Pharmazie

(Foto: Pixelot - Fotolia.com)

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Raucherentwöhnung

Nutzloser Nikotinersatz?

Glaubt man den Schlagzeilen beispielsweise von Spiegel online, dann sind Nikotinpflaster und weitere zur Raucherentwöhnung eingesetzte Nikotinersatzpräparate komplett nutzlos. Hintergrund für solche Meldungen ist eine Telefonbefragung unter 787 ehemaligen Rauchern, bei denen die Rückfallquoten mit und ohne Nikotinersatztherapie zumindest ähnlich, bei starken Rauchern sogar höher waren.

In der aktuellen Ausgabe der Deutschen Apotheker Zeitung wird die im Rahmen einer prospektiven Kohortenstudie durchgeführte Telefonbefragung näher vorgestellt und kritisch bewertet. Für den Suchtexperten Prof. Dr. Anil Batra von der Universität Tübingen, stehen ihre Ergebnisse im Widerspruch zu den bisherigen Studien bzw. Metaanalysen. Gegenüber der DAZ betonte er, dass auf der Basis einer Studie mit nur kleinen Fallzahlen die Aussagen vieler anderer Studien noch nicht als widerlegt angesehen werden können. Diese Studie gebe natürlich Anlass, so Batra, weiterhin die Wirksamkeit von zugelassenen Medikationen zu prüfen, sie dürfe jedoch nicht dazu verwendet werden, voreilig bewährte und in den Augen vieler als wirksam angesehene Therapiestrategien aufzugeben. Die  Initiative Raucherentwöhnung im Bundesverband der Arzneimittelhersteller hält die Nikotinersatztherapie nach wie vor für hilfreich und übt Kritik sowohl am Studiendesign als auch an der Interpretation der Ergebnisse.

Lesen Sie dazu:

Nutzloser Nicotinersatz? Studie zu Rückfallquoten sorgt für Irritationen. DAZ 2012; Nr. 3 ; S. 51-53

Dr. Doris Uhl / 18.01.2012, 14:46 Uhr

Kommentare:

Pille sagt:
19.01.2012 08:55

Nikotinpflaster sind ja auch keine Psychopharmaka, die den inneren Schweinehund überwinden. Das muss schon jeder selber tun. Insofern unterscheidet sich ein Nikotinpflaster grundsätzlich von anderen Arzneimitteln. Sie sollen ja nur ein Angebot sein, das Nikotin für eine Überbrückungszeit zu ersetzen. Der Aufschrei wäre indes (zu Recht) groß, wenn ein Mittel eingesetzt würde, das den freien Willen des Menschen außer Kraft setzt. Nur auf diese Weise würde man "automatisch" seine Sucht los. So ein Pech aber auch.

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