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Die EU-Bürger sollen besser vor gefälschten Arzneimitteln geschützt werden. (Foto: Peter Kirchhoff)
EU-Parlament stimmt für neue Richtlinie
EU-Bürger sollen besser vor Arzneimittelfälschern geschützt werden
Straßburg - Das Europäische Parlament hat heute mit großer Mehrheit eine Richtlinie zur Bekämpfung von Arzneimittelfälschungen angenommen. Die neuen Vorgaben sollen verhindern, dass gefälschte Arzneimittel in die legale Lieferkette gelangen. Zugelassene und zertifizierte Internet-Apotheken sollen mit einem EU-Sicherheitslogo versehen werden, Arzneimittelpackungen mit Sicherheitsmerkmalen, durch die der Weg des Medikamentes zurück verfolgt werden kann.
Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation sind ein Prozent der über die legale Lieferkette verkauften Arzneimittel gefälscht. In anderen Teilen der Welt können sogar mehr als 30 Prozent der dort angebotenen Arzneimittel gefälscht sein. Die Berichterstatterin in dem EU-Gesetzbebungsverfahren, Marisa Matias, erklärte, gefälschte Medikamente seien „stille Killer“ – oftmals hätten sie entweder keine Wirkung oder aber enthielten giftige Substanzen, die die Patienten schädigen oder sogar töten könnten. „Das Fehlen eines Rechtsrahmens fördert Fälscher, die oft im Rahmen der organisierten Kriminalität handeln“, so die portugiesische Europa-Abgeordnete. Diese kriminelle Aktivität habe stark zugenommen: Seit 2005 seien 400 Prozent mehr gefälschte Arzneimittel sichergestellt worden. Künftig gibt es weitere Sanktionsmöglichkeiten. „Der Schutz der Patienten ist Kern dieser Richtlinie“, betonte Matias. Daher zeigte sie sich auch sehr erfreut, dass die Ende 2008 noch von Industriekommissar Günter Verheugen initiierte Richtlinie mittlerweile in die Kompetenz des EU-Gesundheitskommissars gewandert ist.
Anders als zuvor die Kommission in ihrem Richtlinien-Vorschlag, hielten es die EU-Abgeordneten für notwendig, auch den Verkauf von Arzneimitteln über das Internet zu regeln. Schließlich ist das Internet einer der Hauptwege, über den gefälschte Arzneimittel auf den europäischen Markt gelangen. So die Apotheken eine offizielle Genehmigung für den Versandhandel besitzen, sollen diese ein gemeinsames Logo erhalten. Dieses soll es EU-Bürgern leichter machen, zu erkennen, ob sie sich auf der Seite einer genehmigten Internet-Apotheke befinden. Alle genehmigten Internet-Apotheken werden mit einer zentralen Website der Mitgliedstaaten verlinkt, die wiederum mit einer europäischen Webseite verlinkt wird. Es soll zudem Informations- und Sensibilisierungskampagnen geben um die Bürger über die Risiken des Internetkaufs von Arzneimitteln aufzuklären.
Die Richtlinie führt zudem Sicherheitsmerkmale für Arzneimittelpackungen ein. Beispielsweise sollen Hologramme gegen unbefugtes Öffnen sicheren. Außerdem soll durch das Scannen eines Codes in den Apotheken in Zukunft genau geprüft werden, wo das Medikament herkommt, und ob es ein Originalpräparat ist. Ziel ist es, den Weg einer Arznei von der Herstellung bis zum Verkauf „minuziös“ zurückverfolgen zu können. Wie genau die Sicherheitsmerkmale aussehen werden, muss die Europäische Kommission allerdings noch entscheiden – verschiedene Modelle liegen vor. Grundsätzlich sollen die neuen Sicherheitsmerkmale nur für verschreibungspflichtige Medikamente gelten, außer es liegt eindeutig kein Fälschungsrisiko vor. Für nichtverschreibungspflichtige Medikamente sollen sie nur in Ausnahmefällen gelten, wenn ein Fälschungsrisiko besteht.
Weiterhin müssen die Mitgliedstaaten über ein System verfügen, mit dem verhindert werden soll, dass mutmaßlich gefährliche Arzneimittel (gefälscht oder mit Qualitätsmängeln) zu den Patienten gelangen. Das System muss auch ermöglichen, dass Arzneimittel von Patienten zurück genommen werden können, die die Arzneimittel bereits erhalten haben. Wird bei einem Arzneimittel eine erhebliche Gefahr für die öffentliche Gesundheit vermutet, müssen unverzüglich alle Mitgliedstaaten und alle Akteure in der Lieferkette in diesem Mitgliedstaat eine Schnellwarnmeldung erhalten. Falls davon ausgegangen wird, dass solche Arzneimittel an Patienten abgegeben wurden, muss dies innerhalb von 24 Stunden geschehen, damit diese Arzneimittel von den Patienten zurückgeholt werden können.
Das EU-Parlament hat auch zur Kenntnis genommen, dass das heutige Absatznetz für Arzneimittel immer verzweigter wird und nicht mehr nur die klassischen Lieferanten umfasst. Es tummeln sich Zwischenhändler und Broker – auch diese müssen künftig registriert sein. Dabei können sie aus diesem Register auch wieder gestrichen werden, wenn sie die Regeln nicht erfüllen.
