolf: „Das Ziel ist klar. Ich sehe das sehr positiv. Das ist eine ganz klare Aufforderung, einen neuen Anlauf zu nehmen, gemeinsam nach einer Formulierung zu suchen und auch zu finden.“ Dabei müsse man aber „höllisch aufzupassen“, dass nicht aus Versehen eine Apotheke light konstruiert werde.
DAZ-Herausgeber Dr. Klaus Brauer schlug in der Diskussion vor, den Versandhandelsbegriff neu zu definieren: „Es geht von der Apotheke direkt zu den Verbrauchern, ohne das das Arzneimittel irgendwie zwischengelagert oder bei anderen Leuten abgeben wird.“
Lothar Klein / 04.07.2011, 10:30 Uhr
Sie können die News auch als RSS-Feed abonnieren:
Hier finden Sie weitere Informationen zum RSS-Feed der DAZ.online.




Winfried Meyer sagt:
06.07.2011 15:17@ Gunnar Müller 06.07.2011, 12:55 h
Nur noch einmal als GlasKlarstellung :-)
meiner "Positionierung" , Betonung auf m.E. i.e.Sinne meiner Anhängerschaft:
BEIDE Betriebsformen,
die "gewachsene" Apotheke an der Ecke heutiger Prägung
... UND ...
die "neumodischen"(?) Geschäftsmodelle
gehören GLEICHERMASSEN (bei allem Aktualisierungsbedarf auf beiden Seiten)
immer und immer wieder hinterfragt.
Denn DAS heißt WETTBEWERB !
"Gleichlange Spieße" , geregelt bis ins Detail, würde bedeuten ein Abrutschen ins Beamtentum und den endgültigen Abschied vom "Freien-Unternehmer" namens Pharmazeuten e.K. !
meint
www.apointernetclub.blogspot.com
Gunnar Müller / Detmold sagt:
06.07.2011 12:55Nur noch einmal als Klarstellung:
"Nicht (!!!)
die "gewachsene" Apotheke an der Ecke gehört (bei allem Aktualisierungsbedarf) immer und immer wieder hinterfragt -
sondern die "Beratung" beim neu-"modischen" (?) Geschäftsmodel der sog. Versand-"Apotheken", pick-up's etc. !! "
Winfried Meyer sagt:
06.07.2011 09:42zu Gunnar Müllers 05.07.2011, 19:16 h
"Schnee von gestern -"
NEIN ! Neuschnee von heute !
denn Herr Min.Daniel Bahr: "Wenn wir einen Vorschlag von den Apothekern haben, bin ich bereit, sofort die Gespräche aufzunehmen.
[...] Ich muss natürlich auch hören, was will die Apothekerschaft.“ Bisher kenne er nur das Signal, „ist kein Verbot möglich, dann lassen wir das so."
[Anmerkung meinerseits: Alles unter der Annahme einer KOMPROMISSsuche statt besitzstandswahrender Konfrontation]
---------------------------------------
zu Gunnar Müllers 05.07.2011, 19:16 h
"was meint "Christian" Rotta wohl heute zu diesem Thema?"
Vielleicht schreibt er diesbezgl. noch eine Editorial-S-3 oder einen mehr...
Gunnar Müller / Detmold sagt:
05.07.2011 19:16Schnee von gestern -
was meint "Christian" Rotta wohl heute zu diesem Thema?
Nicht die "gewachsene" Apotheke an der Ecke gehört (bei allem Aktualisierungsbedarf) immer und immer wieder hinterfragt -
sondern die "Beratung" beim neu-"modischen" (?) Geschäftsmodel der sog. Versand-"Apotheken", pick-up's etc. !!
Winfried Meyer sagt:
04.07.2011 21:39zu Gunnar Müller`s
"Versandhandel ?
NUR noch für Arzneimittel, die nicht der Apothekenpflicht unterliegen ...!"
erlaube ich mir, Ihnen ins Gedächtnis zurückzurufen :
"KOMMENTAR:
Hohes Risiko
Die ABDA spielt in der Versandhandelsdebatte mit hohem Risiko. Obwohl bislang nicht ersichtlich ist, wo im Bundestag ihre Bündnispartner zu finden sind, um ein generelles Versandverbot bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln gesetzgeberisch einzuführen, setzen die ABDA-Juristen allein auf diese Karte. Mehr noch: Im Eifer des Gefechts werden auch noch alle Ansätze, jenseits des Versandverbots Arzneimittelbestell- und -abholstellen außerhalb der Apotheke zu unterbinden, als verfassungswidrig fehlinterpretiert. Wer so - ohne Not - mehr...
Gunnar Müller / Detmold sagt:
04.07.2011 19:34Versandhandel ?
NUR noch für Arzneimittel, die nicht der Apothekenpflicht unterliegen ............!
Beratung und Versand-"Apotheke" ist wie "Currywurst faxen" .............