Pharmazie

Wird die Gesamtmenge von 4 g Paracetamol pro Tag überschritten, drohen schwere Leberschäden bis hin zum Tod. (Foto: DAZ/Sket)

Wird die Gesamtmenge von 4 g Paracetamol pro Tag überschritten, drohen schwere Leberschäden bis hin zum Tod. (Foto: DAZ/Sket)

Lebertoxizität

Wiederholt zuviel Paracetamol bringt Leber in Gefahr

Wird Paracetamol auch nur geringfügig wiederholt so überdosiert, dass die kumulative Einnahmemenge 4 g pro Tag überschreitet, kann das für die Patienten hochgefährlich werden. Es drohen Leberversagen und Tod. Davor warnen britische Autoren, die Fälle von schwerem Leberversagen unter Paracetamol analysiert haben.

Sie haben Daten eines schottischen Zentrums aus der Zeit zwischen 1992 und 2008 ausgewertet und festgestellt, dass von 663 Patienten mit Paracetamol-induzierten Leberschäden 161 (24,3%) wiederholt Paracetamol in geringfügig erhöhter Dosierung zur Linderung ihrer Schmerzen eingesetzt hatten. Die kumulative Paracetamolmenge lag dabei zwischen 10 und 45 g, im Schnitt bei 24 g. Diese Patienten hatten im Vergleich zu denen nach einer einmaligen Überdosis mit durchschnittlich 27 g (20 bis 45 g) Paracetamol ein größeres Risiko für Enzephalopathien, benötigten häufiger eine Nierenersatztherapie oder eine maschinelle Beatmung und wiesen eine höhere Sterberate auf (37,3% vs. 27,8%). Die Auswertung ergab auch, dass das Risiko für Lebertransplantationen und Tod deutlich ansteigt, wenn zwischen Intoxikation und Diagnosestellung mehr als 24 Stunden vergangen sind. Dabei stufen die Autoren das Risiko einer wiederholten supratherapeutischen Überdosierung genau so hoch ein wie das nach einer Diagnosestellung 24 h nach einer einmaligen Überdosis.
Weitere Informationen zu dieser Studie finden Sie in der aktuellen Ausgabe der Deutschen Apotheker Zeitung (DAZ 2011, Nr. 47; S.56 - 57).

Quelle:

Craig, D.G.N.; et al.: Staggered overdose pattern and delay to hospital presentation are associated with adverse outcomes following overdose paracetamol-induced hepatotoxicity. Brit J Clin Pharmacol 2011; DOI: 10.1111/j.1365-2125.2011.04067.x

Dr. Doris Uhl / 23.11.2011, 12:30 Uhr

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