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ABDA-Sprecher Thomas Bellartz steht einem Modellversuch für das ABDA/KBV-Konzept offen gegenüber. (Foto: Sket)

ABDA-Sprecher Thomas Bellartz steht einem Modellversuch für das ABDA/KBV-Konzept offen gegenüber. (Foto: Sket)

ABDA/KBV-Arzneimittel-Konzept

ABDA will weiter für Versorgungskonzept werben

Berlin - Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) will sich noch nicht geschlagen geben: In den anstehenden parlamentarischen Beratungen werde man die Gespräche zur Einbindung des ABDA/KBV-Arzneimittelkonzeptes in das Versorgungsgesetz weiterführen, sagte ABDA-Sprecher Thomas Bellartz auf DAZ.online Anfrage: „Wir sind unverändert bereit, über Details unseres Konzeptes zu sprechen.“

Offen zeigte sich Bellartz, das ABDA/KBV-Arzneimittelkonzept in ausgewählten Regionen als Modellversuch zu starten: „Wir werden dabei das politisch Machbare im Blick behalten“. Seit April seien viele politische Gespräche geführt worden. Zuletzt hatte sich die ABDA-Führung optimistisch gezeigt, das gemeinsam mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) entwickelte Konzept im Versorgungsgesetz zu verankern. Im April hatten ABDA und KBV das Konzept öffentlich vorgestellt. Das Versorgungsgesetz wird seit Jahresbeginn im Bundesgesundheitsministerium intensiv vorbereitet.

„Wir finden, das ABDA/KBV-Konzept ist für die Verbesserung der Arzneimittelversorgung von besonderer Bedeutung“, sagte Bellartz zu DAZ.online. Es bringe nicht nur eine „explizite Versorgungsverbesserung“.  Bereits im Jahr 2014 erwarte die ABDA erhebliche Einsparungen im Umfang von zwei Milliarden Euro bei den Arzneimittelausgaben, die eine Vergütung des Aufwandes rechtfertigten. Im ABDA/KBV-Konzept wird ein Honorar von 380 Euro pro Patient gefordert, den Arzt und Apotheker gemeinsam betreuen.

Mit der Vorlage des Arbeitsentwurfes zum Versorgungsgesetz hatte das Bundesgesundheitsministerium vergangenen Freitag der von ABDA/KBV geforderten Aufnahme ihres gemeinsamen Konzeptes jedoch eine Absage erteilt: Es gebe keinen Anlass, das ABDA/KBV-Konzept „für alle zwingend vorzuschreiben“, sagte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) zu DAZ.online.

„Wir haben das Konzept mit großem Interesse gelesen“, so Bahr weiter. Es sei aber bereits heute möglich, dies auf freiwilliger Basis umzusetzen. „Wir würden uns freuen, wenn ABDA und KBV dies in einer Region tun würden, um zu sehen, ob dies eine bessere Lösung ist.“ Er forderte ABDA und KBV auf, ihm mitzuteilen, in welcher Region ein Modellversuch gestartet werden könnte.

Im April hatten ABDA und KBV ein Zwei-Säulen-Modell zur besseren Arzneimittelversorgung präsentiert. Danach sollte der behandelnde Arzt den Wirkstoff verordnen und der Apotheker das für den Patienten am besten geeignete Arzneimittel bestimmen. Vor allem bei Chronikern sollte so die Compliance entscheidend verbessert werden. ABDA und KBV versprachen, damit erhebliche Einsparungen in der Arzneimittelversorgung realisieren zu können. Als Gegenleistung für die gemeinsame Betreuung forderten ABDA/KBV ein GKV-Honorar von 360 Euro pro Patient und Jahr, das zwischen Arzt und Apotheker aufgeteilt werden sollte.

Lothar Klein / 30.05.2011, 11:25 Uhr

Kommentare:

Winfried Meyer sagt:
05.06.2011 09:23

zu
"ABDA-Scheingefechte" (Reinhard Rodiger)

und zum DAZ-Nr.21/2011-Editorial-S.3
"Man kann nicht nicht kommunizieren"
(Peter Ditzel)

mein Kommentar-Memo :
http://apointernetclub.blogspot.com/2011/03/zur-diskussion-gestellt-neue-apobetro.html
.

