Rote-Hand-Brief

Exfoliative Dermatitis unter Stelara

Stuttgart - 24.11.2014, 16:05 Uhr


Ustekinumab (Stelara®) wird unter anderem zur Behandlung erwachsener Patienten mit Plaque-Psoriasis eingesetzt. Dabei kann es zu einer exfoliativen Dermatitis kommen, einer Erkrankung, bei der sich große Teile der Haut entzünden und abblättern. Besonders problematisch ist, dass sich die Symptome klinisch nicht von Hauterscheinungen unterscheiden lassen, die im Verlauf einer Plaque-Psoriasis auftreten können. Darauf weist der Hersteller in einem Rote-Hand-Brief hin.

Ustekinumab ist ein rein humaner monoklonaler Antikörper gegen Interleukin 12 und Interleukin 23. Neben Plaque-Psoriasis ist er bei psoriatischer Arthritis indiziert. Bei der beschriebenen Nebenwirkung, die auch als Schälrötelsucht bezeichnet wird, kommt es zur Entzündung der gesamten Haut. Große Schuppenstücke blättern ab. Oft verlieren die Betroffenen auch Haare und Nägel. Die Hautstellen sind gerötet, jucken und brennen. Zusätzlich können bakterielle Entzündungen entstehen. Aber auch ein Abschälen der Haut ohne weitere Symptome einer exfoliativen Dermatitis wurde beschrieben.

Bei Psoriaris-Patienten, die mit Ustekinumab behandelt werden, wurde bisher selten (≥1/10.000 bis <1/1.000) über das Auftreten der exfoliativen Dermatitis berichtet. Einige Verläufe waren allerdings so schwer, dass die Patienten im Krankenhaus behandelt werden mussten. Da die Symptome einige Tage nach der Anwendung von Ustekinumab aufgetreten waren, wird ein kausaler Zusammenhang vermutet.

Daher sollten die Patienten auf jeden Fall über die möglichen Symptome informiert werden und angehalten werden, gegebenenfalls sofort einen Arzt aufzusuchen, damit unverzüglich eine angemessene Therapie eingeleitet werden kann. Die Fachinformation wird dementsprechend aktualisiert. Außer als unerwünschte Arzneimittelwirkung (z.B. durch Amoxicillin) kann die exfoliative Dermatitis auch im Rahmen anderer Erkrankungen wie Retikulose oder Leukämie auftreten. Meist ist die Ursache jedoch unklar und auch der genaue Pathomechanimus ist unbekannt.


Julia Borsch


Das könnte Sie auch interessieren

Ein großes Arsenal von Arzneimitteln hemmt die Entzündungsprozesse

Wenn Psoriasis die Gelenke angreift

Secukinumab oder Guselkumab bei Schuppenflechte

Novartis vergleicht Cosentyx mit Tremfya bei Plaque-Psoriasis

CHMP empfiehlt IL-23-Antikörper bei Schuppenflechte

Risankizumab bei Plaque-Psoriasis

Psoriasis und Psyche – zwei entzündungsbedingte Komorbiditäten

Eine Krankheit kommt selten allein

Komorbiditäten leitliniengerecht behandeln

Eine Psoriasis kommt selten allein