Pharmazie

TK sieht Erfolg der Sparpolitik der Bundesregierung im Arzneimittelsektor. (Foto: Bilderbox)

TK sieht Erfolg der Sparpolitik der Bundesregierung im Arzneimittelsektor. (Foto: Bilderbox)

Arzneimittel-Spargesetz wirkt

TK: Starke regionale Unterschiede in der Verordnungsweise

Hamburg - Die niedergelassenen Ärzte haben ihren gesetzlich versicherten Patienten in den ersten drei Quartalen dieses Jahres Arzneimittel im Wert von mehr als 25 Milliarden Euro verordnet. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet dies praktisch keine Veränderung. Allderings sind die Verordnungen regional sehr unterschiedlich ausgefallen.

Zugleich sind jedoch die Rabatte, die die Krankenkassen erhalten, spürbar angestiegen - von knapp zwei Milliarden auf rund 2,6 Milliarden, wie die Techniker Krankenkasse (TK) mit Hinweis auf Statistiken des Spitzenverbandes mitteilt. Dies entspricht einem Anstieg von fast 33 Prozent. Thomas Widmann, Arzneimittelexperte bei der TK: „Die Zahlen zeigen, dass die Maßnahmen, die der Gesetzgeber ergriffen hat, um die Ausgaben für Medikamente im Griff zu behalten, wirken. Das ist nach Jahren mit sehr hohen Steigerungsraten eine wichtige Atempause für die Krankenkassen." 

Im Bundesdurchschnitt entfielen auf jeden Versicherten mehr als sieben Arzneimittelpackungen im Wert von fast 362 Euro. Angestiegen sind die pro Kopf verschriebenen Tagesdosierungen: Statistisch gesehen erhielt jeder Versicherte von Januar bis September 2011 für knapp elf Tage mehr Medikamente als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.  

Die regionalen Unterschiede in der Verordnungspraxis sind jedoch erheblich: Am teuersten verschrieben die Ärzte in Mecklenburg-Vorpommern mit einem Wert von rund 457 Euro je Versicherten (26 Prozent mehr als im bundesweiten Mittel), während Westfalen-Lippe mit knapp 327 Euro den niedrigsten Pro-Kopf-Wert aufweist und den Bundesdurchschnitt damit um fast zehn Prozent unterschreitet.  

Der Durchschnittswert für eine Arzneimittel-Packung war in Berlin mit knapp 61 Euro am höchsten. Am günstigsten wurde wiederum in Westfalen-Lippe verordnet. Hier hatte eine Medikamenten-Packung im Durchschnitt einen Wert von rund 42 Euro.  

Spitzenreiter bei der Menge war Sachsen-Anhalt mit über 480 Tagesdosierungen pro Kopf (23 Prozent über dem Bundes-durchschnitt). Am wenigsten wurde in Baden-Württemberg verschrieben, wo auf jeden Versicherten Medikamente für knapp 359 Tage entfielen.

Lothar Klein / 30.12.2011, 14:39 Uhr

Kommentare:

Reinhard Rodiger sagt:
02.01.2012 12:11

Merkt denn keiner,dass die Zahlen reine Irreführung sind? Nach den öffentlichen GKV-Zahlen beträgt der Arzneimittelumsatz (1-9/2011) rd 25 Mrd. brutto! Davon abzuziehen sind 2,6Mrd Rabatte,1,5 Mrd Zuzahlungen der Patienten und eben nicht veröffentlicht eine unbekannte Rabattmenge durch "Einzelvereinbarungen" der kranken Kassen. Also wurden netto rd 21 Mrd für Arzneimittel verbraucht,ein Betrag,von dem noch die einzelvertraglich erpressten Krankenkassenrabatte abzuziehen sind. Also wurden etwa 20 Mrd € für Arzneimittel ausgegeben und nicht 25 Mrd.,wenn die nicht angegebenen Rabatte nur auf 1Mrd. geschätzt werden.

Ebenso irreführend ist der Hinweis,dass in Berlin der Durchschnittspreis am höchsten ist.Dies ist Folge des hohen Anteils an HIV-Produkten,die in mehr...

Sven Larisch sagt:
02.01.2012 07:32

Ich gebe mich schon mit weniger Rechnerei zufrieden. Die Rabatte der Krankenkassen steig von 2,0 Milliarden! auf 2,6 Milliarden also 33% mehr Rabatt!!! Hallo, ich bekomme von meinem Großhandel und von den Herstellern immer weniger Rabatte (alles Gute zu 2012) und darüber hinaus noch den Tritt in den Hintern für das kostenlose Inkasso und der ständigen Diskussion mit den Kunden über "ihre" Medikamente indem man für Formfehler retaxiert und Verträge gebeugt , gebrochen und gekündigt werden und die Krankenkassen ihre Patienten anschreiben doch bei Internetapotheken zu bestellen, am Besten in den Niederlanden.
Es wird spannend. Ich möchte auch eine Atempause!

Apotheker B sagt:
31.12.2011 19:59

Da helf´ mir doch mal jemand beim rechnen!

Anzahl der Bundesbürger(ca. 82 Mio.) mal 362 € macht ... so bummelich 29 Milliarden.
Davon 2,6 Milliarden Rabatte (auch die von uns? 2,05 € pro 8,10 € ~ 25%) macht ungefähr 10%.
Frage: wie viel davon entfällt auf Rabattverträge?
Also rein gefühlsmäßig geben sich die kranken Kassen nicht mit 20% zufrieden, da fließt bestimmt mehr(siehe Rezeptgebühr).
Nur zur Info, unsere Freunde von Omnifair schmeissen der BEK/GEK, Heuschreckengleich noch weitaus mehr für Zytos in den Rachen.
Wie sagt der Kollege Dr. Peter Post so schön:
"Wie unterscheidet sich geheimer Rabatt von Begünstigung durch Korruption?"

..Nur kein Neid,..nur kein Neid....nein, nein, nein.

Und wir erarbeiten das in mehr...

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