Reinhard Rodiger sagt:
30.05.2011 20:53

Es ist wieder eines der beliebten ABDA -Scheingefechte.Solange die Kassen erkenntlich kein Interesse am wirtschaftlichen Überleben Ihrer Partner, an der Compliance ihrer Versicherten und dem Transparentmachen des konkreten Nutzens Ihrer Rabattpolitik haben müssen, ist dies Bemühen einScheinkampf.Dies gilt es klar zu vermitteln.

Ist die Herkunft der gesparten 2 Milliarden-also
fast die Hälfte des GSK-Apotheken"Honorars"-
eigentlich transparent? Wenn ja:Wem?



Benny sagt:
30.05.2011 18:21

Liebe Lisa,
da sind Sie, auch wenn das jetzt komisch klingt, in einer privilegierten Lage. Denn Sie können offensichtlich Ihre Medikation überschauen und begreifen. Das können aber - gerade unter chronisch Kranken und Multimorbiden - nur wenige. In der Apotheke erlebt man immer wieder, dass jemand die gelben Tabletten nicht nimmt, weil sie bisher eben rot waren.
Außerdem sucht nicht der Arzt Ihr Arzneimittel aus (er verschreibt Ihnen einen bestimmten Wirkstoff in einer bestimmten Dosierung) und im Moment oft auch nicht der Apotheker (der als einziger wirklich die Unterscheide zweier Arzneimittel mit gleichem Wirkstoff beurteilen könnte) sondern - die Krankenkasse!

Alexander Hupe sagt:
30.05.2011 18:17

Herr Bellartz, das einzige, was an diesem hochtrabenden "Zwei-Säulen-Modell zur besseren Arzneimittelversorgung" neu ist, ist die Garantiepreisvereinbarung. Und davon wollen weder Herr Bahr noch die Krankenkassen was wissen.
Alles andere ist alter Wein in neuen Schläuchen und sollte schon längst in den Arztpraxen und Apotheken praktiziert werden.
Was die Wirkstoffverordnung im generischen Bereich anbelangt, so wird diese von vielen KVen und Krankenkassen den Ärzten bereits jetzt schon empfohlen.
Hören Sie und Herr Wolf auf, diesen Quatsch von den "vertrauten" Medikamenten zu erzählen. Dass die Kunden bereit sind, ein anderes Rabattarzneimittel zu akzeptieren, zeigt sich spätestens dann, wenn ihr "vertrautes" Medikament plötzlich mehr...

Lisa sagt:
30.05.2011 16:13

Lisa Maria Egbert und chronisch krank. Bin nur ein Kunde und sehe überhaupt keinen Vorteil, wie genau soll durch dieses System meine Compliance verbessert werden.

Ich habe doch schon mit meinem Arzt die Therapie besprochen und brauche keinen weiteren Koch, der im Topf rührt.

Erklären Sie mir doch mal den Vorteil, den ich als Kunde nicht erkennen kann.

Gunter Ullmann sagt:
30.05.2011 15:56

wer ist "LISA"?? Klingt wie ein Krankenkassenfunktionär, der von nichts eine Ahnung hat, aber davon reichlich. Leute ohne Wissen sollten sich mit den unqualifizierten Kommentaren zurückhalten. Im Übrigen sollte jeder seinen richtigen Namen veröffnetlichen. Alles andere ist feige. Für eine echte Meinung braucht man sich nicht zu schämen.

Alexander Hupe sagt:
30.05.2011 15:46

ABDA will auch weiter gegen Pick-up vorgehen ...

Lisa sagt:
30.05.2011 13:14

Wie bitte will der Apotheker meine Compliance dadurch verbessern? Weil ich dann die blauen anstatt der gelben Pillen bekomme?

Das ist doch nur ein weiterer Versuch mehr Geld aus dem System zu bekommen.

Sarg... sagt:
30.05.2011 11:55

...nagel hat einen Namen: Bellartz (wenn DER nur mal nichts sagen würde, wäre das am hilfreichsten und bitte auch nicht über apoadhoc).

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