Der von den Abgeordneten verabschiedete Text ist das Ergebnis einer mit dem Rat erzielten Einigung, der der Rat noch formell zustimmen muss. Nach der Unterzeichnung haben die Mitgliedstaaten 24 Monate Zeit, um ihre nationale Gesetzgebung anzupassen.
Sehen Sie zu diesen Thema auch das DAZ-TV-Interview mit dem deutschen Europa-Abgeordneten Dr. Peter Liese.
Kirsten Sucker-Sket / 16.02.2011, 15:45 Uhr
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Alexander Hupe sagt:
18.02.2011 16:36@Jedi
Ich sage ja auch, dass unsere Vertriebsketten sauber sind.
Um die Internetschweinereien sollen sich die kümmern, die den Handel mit Medikamenten im Netz zugelassen haben.
Und mein Mitleid mit den Internet-Bestellern hält sich gelinde gesagt in Grenzen. Ich finde nicht, dass "die Leute nicht wissen können, was für skrupellose Schweine da am Werk sind".
Außerdem zwingt sie kein Mensch dazu, ihr Zeug im Internet zu bestellen. Die machen einen großen Bogen um unsere Apotheken, ordern ihre Medikamente im Internet und ich zerbreche mir den Kopf darüber, wie man sie vor Internetkriminalität schützen kann? Hallo?
Jedi sagt:
18.02.2011 14:47@ A. Hupe :
Sicher haben Sie recht damit,dass wir unsere vertriebsketten sauber halten müssen, Aber das Problem sind ja nicht UNSERE Vertriebsketten.
Laut BKA wurden von 1996-2008 insgesamt
40 Fälschungsfälle mit "Deutschlandbezug" in der legalen Vertriebskette gefunden. Ich bin fest davon überzeugt,dass viele davon dem Re-Import/ Importbereich anzulasten sind.
Also 40 Fälle in 12 Jahren, das ist mit Sicherheit nicht die baustelle, die man Tag und Nacht im visier haben muss.
Deshalb sollte man das Augenmerk der BRÜBÜ's (Brüssler Bürokraten) wirklich auf deren selbstverschuldete Misere lenken.
Ich hatte schon mehrere Fälle, wo die Menschen durch Dreck aus dem netz beinahe zu Tode gekommen wären. Und ich bin mir sicher, dass täglich Menschen dadurch mehr...
Winfried Meyer sagt:
17.02.2011 17:51@ genervter Anonymous
auch aus Peter K.`s Family entsprungen ?
genervter Leser sagt:
17.02.2011 17:42Geht doch, Herr Meyer! Können Sie nicht öfter so wortkarg agieren? Das würde dem Niveau und der Lesbarkeit dieses Forums hier sehr gut tun!
Herzlichen Dank im Voraus!
Winfried Meyer sagt:
17.02.2011 17:31@ "tollwütige Hunde"
www.kurts-smilies.de/toilet_claw
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@ Jedi
www.kurts-smilies.de/fechten2
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@ Alexander Hupe
www.kurts-smilies.de/applaus
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... meint der auch mal wortkarg agierende
www.apointernetclub.blogspot.com
mit
www.kurts-smilies.de/laola
p.s. ... soviel zu Leidenschaft und Humor
.
Alexander Hupe sagt:
17.02.2011 11:35@Jedi
Ich schätze Ihre Beiträge sehr und Sie bringen die Sache immer auf den Punkt. Aber meinen Sie nicht, dass wir es dem mündigen und ach so aufgeklärten Bürger (Geiz ist geil) nicht selbst überlassen sollten (und auch müssen, da der Internethandel ja erlaubt ist), wo er seine Medikamente kauft? Wir können nur dafür sorgen, und das geschieht ja auch, dass er bei UNS auf der sicheren Seite ist. Ist natürlich die Frage, und da stimme ich Ihnen zu, ob die Medikamente mit irgendwelchen Hologrammen, Chips oder sonstigen Codes bestückt sein müssen. Fakt ist, dass WIR auch sicher sein müssen, dass wir keine gefälschten Medikamente verkaufen. Wenn wir das weiterhin garantieren, dann ist das ein Pfund, mit dem wir wuchern können.
Jedi sagt:
16.02.2011 22:36Klasse, jetzt kommen die Brüssler Sesselfurzer auch drauf. Der ganze Internethandel mit Arzneimitteln ist großer Mist und schuld an der zunehmenden Flut von Fälschungen. Dagegen sollen jetzt Hologramme und Zertifikate und diese kleinen Vierecke helfen. Die Chinesen werden die schneller fälschen, als so ein Brüssler Hohlkopf Viagra sagen kann. Weg mit dem ganzen Medikamentenhandel im Internet, dann weiß jeder dass das illegal ist. Und diese Vollidioten blöken im TV herum, dass sie den Weg in die Apotheke sicherer machen wollen. Blödsinn. UNSERE Vertriebswege sind nicht das Problem !
Sondern diese Sch...liberalisierungs-tendenzen dieser Wettbewerbsfundis.
Aber mit ihrem neuen Bürokratietsunami nerven sie uns ja erst in 5 Jahren.
Erst die tollwütigen Hunde loslassen , dann mehr...