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Dr. Bernd Wegener (BPI) kritisiert die Eckpunkte zur Arzneimittelversorgung hart. (Foto: DAZ/Sket)

Dr. Bernd Wegener (BPI) kritisiert die Eckpunkte zur Arzneimittelversorgung hart. (Foto: DAZ/Sket)

BPI

Eckpunkte sind Bedrohung für viele Pharmafirmen

Berlin - Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie übt harsche Kritik an den nun beschlossenen Eckpunkten zur Arzneimittelversorgung. "Dirigistische Eingriffe wie die Erhöhung der Zwangsabschläge und das Preismoratorium sind eine Bedrohung für viele pharmazeutische Unternehmen", meint der BPI-Vorstandsvorsitzende Dr. Bernd Wegener in einer Pressemitteilung.

Ausgerechnet die christlich-liberale Koalition verfalle in alte Reflexe kurzfristiger staatlicher Kostendämpfung. Die Anhebung des Herstellerabschlags noch im laufenden Jahr werde viele Firmen in wirtschaftliche Probleme bringen. Gleichzeitig werde ein Preismoratorium auf die noch nie dagewesene Dauer von mehr als drei Jahren festgelegt. In dieser Zeit veränderten sich Gehälter, Rohstoffpreise, Energiekosten und weitere Ausgaben immens. "Wir sind maßlos enttäuscht, dass dirigistische Kostendämpfungsinstrumente sofort kommen - Verbesserungen dagegen - vielleicht - später", so Wegener.

Von einer auf die Kräfte des Marktes vertrauenden christlich-liberalen Koalition habe man sich eigentlich Vorschläge erwartet, die auf Basis von Marktmechanismen eine vernünftige Balance zwischen den notwendigen Voraussetzungen für hohe Qualität, effektive Forschung und den Arzneimittelausgaben herstellen. Nun sei jedoch noch nicht einmal die gemäß der EU-Transparenzrichtlinie geforderte Möglichkeit, in begründeten Härtefällen - von denen es z. B. im Bereich der Arzneimittel für seltene Erkrankungen einige gibt - Preiserhöhungen auf Antrag durchzuführen, bisher vorgesehen. "An diese Vorgaben muss sich jedoch auch deutsches Recht halten, wenn man schon zu solch drastischen dirigistischen Schritten greift", empört sich der BPI-Chef.

Er bekräftigt, dass erhöhte Zwangsrabatte und Preisstopp keine geeigneten Mittel seien, um das Gesundheitswesen nachhaltig zu sanieren. Vielmehr würden kurzfristige Einsparungen mit der Beschädigung des deutschen Pharmastandortes erkauft.

Dr. Beatrice Rall / 28.04.2010, 12:46 Uhr

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