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Gerd Glaeske: Sein Rat ist bei Gesundheitsminister Philipp Rösler nicht gefragt. (Foto: Sket)

Gerd Glaeske: Sein Rat ist bei Gesundheitsminister Philipp Rösler nicht gefragt. (Foto: Sket)

Gesundheitssachverständigenrat

Rösler sucht keinen Rat bei Professoren

Berlin - Seit dem 30. September 2009 besteht im deutschen Gesundheitswesen ein „Sachverständigenratsloser Zustand“. Und das, obwohl die Probleme nicht zu übersehen sind. Doch der neue Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) bespricht sich lieber mit Vertretern der Kassen, Leistungserbringer und der Industrie als bei jenen nachzufragen, die das Gesundheitssystem bereits seit Jahren begutachten.

Prof. Gerd Glaeske will es nicht als „verletzte Eitelkeit“ verstanden wissen, aber es verwundert ihn durchaus, dass Rösler noch nicht den Kontakt zu ihm oder einem anderen Mitglied des Gesundheits-Sachverständigenrats gesucht hat. Zwar endete die Berufungszeit der bisherigen Mitglieder offiziell zum 30. September 2009 und ein neuer Sachverständigenrat ist bislang nicht ernannt – doch die Gutachten und Expertise der Sachverständigen sind weiterhin vorhanden. Glaeske meint: „Es ist kein Kunststück 10 Milliarden Euros im System zu sparen“. Und genauso habe er Vorschläge, wie sofort drei Milliarden Euro eingespart werden könnten.

Im Bundesgesundheitsministerium ist das Verständnis für die Kritik gering. Dort verweist man auf den Regierungswechsel und dass eine Berufung eines neuen Rates „demnächst“ erfolgen werde.  Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen wurde erstmals im Dezember 1985 berufen – damals hieß er noch Sachverständigenrat für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen. Seinen neuen Namen erhielt das Gremium 2003. Seitdem beriet es unter dem Vorsitz von Prof. Eberhard Wille Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD).

 

Kirsten Sucker-Sket / 18.02.2010, 08:34 Uhr

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