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Politik

Gesetzliche Krankenversicherung
Gutachten: Zahl der Kassen schrumpft weiter
Berlin - Die Zahl der gesetzlichen Krankenkassen wird laut einer Studie in den kommenden fünf Jahren weiter kräftig sinken. Bis zum Jahr 2012 sollen von den heute 169 gesetzlichen Kassen nur noch 100 übrig bleiben, heißt es in einem Gutachten der Wirtschaftsberatungsgesellschaft Ernst & Young. Bis 2015 soll die Zahl der Anbieter demnach sogar auf nur noch 50 absinken. Anfang der 90er Jahre gab es noch über 1000 selbstständige gesetzliche Krankenkassen.
Besonders gefährdet seien dabei die meist kleinen Betriebskrankenkassen. Ihre Anzahl soll von heute 130 auf lediglich zehn zurückgehen. „Der ohnehin laufende Konzentrationsprozess wird sich noch mal beschleunigen“, sagt Studienautor Andreas Freiling voraus. Als Grund nennt er die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen. Zum einen sei es im Gegensatz zu früher möglich, dass Krankenkassen pleite gehen. Zum anderen könnten die verbliebenen Anbieter einen erhöhten Finanzierungsbedarf seit der Einführung des Gesundheitsfonds und damit des einheitlichen Beitragssatzes in Höhe von 14,9 Prozent im vergangenen Jahr nicht mehr über Beitragssteigerungen ausgleichen.
Fast jede zweite der von Ernst & Young befragten Krankenkassen macht sich daher schon konkret Gedanken über eine Fusion. Für weitere 33 Prozent ist ein Zusammenschluss zumindest eine Option. Zuletzt hatte es zu Jahresbeginn insgesamt elf Zusammenschlüsse gegeben, bei denen mit der Barmer-GEK die größte gesetzliche Krankenkasse in Deutschland entstanden ist.
Lothar Klein / 08.03.2010, 10:58 Uhr
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