Sie sind hier: Tagesnews-Politik > News
Politik

Gesetzliche Krankenkasse
Zusatzbeitrag ist nicht immer das Richtbeil
Berlin - Massenflucht aus den Krankenkassen: Knapp 600.000 Versicherte wechselten im 1. Halbjahr 2010 nach der Erhebung von Zusatzbeiträgen ihre Krankenkasse. Doch nicht nur die höheren Kosten vertrieben die Mitglieder. Betriebsbezogene Kassen konnten sich behaupten. Andere verloren deutlich mehr Kunden. Junge, gesunde und mobile Versicherte wechselten am häufigsten.
Ein Zusatzbeitrag muss daher kein "Richtbeil" für die Existenz einer gesetzlichen Krankenkasse sein. Das geht aus neuesten Erhebungen des Branchendienstes "dfg - Dienst für Gesellschaftspolitik" hervor. Danach verloren in den ersten sechs Monaten des Jahres 2010 nur acht der 16 Kassen mit Zusatzbeitrag mehr als fünf Prozent ihrer Mitglieder. Das Spektrum reichte von einem Minus von 0,45 Prozent bis zu einem Verlust von fast 39 Prozent. Aufgrund einer Fusion gewann sogar eine der Kassen Mitglieder hinzu. Insgesamt wechselten rund 1,2 Prozent aller Mitglieder der Gesetzlichen Krankenversicherung von einer Zusatzbeitragskasse in eine andere Kasse. Die Gründe, die für einen Wechsel angegeben wurden, waren vielfältig.
Vor allem junge und gesunde Mitglieder kehrten ihrer Kasse den Rücken. Wichtig, darauf weist der "dfg" in seiner aktuellen Ausgabe hin, war auch die "Preissensibilität" der Kassenkunden. Vor allem im Osten Deutschlands nahmen die Kassenmitglieder die Erhebung eines Zusatzbeitrages nur unwillig hin. Auch vitale Rentner und chronisch Kranke entschlossen sich, ihre Kasse zu wechseln.
Von ihrer besonders intensiven "Kundenbindung" profitierten die so betriebsbezogenen Kassen, die nur für die Mitarbeiter eines Unternehmens oder Konzerns geöffnet sind. Trotz eines Zusatzbeitrages hielten sich bei diesen BKKen die Verluste in Grenzen.
Lothar Klein / 09.08.2010, 11:22 Uhr
Sie können die News auch als RSS-Feed abonnieren:
Hier finden Sie weitere Informationen zum RSS-Feed der DAZ.online.





Bisher keine Kommentare vorhanden.