Pharmazie

vfa-Chefin Birgit Fischer kritisiert IQWiG wegen fehlerhafter Nutzenbewertung. (Foto: Sket)

vfa-Chefin Birgit Fischer kritisiert IQWiG wegen fehlerhafter Nutzenbewertung. (Foto: Sket)

Nutzenbewertung

vfa: IQWiG-Bewertung nicht rechtens

Berlin - Aus Sicht des Verbandes der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) liegen bei der ersten Nutzenbewertung eines Orphan Drugs mehrere Rechtsverletzungen vor. „Ein unglaublicher Vorgang", so Birgit Fischer, Hauptgeschäftsführerin des vfa, anlässlich der Anhörung zum ersten Nutzenbewertungsverfahren für ein Orphan-Medikament, die am 24. Januar stattfindet. Aktuell geht es um die erste frühe Nutzenbewertung von Pirfenidon. Das Arzneimittel ist zur Behandlung der Lungenfibrose zugelassen.

Laut AMNOG wird bei einem solchen Medikament der Zusatznutzen gegenüber einer Vergleichstherapie als gegeben anerkannt, die bereits im vorangegangenen europäischen Zulassungsverfahren festgestellt wurde, heißt es in einer Presseerklärung des vfa. Nun habe das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in seinem ersten Gutachten zu einem Orphan-Medikament einen solchen Zusatznutzen jedoch schlicht negiert. „Auch wenn das IQWiG seine Bewertung als 'unverbindlichen Vorschlag' tituliert, macht dies die Sache nicht besser. Gerade seltene Erkrankungen vertragen keine unverbindlichen Vorschläge. Oftmals sind Medikamente gegen seltene Erkrankungen die ersten Medikamente überhaupt gegen eine solche schwere Erkrankung", so Fischer weiter.

Der vfa weist darauf hin, dass das IQWiG mit diesem Gutachten auch gegen die gesetzliche Bestimmung, den Feststellungen der Zulassungsbehörden über Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit eines Medikaments nicht zu widersprechen, verstoßen habe.

Fischer abschließend: „Nun kommt es auf den G-BA an, die IQWiG-Bewertung so zu korrigieren, dass sie dem Gesetz entspricht. Auch das Bundesgesundheitsministerium ist gefordert. Das von ihm eingerichtete nationale Aktionsbündnis für Menschen mit seltenen Erkrankungen (NAMSE) zielt direkt auf eine bessere Versorgung von Betroffenen. Unfaire Bewertungsverfahren sind hierfür nicht zielführend, sondern schädlich."

 

Svenja Schwob / 20.01.2012, 10:34 Uhr

Kommentare:

Peter K. sagt:
20.01.2012 12:11

Glückwunsch an das IQWiG. Machen Sie weiter so und lassen Sie sich nicht von der Pharmaindustrie veräppeln! Wieder ein Medikament bei dem offensichtlich nur die Gewinnmarge des Unternehmens im Vordergrund steht. Weder findet eine Verringerung der Mortalität noch eine Verbesserung der Morbidität durch Pirfenidon statt. Und das zu astronomischen AM-Preisen. Meine "Freundin" vom vfa hätte zu ihren Barmerzeiten, daß ebenso gesehen, oder?

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